Frauen@FHTW: Beruflichen Alltag gibt es keinen

Serie Frauen@FHTW: Heidemarie Fuchs
Heidemarie

Frau Fuchs, Sie sind am Institut für Biochemical Engineering im Bereich Lehre und Koordination tätig. Wie sieht ihr Arbeitsalltag an de FH Technikum Wien genau aus?

Alltag gibt es keinen. Und das ist das Schöne daran. Mein Beruf bietet viel Abwechslung und wenig Routine. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend. Darum kann ich gar nicht sagen, wie genau ein typischer Tag aussieht, aber meine Aufgaben umfassen unter anderem Vorbereitung und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, Noteneintragungen, die Koordination des nächsten Semesters, Besprechungen und viel Arbeit in den Labors.

Das klingt wirklich sehr interessant. Haben Sie sich für diesen Job auch beworben?

Ja, das war 2007. Aber seither hat sich diese Stelle stark weiterentwickelt und wurde ausgebaut. Ich habe mit viel weniger Stunden begonnen. Später ist dann die Koordination von Projekten und wissenschaftlichen Arbeiten dazu gekommen.

Apropos wissenschaftliche Arbeiten: Was haben Sie studiert?

Ich bin sozusagen eine Quereinsteigerin, komme aus keiner technischen Richtung, sondern aus dem Bereich Ernährungswissenschaften. Damit habe ich meine Ausbildung begonnen, später bin ich umgestiegen und habe Biochemie – im Speziellen Immunologie und Allergologie – studiert. Nach meiner Dissertation auf diesem Gebiet wurde mir im AKH Wien eine Postdoc-Stelle angeboten. Dort war ich dann auch bis zur „Kinderpause“ tätig. Als Mutter war eine 60 bis 70-Stunden-Woche nicht denkbar für mich. Genauso undenkbar war aber auch ein Teilzeit-Job, in dem ich meine Ausbildung nicht brauche. Ich wollte eine qualifizierte Teilzeit-Stelle, die mich interessiert und fordert. Und diese habe ich schnell gefunden: an der FH Technikum Wien. Das  war auch die einzige Bewerbung, die ich geschrieben habe und daraus ist was geworden. Das war schön, weil ich die Stelle unbedingt wollte!

Was hat die Stelle an der FH Technikum Wien für Sie so attraktiv gemacht?

Konkret waren es zwei Dinge: Einerseits natürlich die Vereinbarkeit mit meiner Rolle als Mutter und andererseits fand ich das Thema einfach sehr spannend und fordernd. Es war genau diese qualifizierte Teilzeit-Stelle, die ich gesucht habe.

Das heißt, sie gehen voll auf in Ihrem Beruf. Ist Weiterbildung noch immer ein Thema?

Ja, tagtäglich. Ich kriege nur kein Zertifikat dafür (lacht). Der Bereich in dem ich arbeite entwickelt sich ständig weiter und man muss permanent am Laufenden sein und sich in Themen einlesen, um am aktuellen Stand der Wissenschaft zu bleiben. Ich lerne täglich etwas Neues dazu. Abgesehen davon nutze ich gerne das Weiterbildungsangebot der FH, weil es immer wieder spannende Angebote gibt.

Was ist für Sie die größte Herausforderung in Ihrem Beruf?

Die Challenge ist, auf die Bedürfnisse der Studierenden einzugehen und gleichzeitig die Ziele der Hochschule zu berücksichtigen. Das fällt speziell in den Bereich der Beurteilung. Die Absolventinnen und Absolventen der FH Technikum Wien bekommen eine qualitative Ausbildung und haben ein bestimmtes Niveau. Wenn Studierende die geforderten Leistungen nicht oder nur zum Teil erfüllen können, ist es nicht immer leicht, ihnen zu sagen, dass der Weg hier erst mal zu Ende ist.

Was bedeutet Karriere für Sie?

Eine schwierige Frage, weil das Wort sehr breit definiert werden kann. Ich empfinde nicht, dass ich Karriere mache. Ich mache meine Arbeit gerne und das ist mir wichtig. Vielleicht bedeutet Karriere aber, immer einen Schritt weiter zu kommen, Ziele vor Augen zu haben und den Weg zu gehen. Dieser Weg ist für mich noch nicht zu Ende, da gibt es noch einige Möglichkeiten. Karriere bedeutet auch, wie viel Verantwortung man für andere Leute hat – je größer der Verantwortungsbereich, umso größer ist die Karriere. Ich bin nur ein kleines Rad und mein Verantwortungsbereich ist für mich derzeit genau passend und angenehm. Ich will meinen Arbeits- und Verantwortungsbereich aber weiter ausbauen.

Das bedeutet, die FH fördert auch Möglichkeiten, den Karriereweg weiter zu gehen?

Ja, sicher. Nicht zu jeder Zeit, aber es gibt Möglichkeiten und viel liegt auch an einem selbst. Ich denke, es ist wichtig, dass man weiß, was man will. Wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, dann erreicht man das auch.

Welchen Tipp haben Sie für Frauen, die an der FH Technikum Wien Karriere machen möchten?

An sich selbst glauben und genau wissen was man will. Und man darf nicht vor Hindernissen oder Rückschlägen zurückschrecken oder sich von Fehlern entmutigen lassen. Außerdem denke ich, dass alles lernbar ist, auch wenn es Anfangs noch so kompliziert klingt. Wenn man an sich glaubt und weiß, was man will, dann kann man alles schaffen, vorausgesetzt es ist auch das Richtige. Jeder Mensch hat besondere Begabungen und Potentiale. Diese muss man entdecken und richtig einsetzen.

Vielen Dank für das Interview!

Ab sofort stellen wir einmal monatlich eine Mitarbeiterin der FH Technikum Wien und ihre Tätigkeit vor. Das nächste Interview folgt im März.