Forschungskarriere nach dem Master: „Challenge accepted“

Tissue Engineering and Regenerative Medicine hat sich als forschungsnahes Master-Studium in einem innovativen Feld etabliert. Mit Severin Mühleder berichtete nun einer der allerersten AbsolventInnen in einem Gastvortrag von seiner wissenschaftlichen Karriere. 

„Starting a career in academia as a Technikum Wien graduate? Challenge accepted!“ Für die Rückkehr an die FH Technikum Wien hat sich Severin Mühleder einen griffigen Vortragstitel überlegt. Der junge Forscher machte in seinem Gastvortrag dann schnell klar, dass die „Challenge“ einer Karriere im akademischen Betrieb wenig mit der Art der Institution zu tun hat, an der man sein Grundstudium absolviert: „Eine Herausforderung ist die Wissenschaft für alle, nicht nur für Studierende einer Fachhochschule“, sagte Mühleder. 

Der Studiengang Tissue Engineering and Regenerative Medicine ist das beste Beispiel dafür, dass aus dem FH-Sektor heraus vielversprechende wissenschaftliche Karrieren beginnen können. Von den elf ersten AbsolventInnen aus dem Jahr 2013 haben vier bereits einen PhD, vier weitere arbeiten gerade an einem PhD-Projekt und die restlichen drei Alumni können namhafte Arbeitgeber wie Pfizer, Boehringer Ingelheim oder die Meduni Wien als Arbeitgeber anführen. 


Gastvortrag am 11.9.2019

Mühleder absolvierte am Technikum zunächst den Bachelor-Studiengang Biomedical Engineering und entschied sich dort für den Schwerpunkt Cell & Tissue Engineering. Sein damaliger Lektor Wolfgang Holnthoner holte ihn als Research Assistant zu sich ans Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie. "Schon zu dieser Zeit hat sich mein Fokus auf den kardiovaskulären Bereich entwickelt, also alles, was mit Blutgefäßen zu tun hat", so Mühleder. Es folgte ein Praktikum im Department for Biomedical Research der MedUni Wien und das Master-Studium am Technikum.

Mühleder beschreibt diese Jahre als eine Zeit mit vielen Premieren: „Meine erste Poster-Präsentation auf einem Kongress, meine erste Co-Autorschaft in einer wissenschaftlichen Publikation, aber auch die erste Weihnachtsfeier des Studiengangs." In dieser Zeit begann er auch, mit dem heutigen Studiengangsleiter Andreas Teuschl zusammen zu arbeiten, und er absolvierte seinen ersten Aufenthalt in den USA: Unterstützt durch ein Marshall-Plan-Stipendium, verbrachte Mühleder ein Auslandssemester am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston, dem Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School. Dort schrieb er seine Masterarbeit. 2016 erhielt er dafür in der Kategorie "Research Beyond Borders" den von Boehringer-Ingelheim gestifteten INiTS Award. Auf den Master-Abschluss am Technikum folgte dann die Dissertation an der Medizinischen Universität Wien.

Nun bereitet sich Mühleder auf einen Aufenthalt am Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares vor, einem renommierten Forschungsinstitut in Madrid. Dieser Aufenthalt wird ihm durch ein Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium des FWF ermöglicht. 

Bei allen Erfolgen geht der junge Wissenschafter nicht blauäugig in die Zukunft: „Laut einschlägigen Studien schaffen es nur sechs Prozent nach PhD und Postdoc in eine Festanstellung oder Professur.“ Den Versuch ist es für Mühleder aber auch wert. Den angehenden KollegInnen gab Mühleder noch eine Reihe von Tipps mit auf den Weg, darunter: „Sichtbar sein, Präsentationen halten, Resultate herzeigen, selbst wenn man sie nicht für berauschend hält.“ Und: „Brennen, aber nicht ausbrennen!“