Reise nach Ulaanbaatar

Das Institut für Erneuerbare Energie an der FH Technikum Wien blickt auf eine langjährige Projektpartnerschaft mit den Ländern China, der Mongolei und Äthiopien im Rahmen des Studienschwerpunktes „ENERGYbase International“ zurück. Diese Partnerschaften befassen sich mit den Themenbereichen energieeffiziente und klimaadaptive Baukultur sowie Stadtentwicklung. In beispielhaften Projekten widmen sich die Studierenden im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten Aufgabenstellungen, die realen Plänen folgen und versuchen so für Gebäude oder ganze Stadtgebiete möglichst nachhaltige Alternativszenarien auszuarbeiten.

Im Wintersemester 2015/16 widmete sich eine Gruppe aus 8 Studierenden einem Neubaugebiet am Stadtrand von Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. Eines der größten Bauunternehmen der Mongolei, die Nomin Construction & Development Group (NCD) plant und errichtet derzeit auf dem rund 70.000 m² großen Areal großzügige Anwesen auf Basis von Einfamilienhäusern. Die Studierenden der FH Technikum Wien nahmen dies zum Anlass um ein alternatives Szenario zu entwickeln, das zum einen eine qualitativ hochwertige Bebauungsstruktur sowie ein nachhaltiges Energieversorgungs- und Erschließungskonzept vorsieht und zum anderen eine Gegenposition zum Einfamilienhaus darstellt, da dieses hinsichtlich der Flächeninanspruchnahme, Zersiedelung und niedrigeren Effizienz kein Zukunftsmodel sein sollte. Das folgende Rendering in Abbildung 1 zeigt Beispielhaft das entwickelte Konzept seitens der Studierenden der FH Technikum Wien.

 

 

In der letzten Jännerwoche 2016 war es dann soweit – es galt in die Mongolei zu reisen um das Projekt vorzustellen, um dieses weiter zu vertiefen. Vom 20. bis zum 30. Jänner machten sich daher 6 Studierende und 2 Betreuer des Studiengangs Bachelor Urbane Erneuerbare Energietechnologien der FH Technikum auf, um die Mongolei zu erkunden. Da die Reise aber genau in die kälteste Jahreszeit fiel, war dies auch hinsichtlich der vorherrschenden klimatischen Bedingungen mit Außentemperaturen im Bereich von -30°C für alle Beteiligten eine gewisse Herausforderung.

Doch schon kurz nach der Ankunft zeigte sich, dass diese Herausforderungen für keinen der Mitreisenden wirklich zutage treten würden, denn über die gesamte Reise hinweg wurden wir von unseren Partnern an der Mongolian University of Science and Technology (MUST) bestens unterstütz. Die vielzitierte Mongolische Gastfreundschaft war somit umgehend bestätigt.

Die Exkursion war gefüllt mit einem abwechslungsreichen Programm bestehend aus Laborbesichtigungen, Lehrveranstaltungen im Themenbereich Gebäudetechnik, Workshops und Präsentationen sowie einem Rahmenprogram, das seinesgleichen suchte. Wir staunten nicht schlecht, als wir von unserem Projektpartner Prof. Munkhbayar im Namen der MUST zu einer Hundeschlittenfahrt und Wanderung durch die mongolische Steppe eingeladen wurden.

Inhaltlicher Höhepunkt war sicherlich die Präsentation des Bachelorprojekts der Studierenden vor Offiziellen der MUST und VertreterInnen des mongolischen Bauunternehmens NCD sowie die anschließende Diskussion. Die Studierenden waren sichtlich stolz, dass ihr Alternativkonzept zu dem Neubaugebiet Anklang bei dem Unternehmenspartner fand. Dieser beidseitig positive Eindruck konnte am darauffolgenden Tag noch im Rahmen einer gemeinsamen Exkursion mit dem Bauunternehmen zum Planungsareal und zu weiteren Bauprojekten rund um die Stadt Ulaanbaatar verfestigt werden.

Abschließend bleibt es, all denen zu danken, die diese Studienreise ermöglicht haben – dem Center for International Relations, der Mongolian University of Science and Technologie vor allem Prof. Munkhbayar und seinem Team, dem mongolischen Unternehmen NCD, dem Eurasia-Pacific UNINET, der Leitung des Instituts für Erneuerbare Energien sowie den Studierenden, die diese Reise zu einem tollen Erlebnis gemacht haben. Auch wenn wir ob der Eiseskälte nicht selten zitterten, war es für alle ExkursionsteilnehmerInnen sicherlich nicht die letzte Reise in die Mongolei - beim nächsten Mal dann aber doch wahrscheinlich im Sommer.

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Lukas Maul, MSc

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