Energie im Blickpunkt großer Widersprüche

Energy Day 2015
Energy Day 2015

Das Motto des heurigen ENERGY DAY 15 stand unter dem Eindruck großer Widersprüche. Billiges Öl versus Ausbau Erneuerbarer Energien, Förderung von Atomenergie versus Nachhaltigkeit des Energiesystems, Klimakonferenzen versus Klimawandel. Das Programm versprach also Diskussionen unter den 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ein buntes Spektrum von BewerberInnen fürs Studium bis hin zu Bürgerinnen und Bürger, die nach Rat für Ihre zukünftige Energiebereitstellung, wie, „Soll man sich ein Windrad mit einem Energiespeicher anschaffen?“ fragten.

 

Auch die beiden Studienprogramme tragen der Entwicklung am Energiesektor Rechnung. Bei der Vorstellung der aktuellen Studienprogramme der Erneuerbaren Urbanen Energien wiesen die beiden Studiengangsleiter von Bachelor und Master FH-Prof. DI Peter Franz und FH-Prof. DI Hubert Fechner, MAS, MSc auf die ständige Weiterentwicklung und Aktualisierung der Programme hin. Im Bachelor-Studium startete heuer der Schwerpunkt Smart Cities, in Städten werden die Umwälzungen wohl am deutlichsten sichtbar. Während im Bachelor die städtischen Energietechnologien wie Solarenergien, Gebäudetechnik, und visionär auch die Kleinwindkraft im Vordergrund stehen, widmet sich der Master-Studiengang den systemischen Zusammenhängen. Die smarten, intelligent vernetzten Energiesysteme sollen den Menschen das Energieleben erleichtern. Doch es gibt noch viele Fragen! „Alle Masterarbeiten werden in Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft erstellt“ betont Hubert Fechner, Studiengangsleiter und Institutsleiter Erneuerbare Energien. Das motivierte Team des seit 5 Jahren tätigen Instituts stellte dann auch seine Forschungsschwerpunkte vor, von Energiespeicherung, über die in den Markt drängende Kleinwindkraft bis hin zu den energieautarken Gebäuden.

Dann der Höhepunkt mit viel Zündstoff: „Nach dem Ölpreisschock – sind die Erneuerbaren noch zu retten?“ Der Politik- und Strategieberater Mag Georg Günsberg nahm gleich zu Beginn seines Vortrags die Hoffnungen - auf diese und andere brennenden Fragen - Antworten präsentieren zu können. „Warum ist Öl gerade so billig? Wann wird es wieder teurer? Wir, und damit meint er stellvertretend bedeutende Wirtschaftswissenschaftler, wissen es nicht!“ Ganz so unwissend sind sie nicht: Der niedrige Ölpreis ist jedenfalls kontraproduktiv für den Klimawandel, sagt er in einem seiner Statements zusammenfassend.

 

Zur Energiediskussion wurde ein weiterer profunder Kenner der Energieszene aufs Podium eingeladen. Dr. Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt beschäftigt sich unter anderem mit Auswirkungen der Energieträger auf die Gesundheit: „Die Emissionen von boomenden Kohlekraftwerken sind wesentlich höher als von Ölkraftwerken. Die höchsten Emissionen kommen jedoch von Braunkohlekraftwerken.“ Bekanntlich boomen diese Technologien gerade aufgrund von billigen Brennstoffpreisen. Mit dem Klimaschutz ist es offenbar schlecht bestellt, in Deutschland nahmen die CO2 Emissionen in den Vorjahren sogar zu. Und wie verhält es sich mit der staatlichen Verantwortung? Was tut sich in Österreich? „Die Energiesteuern auf Heizöl, Erdgas und Kohle sind die niedrigsten unter den Energieträgern“, zeigt Georg Günsberg auf. „Aber bei der Steuerreform hätte man ja die Chance auf eine Ökologisierung“, meint auch Jürgen Schneider.

 

Zusammenfassend war der ENERGY DAY 15 ein bunter Abend mit vielen Einblicken in die Energieszene! Auch wenn zahlreiche Fragen offen blieben, konnten sich die TeilnehmerInnen auf vielen Ebenen austauschen. Im nächsten Jahr wird es eine Fortsetzung geben, denn die Energiewelt bleibt spannend!