In den letzten Jahren wurden in Unternehmen zahlreiche Geschäftsprozesse mittels IT-Systemen abgebildet, zentrale betriebliche Abläufe werden mit Softwareunterstützung durchgeführt und überwacht. Eine reibungslose und intelligente Abwicklung dieser unternehmensinternen Prozesse ist ein enorm wichtiger Erfolgsfaktor.
ExpertInnen, die solche Prozesse gestalten, überprüfen oder deren Abbildung in IT-Systemen planen und umsetzen, müssen daher umfangreiches Fachwissen im Bereich betrieblicher Geschäftsprozesse besitzen. Sie müssen aber auch wissen, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um diese Prozesse elektronisch abbilden und für die Anwender und das Unternehmen sinnvoll einsetzen zu können. Überall, wo wirtschaftliche bzw. betriebliche Prozesse auf moderne Informationssysteme treffen, ist daher die Wirtschaftsinformatik die Kerndisziplin, die ein intelligentes "Miteinander" erst ermöglicht.
Die aktuell bei der Softwareentwicklung eingesetzten Technologien werden immer vielfältiger, komplexer und flexibler. Dies ist aber auch mit einem enormen Wissenszuwachs verbunden, den Softwareentwickler nur durch lebenslanges Lernen bewältigen können. Aber auch die Strategien und Konzepte, wie moderne Unternehmen organisiert werden und "funktionieren", entwickeln sich ständig fort, weshalb die damit befassten ExpertInnen einen vergleichbaren Wissenszuwachs meistern müssen. Dabei zeigt sich, dass sowohl IT-, als auch Wirtschafts-expertInnen immer spezialisiertere Ausbildungen absolvieren müssen – das besonders wichtige, interdisziplinäre Verständnis kommt dabei häufig zu kurz. Die Wirtschaftsinformatik bietet daher ein besonders breites Ausbildungsfeld bei dem jene interdisziplinären Fachgebiete im Mittelpunkt stehen, die an den Schnittstellen zwischen Informationstechnologie und Wirtschaft liegen.
Doch! Ein großes Missverständnis ist, dass durch die breite Ausbildung in der Wirtschaftsinformatik die "Tiefe" – also das Detailwissen – verloren geht. Dies ist insofern falsch, als der Lehrplan unseres Studiums im Vergleich zu anderen technischen Studien eine Besonderheit aufweist: Pro Semester werden zahlreiche Fächer unterschiedlichster technischer und wirtschaftlicher Disziplinen abgehalten, die in sich geschlossen sind und einen sehr guten und auch tiefen Einblick in das jeweilige Fachgebiet bieten. Je weiter man im Studium fortschreitet, desto mehr unterschiedliche Fachgebiete lernt man kennen. Überall werden die wesentlichsten Inhalte, Methoden und Werkzeuge erlernt, anhand von praxisorientierten Aufgabenstellungen und Fallstudien geübt und gemeinsam mit den Vortragenden aus der Wirtschaft analysiert. In Summe erhalten unsere AbsolventInnen einen Gesamtüberblick, der in seiner Breite einzigartig ist. Zusätzlich können sich die Studierenden bereits während des Studiums spezialisieren und daher selbst entscheiden, wie tief sie in die Technik einsteigen möchten.
Neben der Ausbildung im Bereich moderner IT-Systeme und Software-Technologien liegen die Schwerpunkte auf Fachgebieten, die den Studierenden dabei helfen zu verstehen, "wie Unternehmen funktionieren", welche Geschäftsprozesse dabei wesentlich sind und welche Voraussetzungen bestehen, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen bzw. zu betreiben. Dazu zählen ausgewählte Inhalte aus dem betrieblichen Rechnungswesen und dem Controlling, moderne Organisationsformen sowie Konzepte der Führung. Auch die projektmanagement-orientierten und rechtlichen Aspekte im informatischen Umfeld sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Zahlreiche Lehrveranstaltungen beschäftigen sich zudem mit innerbetrieblichen Geschäftsprozessen sowie mit jenen Prozessen, die über die Grenzen eines Unternehmens hinweg bestehen. Hierzu gehören Enterprise Resource Planning (ERP), Geschäftsprozessmodellierung, eBusiness, Systemintegration etc.
Ja. Und neben diesen beiden Schwerpunkten ist noch ein dritter – besonders wesentlicher – sehr ausgeprägt im Studienplan enthalten: Die "Managementkomponente". Diese wird in der heutigen Arbeitswelt leider oft vernachlässigt. Man achtet nur mehr auf Effizienz und Rationalisierung, auch wenn dies unter dem Strich manchmal bedeutet, dass der/die KundIn auf die gewünschte Leistung länger wartet. Effizienz ist daher ein Begriff, der oft falsch verstanden wird. Im Rahmen des Studiums der Wirtschaftsinformatik lernen Studierende in zahlreichen Lehrveranstaltungen, wie Teams funktionieren, welche Methoden und Werkzeuge man anwenden kann, wenn es in diesem Bereich "kriselt", oder wie man bei Verkaufsgesprächen vorgehen kann, um erfolgreich zu sein. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass Englisch sowohl im technischen als auch im sozioökonomischen Zusammenhang innerhalb des Studiums einen besonderen Platz einnimmt und daher auch sehr zielorientiert und praxisnahe unterrichtet wird.
Ab dem 5. Semester werden drei Spezialisierungsrichtungen angeboten:
Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Studierenden je nach Interesse in drei Gruppen aufzuteilen sind: Jene Gruppe an Studierenden, die eine klassische Technikausbildung anstreben (z.B. Softwareentwicklung, Systemadministration, Webentwicklung) und zusätzlich auch das "große Ganze der Wirtschaft" genau kennen lernen wollen. Die zweite Gruppe sind die eher wirtschaftlich und Management-Interessierten, die in Bereichen der Wirtschaft arbeiten wollen, wo es um IT-Systeme oder IT-lastige Projekte geht, z.B. IT-Controlling, IT-Qualitätsmanagement oder -Projektmanagement, technischer Vertrieb oder Unternehmensorganisation. Und die dritte Gruppe sind die "klassischen WirtschaftsinformatikerInnen" – sie sind die SchnittstellenexpertInnen zwischen Wirtschaft und Informationstechnologie in KMUs oder Großunternehmen sowie im Bereich Consulting.
Ja, bei verschiedenen Informationsveranstaltungen (OPEN DAYS, Bildungsmessen) hat man die Möglichkeit persönlich mit StudentInnen zu sprechen
Ja, im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik haben Sie die Möglichkeit, einzelne Lehrveranstaltungen zu besuchen und eigene Eindrücke von den Inhalten und der Lehre zu sammeln. Bitte kontaktieren Sie die Studiengangsassistenz für weitere Informationen und die Terminkoordination.
| Organisation | Vollzeit und berufsbegleitend |
| Plätze | 30 in Vollzeit 15 berufsbegleitend |
| Dauer | 6 Semester |
| Sprache | Deutsch |
| Abschluss | Bachelor of Science in Engineering (BSc) |
Studiengangsleitung:
FH-Prof. DI Helmut Gollner
T: +43 1 333 40 77-363
Stv. Studiengangsleitung:
Mag. Florian Eckkrammer
T: +43 1 333 40 77-391
Studiengangsassistenz:
Mag. Christine Docsek
T: +43 1 333 40 77-363