Erneuerbare Energien: „Hürden für bauwerkintegrierte Photovoltaik abbauen“

Als Co-Operating Agent leitet Peter Illich ab 2020 gemeinsam mit einem deutschen Kollegen eine wichtige Arbeitsgruppe im Rahmen des Photovoltaik-Programms der Internationalen Energieagentur.

Herr Illich, herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Was genau ist das Photovoltaic Power Systems Programm?

Vielen Dank! Das Photovoltaic Power Systems Programm (PVPS) ist eines der Technology Collaboration Programmes (TCPs) der Internationalen Energieagentur (IEA). Im Rahmen des Programms beschäftigen sich internationalen Konsortien mit unterschiedlichen Themen mit Bezug zu Photovoltaik (PV), beispielsweise mit der Marktentwicklung von PV, Nachhaltigkeitsaspekten sowie der Zuverlässigkeit von PV Technologien, aber auch mit der Integration von PV im Energiesystem und in die verbaute Umwelt. Das PVPS Programm gilt damit als globale Referenz für Entscheidungsträger aus Politik und Industrie im Bereich der PV.


Peter Illich, Mitarbeiter im Kompetenzfeld Renewable Energy Systems, Department Industrial Engineering

Was kann man sich unter Task 15 und Ihrer Rolle als Cooperating Agent vorstellen?

Der Task 15 ist eines der Projekte innerhalb des PVPS. Bis zu 40 ExpertInnen aus 17 Ländern beschäftigen sich mit Fragestellungen zur Bauwerkintegrierten Photovoltaik (BIPV). Ziel ist ein Rahmen, der hilft, die Durchdringung von BIPV-Produkten auf dem globalen Markt für erneuerbare Energien zu beschleunigen. Wir beschäftigen uns umfassend mit dem Thema BIPV, sowohl mit wirtschaftlichen Aspekten, als auch mit technologischen Aspekten, rechtlichen und regulatorischen Zusammenhängen, der Standardisierung von BIPV-Produkten, Ästhetik, Architektur, etc.

Die zweite Phase von Task 15 startet mit Beginn 2020 und wird unter der Leitung von Österreich und Deutschland als „Co-Operating Agents“ stattfinden. Als Co-Operating Agent wird es meine Aufgabe sein, in Abstimmung mit meinem Kollegen Johannes Eisenlohr (Fraunhofer ISE) den erfolgreichen Verlauf und die Aktivitäten des Projektes zu koordinieren und diese sowohl mit ProjektpartnerInnen, aber auch mit dem Executive Committee des IEA PVPS Programmes abzustimmen.

Wo liegen die größten Herausforderungen für gebäudeintegrierte Photovoltaik?

Der Gebäudesektor ist für 36 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs und fast 40% der gesamten direkten und indirekten CO2-Emissionen verantwortlich. Ziele wurden weltweit festgelegt, um die Umweltauswirkungen der gebauten Umwelt zu verringern. Politische Aussagen und Richtlinien haben sich weiter in Richtung Null-Energie-Gebäude, Gemeinden und Städte bewegt. PV-Anlagen spielen dabei eine bedeutende Rolle. Hier müssen wir umfassend denken: optimal systemisch integriert in das Energiesystem und ästhetisch verträglich in die verbaute Umwelt. Die Marktdurchdringung von BIPV auf nationaler und internationaler Ebene ist nach wie vor schwierig. Hürden bestehen in wirtschaftlichen, technologischen, rechtlichen, ästhetischen, zuverlässigen und normativen Fragen. Es besteht nach wie vor ein starker Bedarf an Wissenstransfer zwischen den BIPV-Akteuren, ein fehlendes Bindeglied im Geschäftsansatz, ungleiche Wettbewerbsbedingungen in Bezug auf regulatorische Fragen und Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie eine Transferlücke zwischen Produkten und Anwendungen. Task 15 wird sich genau mit diesen Fragen befassen.


Task 15 Meetings in Wien, Kopenhagen, Tokio