Musterprojekt für die sozialverträgliche, energieautonome Stadt

Korneuburg will in 20 Jahren energieautonom und CO2-neutral sein. Im Rahmen eines Forschungsprojekts leistet die FHTW dazu einen Beitrag.

Bis zum Jahr 2036 möchte die niederösterreichische Bezirkshauptstadt Korneuburg sowohl energieautonom als auch CO2-neutral sein. Einen Beitrag dazu leistet das vom Klima- und Energiefonds geförderte Projekt Way2Smart Korneuburg, zu dessen Konsortium auch die FH Technikum Wien gehört.

Zwei große Wohnbauten in Gemeindeeigentum werden in den nächsten Jahren generalsaniert und mit Erneuerbaren Energietechnologien ausgestattet. Gleichzeitig soll ein Mobilitätsknoten – angedacht sind Carsharing, E-Mobilität, Infrastruktur für Fahrräder –  Alternativen zur PKW-Nutzung liefern.

„Ein besonderer Fokus liegt darauf, Altes und Neues zu verbinden und das Ganze auch sozialverträglich zu gestalten“, sagt Momir Tabakovic vom Institut für Erneuerbare Energien der FHTW. „Es ist also kein reines Technologieprojekt.“ Stattdessen wird auf Akzeptanz bei und Abstimmung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern geachtet. 

Way2Smart Korneuburg

Die beiden in die Jahre gekommenen Gemeindebauten werden ins 21. Jahrhundert geführt.

Nachdem von Seiten der FH bereits 2013 eine Energieraumanalyse zur energetischen Ausgangslage in Korneuburg erstellt worden ist, besteht die Aufgabe der MitarbeiterInnen des Technikum nun darin, die Maßnahmen an den Gebäuden und die Erweiterung der Basis-Typologien in eine Energieautonomie-Plattform einzubinden. In diese Datenbank fließen alle Energiedaten und reellen Messwerte aus bestehenden Messsystemen. Damit verbunden ist die Darstellung des Mehrwertes der Gesamtlösung gegenüber Einzellösungen und die Implementierung eines permanenten Verbesserungsprozesses.

So können die Ergebnisse auf den Energieautonomiegrad der Stadt Korneuburg umgelegt werden. In fünf begleitenden Master-Arbeiten von FH-Studierenden werden unter anderem Innovative Energieversorgungsszenarien und Optimierungen von Smart Mobility Maßnahmen durchgeführt.

Die Wohnbauten sollen am Ende über eine zeitgemäße Energieversorgung verfügen, ihren Beitrag zu den Langfrist-Zielen der Stadt liefern, aber zugleich leistbar für die Mieterinnen und Mieter bleiben. Als Muster-Projekt sollen sie in Hinblick auf weitere Stadtbereiche demonstrieren, was möglich ist.