Frauen@FHTW: Erfolg ist nichts Eigenes

Frauen an der FHTW - Patricia Kafka

Für die erste Ausgabe im neuen Jahr der Serie „Frauen@FHTW“ unterhielten wir uns mit DI (FH) Patricia Kafka. Sie gehört zum Kernteam des Instituts für Sports Engineering & Biomechanics. Neben der stellvertretenden Studiengangsleitung des Master-Studiengangs Sports Equipment Technology, ist sie mit der Lehrtätigkeit betraut und hat seit September 2014 die Projektleitung von „REHABitation“ über.

Frau Kafka, seit wann sind Sie an der FH Technikum Wien?

Ich bin durch mein Studium, also als Studentin an die FH gekommen. 2003 habe ich mein erstes Semester in Sports Equipment Technology begonnen, damals noch ein Diplom-Studium.

Wie kam es zum Übertritt auf die andere - berufliche - Seite der FH?

Während des Studiums habe ich die Möglichkeit bekommen, Teilzeit in der Projektadministration/Projektverwaltung des Instituts zu arbeiten. Auch mein Berufspraktikum habe ich an der FH absolviert. Am Ende meines Studiums wurde ich dann in Vollzeitanstellung übernommen. Zu der organisatorischen Unterstützung von Institutsleiter Anton Sabo kam dann die Lehrtätigkeit in den Studiengängen sowie F&E – Koordination dazu.

Welchen Berufswunsch hatten Sie in der Schule?

So genau wusste ich das damals nicht, man ist halt einfach noch sehr jung. Ich wollte nur unbedingt etwas mit Sport machen (lacht). Ich habe auch nicht viel darüber nachgedacht, dass Technik nichts für mich wäre geschweige denn dass ich es nicht könnte. Deswegen habe ich mich dann für SET entschieden,  damals ein junger Studiengang, ich war selbst erst im 2. Jahrgang!

Quasi seit Beginn an dabei?

Das SET ein Studium am Beginn seiner Entwicklung war führte natürlich dazu, dass im Laufe der Zeit immer mehr Ressourcen am Institut benötigt wurden: Studierendenzahlen erhöhten sich, Labors waren im Aufbau, Kooperationsprojekte entstanden, die Umstellung auf Bachelor und Master, immer mehr Organisatorisches etc. Mein erstes Projekt war etwa damals „Fit für Österreich“, bei dem wir mit dem Bus durchs Land gefahren sind und die Fitness und Beweglichkeit der ÖsterreicherInnen getestet haben.

Konnten Sie sich an der FH weiterentwickeln?

Ja! Genauso wie sich das Institut entwickelt hat, haben sich auch meine Aufgaben und Projekte mit der Zeit entwickelt. Die Vielseitigkeit der Aufgaben ist eine Herausforderung, aber sehr interessant. Auch meine Lehrveranstaltungen sind inhaltlich und organisatorisch abwechslungsreich. Es ist gut, wenn sich keine gefestigte Routine einschleicht. Ebenfalls habe ich 2013/14 mit Kolleginnen die Zusatzausbildung zur Gender & Diversity Beraterin absolviert.

Sie konnten sich also nicht nur weiterentwickeln, sondern auch weiterbilden?

Generell bietet die FH ihren MitarbeiterInnen gute Angebote zur Weiterentwicklung an. Ich selber nutze vor allem die Didaktik-Seminare, um mich didaktisch, aber auch rhetorisch up to date zu halten. Ebenfalls positiv sehe ich die Formierung von Arbeitsgruppen. Hier können sich die MitarbeiterInnen aktiv in die Entwicklung der FH einbringen.

Erfolg ist…

…individuell! Es kommt auf die Persönlichkeit an, wie man Erfolg definiert. Die ersten Assoziationen zu Erfolg sind meist: aufsteigen, Karriereleiter, mehr Geld etc. , aber Erfolg ist für mich auch der Weg an sich und dieser sollte vor allem geschätzt werden! Auf diesem Weg zählen aber auch die zwischenmenschlichen Beziehungen die wir haben. Allein schafft man selten etwas, aber gemeinsam mit Menschen, die dich motivieren, unterstützen und inspirieren, gelingt es. Erfolg ist individuell, aber nichts Eigenes.

Einen Rat für Ihre Studentinnen und Kolleginnen?

ch habe einen Rat für alle Männer: Gebt Frauen eine gleichwertige Chance! Im technischen Bereich wird manchmal von Frauen mehr verlangt als von Männern. Frauen müssen aber nichts besser können. Ich finde die Konzentration auf die Thematik „Frauen in der Technik“ generell gut, weil Frauen in der Technik benötigt werden, aber Männer müssen auch die Chancen dazu geben.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Glücklich sein! Manchmal muss ich mich schon daran erinnern zu lachen. Etwa in der U-Bahn , wenn alle rundherum eine triste Miene haben, dann denke ich mir: lächeln! Das hilft schon und es gibt ein gutes Gefühl. Es bestehen selten Gründe, um schlecht drauf zu sein. Einen Spruch, den ich irgendwann mal aufgeschnappt und mir behalten habe: Urteile nie über jemanden, wenn du nicht zumindest einen Mond lang in seinen Schuhen gesteckt bist.