8th Austrian UAS Language Instructors' Conference an der FH Joanneum in Graz

Die Fachdidaktik von Englisch als Fremdsprache ist – nicht zuletzt aufgrund der Bedeutung der englischen Sprache weltweit – das größte und best erforschte Gebiet der Didaktik. Seit geraumer Zeit bilden Spracherwerb sowie Theorie und Methodologie der Vermittlung von Literatur, Kultur und Medien Forschungsschwerpunkte, um theoretische Ansätze in praktisch verwertbare Methoden einfließen zu lassen, die wiederum als Grundlage für die Gestaltung moderner Curricula dienen.

Nachdem es kein universell anwendbares Rezept für die Vermittlung von Sprachkompetenz gibt, stellt der Austausch mit KollegInnen aus verschiedenen Disziplinen und Ländern ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Didaktik und Methodik des Englischunterrichts dar. Erfahrungen in der Umsetzung von theoretischen Modellen im praktischen Unterricht hilfen manche Irrwege zu vermeiden, aber auch neue Wege einzuschlagen, um Ziele schneller zu erreichen.

Besonders wertvoll sind solche Erfahrungen in den weit verzweigten Gebieten der englischen Fachsprache, wie sie an Österreichs Fachhochschulen gelehrt werden. Die Anzahl der Praktiker hält sich im Vergleich zur allgemeinsprachlichen Didaktik und Methodik in relativ engen Grenzen, wodurch die Menge an Erfahrung mit unterschiedlichen Annäherungen an die Thematik zwangsläufig geringer ausfällt.

Zur Institutionalisierung des Erfahrungsaustausches wurde die Idee einer österreichweiten Konferenz für EnglischlektorInnen an Fachhochschulen geboren. Diese sollte unter dem Titel “Austrian UAS Language Instructors' Conference” in regelmäßigen Abständen an verschiedenen Fachhochschulen Österreichs stattfinden. In den Jahren 2010 und 2014 wurde die Konferenz an der Fachhochschule Technikum Wien abgehalten - als internationales Forum, zu dem ExpertInnen von Japan bis Trinidad und Tobago anreisten und ihre Erfahrungen einbrachten.

In diesem Jahr fand Ende Mai die “8th Austrian UAS Language Instructors' Conference” an der Fachhochschule Joanneum in Graz statt. Unter den 94 TeilnehmerInnen aus verschiedensten Ländern und Kontinenten herrschte reger Gedankenaustausch, der durch Vorträge, Workshops und Poster noch intensiviert wurde.

Die Vortragenden der FHTW auf der Konferenz

Lisa Nazarenko

Mag. Lisa Nazarenko, MA

Didaktikentwicklung
Susan Perkins

Mag. Susan Perkins

Lektorin
Gabriele Schökler

Mag. Gabriele Schökler

Qualitätssicherung
Diane Shooman

FH-Prof. Dr. Diane Shooman

Koordination der Lehre

Worauf wir als Institut für Sprachen und Kulturwissenschaften besonders stolz sein können ist die Tatsache, dass vier Vorträge von Referentinnen des Technikum Wien gehalten wurden. Das ist umso bemerkenswerter, als im Schnitt nur die Hälfte, aber vom Technikum Wien alle vier Beiträge akzeptiert wurden. Die Referate spiegeln auch die Vielfalt der Forschungsinteressen des Instituts wider, in deren Mittelpunkt jedoch immer die Entwicklung und Förderung des Individuums in all seinen persönlichen und beruflichen Rollen steht.

Ein Mensch definiert sich durch seine Fähigkeit, Sprachhandlungen zu setzen. Dies bedeutet, Gehörtes den Normen entsprechend zu verarbeiten und darauf mit sprachlichen Äußerungen zu reagieren. Eine situationsadäquate Reaktion verlangt aber nicht nur die Beherrschung der Grammatik und des Wortschatzes, sondern auch Verständnis für Register und suprasprachliche Elemente wie Ironie, Gestik und Mimik etc. Die Entwicklung dieser Fertigkeiten stand im Zentrum des Vortrages von Susan Perkins, unserer erfahrensten Mitarbeiterin, die tief in ihre Trickkiste griff, um Methoden zur effizienten Förderung unserer AbsolventInnen zu demonstrieren.

Individuen, in diesem Fall die Interaktion von E-Learning-ModeratorIn und Studierenden in der Fernlehre, standen auch im Mittelpunkt des Beitrags von Gabriela Schökler. Durch ihre langjährigen Erfahrung in verschiedenen Fernstudiengängen konnte sie den ZuhörerInnen die Bedeutung des Stils im Umgang mit den Studierenden bewusst machen. Durch einen lockeren und persönlichen Stil kann die unpersönliche Lernplattform mit Leben und Persönlichkeit gefüllt werden, was wiederum die Studierenden motiviert, ihre eigenen Erfahrungen einzubringen. Damit wird die Grundlage für die erfolgreiche Förderung der Studierenden geschaffen.

Einen Beitrag zur Entwicklung unserer Studierenden lieferte auch Lisa Nazarenko, die sich seit Jahren mit der Didaktik des Schreibens beschäftigt und dazu bereits eine Reihe von internationalen Publikationen schuf. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stand die Bedeutung der Kommunikation von wissenschaftlichen Erkenntnissen, um Befürchtungen in der technikkritischen Gesellschaft nicht aufkommen zu lassen bzw. Unsicherheit und Zweifel auszuräumen. Zu diesem Zweck ist es dringend vonnöten, den angehenden TechnikerInnen die Bedeutung der Zielgruppenorientierung ihrer Veröffentlichungen bewusst zu machen.

Mit der Perzeption der Umwelt beschäftigte sich der Beitrag von Diane Shooman, die unser Motto “Thinking Outside the Box” auf einmalige Weise umsetzt. Ausgehend von der These, dass die Verdrängung alter Werkzeuge wie Reißbrett und Zeichenstift die haptisch-räumliche Wahrnehmung verkümmern lässt, entwickelt sie Methoden, um das gesamte Spektrum der menschlichen Sensorik zu reaktivieren. Dadurch erleben Studierende die selbe Realität oft auf unterschiedlichste Weise, was wiederum zu originellen Lösungen anstehender Probleme führen kann. Und kreativen Ansätze sind genau das, was angehende TechnikerInnen für den Erfolg benötigen…

Abschließend wäre noch zu erwähnen, dass alle vier Beiträge mit großem Interesse aufgenommen wurden und dadurch die Vernetzung mit KollegInnen an in- und ausländischen Fachhochschulen wieder gestärkt wurde. So freue ich mich als Institutsleiter schon darauf, im August in Dänemark die KollegInnen der Aarhus School of Marine and Technical Engineering wiederzusehen und im Laufe der nächsten Jahre einige weitere Hochschulen zu besuchen.

Und ganz besonders freue ich mich darauf, dass unser Institut im Mai 2018 wieder Gastgeber der nächsten Austrian UAS Language Instructors' Conference sein wird.

Otto Maderdonner