Berufsfeldforschung und Studiengangsentwicklung an der FHTW

Günther Essl über Berufsfeldforschung an der FH Technikum Wien

Arbeit und Beruf sind heutzutage legitime Bezugsgrößen von hochschulischer Bildung, und es ist eine Aufgabe der FH-Studiengänge, die vermeintlichen Gegensätze „Wissenschaft“ und „Praxis“ zu integrieren. Gerade in der Bewältigung dieser Spannung zwischen hochschulischen und berufspraktischen Ansprüchen kommt den Fachhochschulen in unserer Gesellschaft eine wichtige Aufgabe und möglicherweise auch Vorbildrolle für andere Bildungseinrichtungen zu. FH-Studiengänge sind curricular so zu gestalten, dass die Absolventinnen und Absolventen begründete Chancen haben, eine ihrer hochschulischen Ausbildung entsprechende Berufstätigkeit aufzunehmen. Daher ist der Zusammenhang zwischen beruflichen Tätigkeitsfeldern, Qualifikationszielen und Studienplan, in dem diese Qualifikationsziele ihren Niederschlag finden, entscheidend für die Qualität eines FH-Studiengangs.

Vor diesem Hintergrund wurde die von der Stadt Wien geförderte Stiftungsprofessur für Berufsfeldforschung im Herbst 2013 organisatorisch in die Servicestelle Qualitäts- und Studiengangsentwicklung (QSE) integriert. Die Berufsfeldforschung untersucht die Entwicklung von beruflichen Tätigkeitsfeldern im tertiär aus- und weitergebildeten Ingenieurswesen. In dieser Funktion unterstützt sie als Teil der Servicestelle QSE Neu- und Weiterentwicklungen von Studiengängen. Ziel ist die sozialwissenschaftliche Erhebung von technikorientierten Sektor-, Berufs- und Arbeitsprozessen, um dadurch eine systematische und anlassbezogene Abstimmung zwischen curricularen Studiengangserfordernissen und berufspraktischen Kompetenzprofilen zu unterstützen.

Um die darin entwickelten Methoden der Berufsfeldforschung zu testen, wurde von Mai 2014 bis September 2015 ein Pilotprojekt mit dem Bachelor- Studiengang Elektronik & Wirtschaft durchgeführt. In den Jahren 2015 und 2016 war die Stiftungsprofessur intensiv in die Neu- und Weiterentwicklung von Studiengängen eingebunden (Bachelor- und MasterStudiengang Maschinenbau, Master-Studiengang Integrative Stadtentwicklung – Smart City, Pilotprojekt zur Evaluierung bzw. Weiterentwicklung von Studiengängen im Studienzentrum Life Science Technologies).

Die Berufsfeldforschung hat so zum Beispiel einen entscheidenden Beitrag zur Schärfung des fachlichen Profils des neuen Master-Studiengangs Maschinenbau geleistet, das bei einem FH-Studiengang ja immer auch einen starken Berufsfeldbezug aufweist. Die Ergebnisse der empirischen Erhebungen und durchgeführten Interviews lieferten eindeutige Belege für die Bedeutung des Schwerpunkts Maschinenbau in Kombination mit digitalisierter Modellierung, Simulation und Bewertung. Da das fachliche Profil eines Studiengangs eine zentrale Rolle bei der Beschreibung der beruflichen Tätigkeitsfelder, der Definition der Qualifikationsziele und der Gestaltung des Studienplans spielt, leistet die Berufsfeldforschung insofern einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Entwicklung der Qualität unserer Studiengänge. 
 

Günther Essl

Mag. Dr. Günter Essl

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