Absolventinnen vor den Vorhang!

Janka Koen, Absolventin der FH Technikum Wien
Janka Koen, Absolventin der FH Technikum Wien

Mein Name ist Janka Koen, ich bin 28 Jahre alt und arbeite bei Microsoft Österreich als User Experience Consultant. Ich wurde in der Slowakei geboren und habe dort ein zweisprachiges Gymnasium besucht. Da habe ich eigentlich bald erkannt, dass ich größere Herausforderungen in meinem Leben brauche, als dort möglich waren und deshalb entschied ich mich in für ein Jahr als Austauschstudentin in die USA zu gehen. Nachdem mir das aber immer noch nicht genug war, ging ich noch auf ein Jahr als Austauschstudentin nach Österreich - und blieb dann auch gleich hier (lacht). In weiterer Folge studierte ich an der FH Technikum Wien und machte meinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik, sowie anschließend meinen Master in Multimedia and Software Engineering.

Wollten Sie schon immer etwas Technisches studieren? Welchen Berufswunsch hatten Sie in der Schule?

Ich komme aus einer Familie von Computer Geeks – Mein Vater, mein Bruder, meine beiden Cousins und so ziemlich jeder in der Familie – seit ich mich erinnern kann, dreht sich alles um Computer, Spiele und LAN Parties. Technik war für mich immer etwas Natürliches. Als es dann um die Entscheidung ging, was ich beruflich werden wollte, habe ich mich selbst zunächst falsch eingeschätzt. Ich habe mich einfach nicht getraut etwas Technisches zu studieren und habe daher angefangen Internationale Betriebswirtschaft zu studieren. Ich habe aber recht schnell erkannt, dass das nicht das war, was ich tun wollte. Ich hatte das Glück, dass mein damaliger Freund und heutiger Ehemann, der auch in der IT tätig ist, mein Talent für den PC klar erkannt hat. Er hat mir das Selbstvertrauen gegeben, meine Studienrichtung auf Informatik zu wechseln. Das war die beste Entscheidung meines Lebens - neben der, dass ich ihn geheiratet habe! (lacht).

Mastersponsion an der FHTW Janka Koen in Begleitung ihres Mannes
Mastersponsion an der FHTW Janka Koen in Begleitung ihres Mannes

Zu damaligen Zeitpunkt brauchte ich einen persönlicheren Zugang zum Studium und mehr Struktur. Die FH Technikum Wien war und ist noch immer die beste FH in Österreich. Das machte die Entscheidung sehr leicht. 

Was fasziniert Sie an der Informatik?

Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten, die man hat und liebe es, dass man prinzipiell fast alle waghalsigen Ideen umsetzen kann.

Mit welchen Erinnerungen und Eindrücken sehen Sie auf die Zeit an der FH zurück?

Ich habe nur die besten Erinnerungen an meine Zeit an der FH und betrachte es als eine der besten Zeiten meines Lebens bisher. Ich treffe mich noch heute regelmäßig mit einigen Studienkollegen von damals und bin auch glücklich einige der Professoren, welche großen Einfluss auf meine Karriere hatten, zu meinem Freundeskreis zählen zu dürfen. 

Wie hat sich Ihr Einstieg ins Berufsleben entwickelt?

Gleich nach meinem Studienstart  habe ich gemerkt, dass das Erstellen einer guten Digital Experience so viel mehr bedeutet als nur das Schreiben von Code. Ich habe auch erkannt, dass es Millionen Menschen gibt, die besseren Code schreiben als ich und ich nie mit Ihnen konkurrieren werde können. Da ich in meinem Privatleben immer schon sehr kreativ und visuell veranlagt war, entschied ich mich diese Fähigkeiten mit der IT zu verbinden. Ich fing an mich mehr und mehr auf Frontend Development zu fokussieren und von dort war es dann nur noch ein kleiner Schritt zu User Centered Design. Als Teil meines Pflichtpraktikums arbeitete ich als UI/UX Designer bei Siemens, ging, während ich noch im Masterstudium war, einigen Freelance-Jobs nach, aber das große Endziel war immer irgendwann bei Microsoft zu arbeiten. Ich tat alles um dieses Ziel zu erreichen und ein Monat nach dem Abschluss meines Masters konnte ich einen Arbeitsvertrag bei Microsoft unterschreiben (lacht).

Können Sie Ihre Studienschwerpunkte im Beruf umsetzen?

Obwohl ich zugeben muss, dass ich es während dem Studium noch nicht wirklich verstanden habe, muss ich jetzt sagen, dass ich mir 100% sicher bin, dass ich nicht so erfolgreich in meinem Beruf wäre ohne die solide Wissensbasis, wie sie an der FH vermittelt wird. Diese Basis erlaubt mir Zusammenhänge besser zu verstehen und somit im Endeffekt eine bessere User Experience für meine Kunden zu erstellen.

Wenn Sie auf Ihr Studium und Ihren Beruf zurückblicken – was sind Ihre persönlichen Erfolgsfaktoren?

Ich fordere mich selbst permanent heraus. Alles ist eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern und etwas Neues zu lernen. Ich versuche jede Herausforderung mit einer Kombination von Enthusiasmus, Kreativität, harter Arbeit und besonders wichtig: mit Hilfe anderer im Team, zu bewältigen. Bisher hat dieser Ansatz sehr gut funktioniert und tolle Ergebnisse geliefert! 

Auf welche Barrieren sind Sie im Verlauf Ihres Berufslebens gestoßen?

Als ich bei Microsoft angefangen habe, war ich die erste User Experience Consultant in Österreich. Was auf einer Seite eine sehr tolle Gelegenheit war, aber auf der anderer Seite auch viel Druck erzeugt hat mich zu beweisen. Ich war hungrig nach Erfolg, aber so wie in jeder anderen Firma auch, kann es etwas dauern bis man „seinen“ Platz gefunden hat und erste Resultate sichtbar werden. Diese Phase muss man einfach durchstehen, auf sein Ziel fokussiert bleiben, nicht aufgeben und dann wird der Erfolg schon kommen. 

Wie schaffen Sie Ihre Work-Life-Balance?

Mein Job ist gleichzeitig mein Hobby und das macht es manchmal schwer eine Grenze zu ziehen. Bei Microsoft habe ich die Gelegenheit meinen Tag so zu gestalten wie ich es will. Das kann sein, dass ich von zu Hause aus arbeite oder, falls man kein Morgenmensch ist so wie ich, ich einfach den Tag später anfange und genau dann arbeiten kann, wenn ich mich am produktivsten fühle. Diese Flexibilität macht es möglich, dass ich meinen Job liebe und so auch meine Work-Life Balance schaffe.

Haben Sie einen besonderen Rat für Studentinnen?

Finde etwas, dass du liebend gerne machst und baue deine Karriere darauf auf. Es wird jede Menge Situationen geben, in denen man sich beweisen muss - nimm die Herausforderung an und betrachte sie als Antrieb für deine Arbeit. Übersteige die Erwartungen aller und der Erfolg wird sich einstellen. 

 

Vielen Dank für das Interview!