European Robotics Hackathon 2019 in Zwentendorf

Anfang Juli 2019 fand bereits zum zweiten Mal der European Robotics Hackathon im AKW Zwentendorf statt. Als weltweit einziges Kernkraftwerk wurde Zwentendorf fertig gebaut, aber aufgrund einer Volksabstimmung niemals in Betrieb genommen. Das AKW Zwentendorf ist damit ideal geeignet in einer realen Umgebung den Einsatz robotischer Systeme für einen Rettungseinsatz in bzw. die Stilllegung von in Betrieb befindlichen AKWs zu testen und zu evaluieren.

 

An diesem Vergleichsbewerb, an dem sich 11 Teams aus mehreren europäischen Ländern beteiligten, nahm auch wieder ein Team der FH Technikum Wien teil. Es bestand aus MitarbeiterInnen des Kompetenzfeldes Automation & Sensor Technology des Departments Industrial Engineering und aus Studierenden des Masterstudiengangs Mechatronik/Robotik, die ihre Masterarbeiten im Rahmen dieses Bewerbs erstellten.  Es waren für die teilnehmenden Roboter drei verschiedene Szenarien zu bewältigen: Erstens musste ein Innenbereich der teilweise vollkommen dunkel war, befahren werden und eine 3D-Karte davon erstellt werden. Identifizierte Strahlungsquellen sollten mit Position und Strahlungswert in eine eigene Strahlungskarte eingetragen werden.  Zweitens mussten in diesem Bereich verunglückte Personen gefunden, deren Position in die 3D-Karte eingetragen werden und – falls möglich – mit dem Roboter evakuiert werden. Drittens waren Ventile in der Anlage zu identifizieren und mit Hilfe des Roboters zuzudrehen. All diese Aufgaben konnten von den Teams wahlweise teleoperiert oder autonom durchgeführt werden.

Das Team der FHTW hat an allen drei Szenarios teilgenommen. Es konnten alle drei Szenarios erfolgreich absolvieret werden, Karten des Innenbereichs inklusive der erkannten Objekte/Strahlungsquellen wurden erstellt.  Die Evakuierung der vom Team erkannten Person konnte nicht durchgeführt werden, da der Roboter nicht für den Transport so großer Massen ausgelegt ist. Roboter Robbie wurde teleoperiert gesteuert, bei ausgewählten Teilaufgaben wurde jedoch autonom verfahren – beispielsweise wurde der Roboter angewiesen, einen Gang selbstständig zu verlassen, da wegen einer Funkabschattung die Verbindung zwischen Teleoperator und Roboter fast vollständig zusammengebrochen war und der Operator den Roboter nicht mehr steuern konnte.