7. ÖGS Workshop: Automation in der Schweißtechnik

Podiumsdiskussion mit Martin Moosbacher (ABB AG Robotics), Stefan Klein (Panasonic Automotive & Industrial Systems Europe GmbH), Thomas Eder (FANUC Österreich GmbH), Michael Bauer (KUKA Roboter CEE GmbH), Cihangir Aras (CLOOS Austria GmbH), Martin Wihsbec Gerhard Lengauer, Geschäftsführung Schinko GmbH. Vorführung eines Forschungsprojekts

Über 100 Besucher reisten aus ganz Österreich und Deutschland an, um
Informationen über automatisierte Schweißapplikationen unterschiedlicher Roboterhersteller zu bekommen. Es wurde die Gelegenheit genutzt, um direkt Erfahrungen mit den Anwendern auszutauschen.

 

Ein erster Einblick in die Welt der Robotik wurde von DI Dr. Kemajl Stuja und DI (FH) Günther Poszvek, Institut für Advanced Technologies & Mechatronics, gegeben. Dabei wurden die Entwicklungen im Bereich der Robotik-Hardware (Roboterstrukturen, Robotersteuerungen, Roboterperipherie) und der Robotik-Software (Computergestützte Auslegung von Roboterzellen) näher erläutert.

Im Anschluss zeigte Hubert Gerstmayr, Geschäftsführer HMS-Mechatronik, unter anderem die Vorteile eines vorrichtungslosen Positioniersystems mit Fanuc-Roboter auf. Beim vorrichtungslosen, automatisierten Schweißen profitiert man laut dem Systemintegrator von folgenden Vorzügen: Höhere Flexibilität, verbesserte Zugänglichkeit, geringer Rüstaufwand, besseres Schweißergebnis und höhere Schweißgeschwindigkeit sowie Erweiterungsmöglichkeiten.

 

Neben den Vorträgen durften die Teilnehmer auch einen Blick hinter die Kulissen der Fachhochschule werfen. Dabei wurden unter anderem das schweißtechnische Labor, die Automatisierungstechniklabore und die generative Fertigungstechnik vorgestellt. Zudem begeisterte die Workshopteilnehmer und -teilnehmerinnen die Vorführung der mobilen Plattform, einem Forschungsprojekt, bei dem die Steuerung des Fahrzeugs mittels Körperbewegungen funktioniert.

7. ÖGS Workshop

Die flexible Fertigungslinie für das Schweißen von Abgasanlagen bei der Firma Roth Technik Austria GmbH wurde von Andreas Stremitzer, Geschäftsführer der ism-technic GmbH, vorgestellt. Die Fertigungslinie musste einfach zu erweitern und auf andere Produktions-Typen umzustellen sein. Außerdem soll die Stückzahl beliebig erhöht werden können. Die Taktzeit wurde deutlich verringert: Bei Vollauslastung schafft die neue Anlage eine Verdoppelung der produzierten Stückzahl von 60 auf 120 pro Schicht. Die Automationslinie verkettet sowohl Handling- als auch Lichtbogenschweißaufgaben. Es sind filigrane Kleinteile sowie auch 150 kg schwere Teile zu bewegen. Die präsentierte Fertigungslinie umfasst 20 verschiedene Stationen, davon 13 reine Schweißstationen. Elf KUKA-Roboter
sorgen für einen zuverlässigen Betrieb der Anlage.

Harald Germ, Leiter Qualitätstechnik Doppelmayr Seilbahnen GmbH, ermöglichte den Workshopteilnehmern einen Einblick in das neueste Automatisierungskonzept mit zwei igm-Robotern. Dabei wurden die Roboterfertigung bei Doppelmayr und die Anforderungen an die Roboterfertigung im Stahlbau vorgestellt. Im Zuge der
Analysen hat sich gezeigt, dass sich eine Bauteil-Optimierung für die Roboterfertigung durchaus auszahlt. Das Konzept für die Bügelfertigung
beinhaltet:

  • Vollautomatisches Bestücken
  • Schweißen in Unterbaugruppen
  • Schweißen ohne Heften und Spannen
  • Handling-Roboter bringt Bauteil in exakte Position
  • Minimieren der Suchfahrten
  • Automatisches Spritzer-Entfernen (mechanisch)
  • Versandgerechtes Stapeln auf eine Palette

Eine Simulation des kompletten Fertigungsdurchlaufes hat gezeigt, dass eine komplette Geisterschicht (also ohne Mitarbeiter) möglich ist.

Die automatisierte Anlage des „Steel Beam Assemblers“ wurde von Gerhard Oberweger, Konstruktionsleiter ZEMAN Bauelemente Produktionsges.m.b.H, präsentiert. Die Vorteile dieser automatisierten Fertigung mit ABB Roboter sind:

  • Hohe Präzision der fertigen Bauelemente – dadurch einfachere Montage der Teile   bei der Baustelle
  • Hoher Durchsatz mit weniger Personal
  • Geringere Kosten der gefertigten Teile

Des Weiteren ermöglicht der modulare Aufbau eine Erweiterung von einfacher Schweißvorrichtung bis zur kontinuierlich arbeitenden Anlage. Zudem sind Bauelemente mit großen Überständen realisierbar. Da die Daten direkt aus dem CAD übernommen werden können wird kein „Teach-in“ mehr benötigt. Das ermöglicht eine wirtschaftliche Fertigung der Bauelemente bis zur Losgröße 1.

Eine kombinierte MIG/MAG/WIG-Schweißroboteranlage zur Prozessoptimierung in der Schaltschrank- und Sondergehäusefertigung wurde von Gerhard Lengauer, Geschäftsführung Schinko GmbH, vorgestellt. Die Anforderungen an das Panasonic Schweißsystem: Flexibilität der Schweißart und der Aufspannung, niedrige Rüstzeiten sowie rasche Programmierung wurden erfüllt. Die optische,
hervorragende Qualität der Schweißnähte überzeugten den Anwender mehr als erwartet.

„Die Tendenzen in der automatisierten Schweißtechnik“ präsentiert von Martin Johann Mayer, BSc, Institut für Advanced Technologies & Mechatronics, rundeten die Vortragsreihe ab. Abschließend stellten sich die Vertreter der Roboterhersteller in Form einer Podiumsdiskussion den Fragen des Publikums. Dabei rückte durch den Querdenker Martin Mayer besonders die Bauteilvorbereitung beziehungsweise Konstruktion in das Zentrum des Interesses. Hier wird nach dem Experten zufolge nicht ausreichend Forschung betrieben. Als Trend wird uns in Zukunft besonders das Laserschweißen weiter beschäftigen. Maßgeblich dafür, ist der Einsatz in der Automobilindustrie, die die Schweißtechnik durch die hohen Stückzahlen beeinflussen. Auch das implementieren neuer Technologien halten die Experten für die kommenden Jahre für sehr wahrscheinlich.