Neuer FH-Bachelor-Studiengang für einen starken Industriestandort Österreich: FMMI fördert Ausbildungsangebot für Maschinenbau

Mag. Harald Rankl, stv. Geschäftsführer FMMI; Dr. Lothar Roitner, Obmann FH Technikum Wien, Geschäftsführer FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (Copyright: Thomas Preiss)
Mag. Harald Rankl, stv. Geschäftsführer FMMI; Dr. Lothar Roitner, Obmann FH Technikum Wien, Geschäftsführer FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (Copyright: Thomas Preiss)

Der Fachverband der Maschinen & Metallwaren Industrie (FMMI) fördert mit dem FH-Bachelor-Studiengang Maschinenbau an der Fachhochschule Technikum Wien (FHTW) ein neues Ausbildungsangebot in Wien, um dem Fachkräftemangel in der Maschinen- und Metallwarenindustrie besonders bei Technikern aktiv entgegen zu wirken. Der FMMI unterstützt, in der Form als Fachverband einmalig, jeden fünften der insgesamt 60 Studienplätze pro Jahrgang finanziell.

"Der neue FH-Studiengang Maschinenbau ein wichtiges Ausbildungsangebot in Österreich. In unserer Branche wird eine Kombination aus akademischer und praxisorientierter Ausbildung immer stärker nachgefragt. Mit unserer breit angelegten Unterstützung wollen wir versuchen, die Lücke zwischen Absolventen der HTL und der Technischen Universität zu schließen", so Christian Knill, Obmann des FMMI und CEO der KNILL Energy Holding GmbH.

Berufsbild im Wandel: FH Technikum Wien startet Maschinenbau mit Fokus auf Praxis

Das Berufsbild in der Maschinen und Metallwaren Industrie (MMI) veränderte sich in den letzten Jahren sehr stark und setzt neue Maßstäbe an die Ausbildung. Die Aufgabenbereiche für neue komplexe Fertigungstechniken, beispielsweise der Umgang mit neuen Materialien,  oder die Programmierung von Produktionsrobotern, erfordern eine zunehmende Höherqualifizierung. 2013 fanden die ersten Gespräche zwischen der FH Technikum Wien und dem FMMI statt, um eine akademische, aber dennoch praxisorientierte Ausbildungsschiene zu entwickeln.

"2014 – nach nur 12 Monaten – ist der Studiengang auf Schiene. Es ist dies der erste FH-Bachelor Studiengang Maschinenbau in Wien", zeigt sich Lothar Roitner, Obmann FH Technikum Wien und Geschäftsführer FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, erfreut. "Der FEEI leistete dem Ausbildungsangebot Geburtshilfe. Unsere Erfahrungen der letzten 20 Jahre, Studiengänge für die Bedürfnisse der Industrie zu entwickeln, waren ausschlaggebend für die rasche Umsetzung", so Roitner weiter.

"Mit der FH Technikum Wien haben wir eine Bildungsinstitution als Partner gefunden, die nicht nur die größte rein technische Fachhochschule in Österreich ist, sondern auch über jahrzehntelange Erfahrung und enge Verbindungen mit der Industrie verfügt. Für den FMMI ein wesentlicher Aspekt für die Entscheidung, mit der FHTW zu kooperieren", erklärt Knill.

Zukünftige Arbeitsplätze vorwiegend im Bereich der industrienahen Dienstleistungen

Die Absolventen des FH-Bachelor-Studiengangs Maschinenbau werden vorwiegend im Bereich der industrienahen Dienstleistungen wie beispielsweise den Anbietern von Engineering-Dienstleistungen oder auch Forschungs- & Entwicklungseinrichtungen und in Zivilingenieurbüros ihre Jobs finden. Hier ergibt sich im Einzugsgebiet Wien mit aktuell 542.000 Beschäftigten das größte Arbeitsmarktpotenzial.

Davon sind rund 50.000 Beschäftigte direkt in der Maschinen- und Metallwarenindustrie tätig. Innerhalb der Branche ist der Maschinen- und Anlagenbau mit einer großen Fertigungstiefe und einem sehr hohen Anteil von Einzel- und Kleinserienfertigung charakteristisch. Es zeigt sich zudem ein Trend zu industriellen Dienstleistungen wie Reparaturen oder Installationen – hier war laut Statistik Austria im Jahr 2013 eine Steigerung von 3,5 Prozent (im Vgl. 2012) zu verzeichnen.

Hohe Nachfrage nach FH-Absolventen: 300 würden sofort einen Job finden

Die Bedarfs- und Akzeptanzanalyse des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) ergab im Vorfeld des Studiengangs eine große Bandbreite an Einsatzfeldern für die Qualifikationsstufe Bachelor. Rund 50 Prozent der befragten Unternehmen sehen einen Mangel an höher qualifizierten technischen Fachkräften im Maschinenbau, insbesondere im Einzugsgebiet Wien. Von den derzeit rund 3.000 offenen Stellen österreichweit wären 300 Angebote auch für Bachelor-Absolventen geeignet. 80 Prozent der Befragten würden Bewerber mit dem Berufsbild der FH-Absolventen einstellen.

Die Industrie ist für neue Ausbildungswege offen. Besonders die Kombination aus fachlicher Ausbildung gekoppelt mit sozialen Kompetenzen eröffnet den FH-Absolventen nach einer Einstiegsphase langfristig alle Möglichkeiten einer erfolgreichen Karriere in den Unternehmen.

Größter Industriezweig in Österreich

Die Maschinen und Metallwaren Industrie (MMI) ist der größte Industriesektor in Österreich mit einem Produktionswert von 34,5 Milliarden Euro im Jahr 2013. Die 1.200 Unternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten erwirtschaften rund fünf Prozent des BIP und haben einen 25 prozentigen Anteil an der österreichischen Industrie. In der starken KMU-Struktur arbeiten 61 Prozent der Beschäftigten in einer Unternehmensgröße von weniger als 249 Mitarbeitern. 80 Prozent der Betriebe sind in Familienunternehmen und weisen einen starken Bezug zum Wirtschaftsstandort Österreich auf.

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