Frauen@FHTW: Die Initiative ergreifen!

Bahar Kasiri (c) FHTW

Seit wann arbeiten Sie an der FH Technikum Wien, Frau Kasiri?

Ich habe im Dezember 2008 als Studiengangsassitentin im Bachelor-Studiengang Sports Equipment Technology begonnen. Und seit knapp zwei Jahren unterrichte ich auch.

Neben der Assistenz haben Sie also auch noch einen Lehrauftrag. Wie sind Sie zur Lehre gekommen?

Meine ursprüngliche Stelle als Studiengangsassistentin war befristet auf acht Monate. Danach war eigentlich mein zweites Master-Studium in Wirtschaftspädagogik geplant. Aber ich bekam die Möglichkeit, an der FH Technikum Wien zu bleiben. Diese Chance habe ich ergriffen – jedoch unter der Bedingung, mehr als 30 Stunden zu arbeiten. So habe ich zunächst administrative Tätigkeiten in Forschungsprojekten übernommen und in die Lehre hat es mich eher durch Zufall verschlagen. Ein Lektor hat seine Stunden in den Lehrveranstaltungen Rhetorik und Kommunikation reduziert. Aufgrund meiner Ausbildung, ich habe Wirtschaft studiert, und meinen Erfahrungen im Bereich Rhetorik und Kommunikation hatte ich bereits gute Voraussetzungen, diese Bereiche zu unterrichten.

Das heißt, Sie sind einfach als Lektorin eingestiegen?

Nicht ganz so einfach. Ich habe zunächst den Kollegen in die Lehrveranstaltungen begleitet, um von ihm zu lernen. Außerdem habe ich zusätzlich Weiterbildungen am WIFI besucht, um meine Kompetenzen im Bereich Kommunikation, Rhetorik und auch Kreativitätstechniken aufzufrischen. Heute teilen mein Kollege und ich uns die Lehrveranstaltungen. Im Master-Studiengang lehre ich Kreativitätstechniken und im Bachelor-Studiengang Rhetorik und Kommunikation.

Sie haben sich also im Laufe Ihrer Tätigkeit an der FH Technikum Wien auch weitergebildet.

Ja, einerseits habe ich mehrere interne Weiterbildungsangebote genutzt, andererseits eben die Weiterbildung am WIFI. Darüber hinaus bin ich auch seit Juni 2013 zertifizierte Gender Beraterin weil mir dieses Thema besonders am Herzen liegt und ich dankenswerterweise seitens der FH die Möglichkeit bekommen habe, diese Ausbildung zu absolvieren. Grundsätzlich spielt Weiterbildung für mich eine große Rolle. Ich finde es wichtig, am Ball zu bleiben und das eigene Wissen aufzufrischen und voranzutreiben.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Die Zusammenarbeit mit Studierenden und mit dem Sports Equipment Technology-Team, da wir mittlerweile viel mehr als nur KollegInnen sind!

Und umgekehrt – wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Ihrem Job?

Die größte Herausforderung für mich ist, sozusagen alle zufrieden zu stellen – von den Studierenden, bis hin zur Studiengangsleitung – und auch mich selbst! Das ist nicht immer leicht.

Das bedeutet, Sie setzen hohe Erwartungen in sich selbst?

Ja, ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst. Mir ist es sehr wichtig, mich weiterzuentwickeln. Die Zeit steht nicht still. Es gibt laufend neue Entwicklungen, vor allem in der Technik. Da darf auch ich nicht stehen bleiben.

Weiterentwicklung ist also ein wichtiges Thema. Und was bedeutet Erfolg für Sie?

Wenn ich mit mir, meiner Arbeit und meinem Leben zufrieden bin. Und wenn ich keine Scheu habe, Herausforderungen anzunehmen und sie für mich und alle Beteiligten zufriedenstellend bewältige. Dann habe ich das Gefühl erfolgreich zu sein.

Haben Sie einen Tipp für Frauen, die an der FH Technikum Wien Karriere machen wollen?

Ich finde es wichtig, Selbstvertrauen zu haben und den Mut, Herausforderungen anzunehmen. Am Ende ist es egal, ob man es schafft oder nicht. Hauptsache man hat es probiert! Auch ein bisschen frech sein schadet nicht. Ich denke, Frauen sind in der Verantwortung gewisse Sachen einfach einzufordern – zumindest sollten sie es versuchen! Auch Ehrgeiz und Engagement sind sehr wichtig. Damit zeigst du, dass du mehr erreichen willst. Ich empfehle, selbst die Initiative zu ergreifen, um voran zu kommen. Und noch ein kleiner Tipp: Technisches Vorwissen ist nicht unbedingt notwendig, um an einer technischen FH erfolgreich zu sein. Es gibt unterschiedlichste Bereiche und Möglichkeiten, um das eigene Potential einzusetzen.

Das sind tolle Tipps – danke dafür und für das Interview!

Einmal im Monat wird eine Mitarbeiterin der FH Technikum Wien und ihre Tätigkeit vorgestellt. Im April gibt es das nächste Interview.