Serie Frauen@FHTW: Sich einfach trauen!

Sylvia Geyer

Frau Geyer, wann und wie hat Ihre Karriere an der Fachhochschule Technikum Wien begonnen?

Ich habe im Jahr 2010 als externe Lektorin an der FH Technikum Wien begonnen – damals nur in einzelnen Lehrveranstaltungen im Fernstudiengang Wirtschaftsinformatik. Ich war zu dieser Zeit im Projektmanagement tätig und nebenberuflich Lehrende. Auch davor habe ich schon unterrichtet, um mir das Studium zu finanzieren. Das Lehren hat mir immer schon Spaß gemacht. Im Wintersemester 2011 habe ich mich dann voll dafür entschieden und bin seither fix angestellte Mitarbeiterin der Fachhochschule.

Was haben Sie denn studiert?

An der TU Wien habe ich das Magisterstudium Wirtschaftsinformatik absolviert, anschließend an der WU Wien das Doktorats-Studium. Und jetzt bin ich im Institut für Wirtschaftsinformatik.

Salopp gesagt: Wirtschaftsinformatik ist genau Ihr Ding!

Das stimmt! Ich habe schon in der Kindheit gerne meinem Vater und meinem Bruder bei der Arbeit am PC zugesehen. Und irgendwie klar, dass ich auch etwas in Richtung Informatik machen werde.  Im Gymnasium war der Informatikunterricht  damals nicht besonders ausgeprägt. Aber durch mein persönliches Interesse an diesem Bereich bin ich dran geblieben und hab mich für das Wirtschaftsinformatik-Studium an der TU entschieden.

Heute sind Sie auch Trainerin in der LLL Academy der FH Technikum Wien. Spielt Weiterbildung für Sie persönlich auch eine Rolle?

Absolut. Ich denke, ohne Weiterbildung entsteht eine Art Stillstand. Und bis zu einem gewissen Grad ist Weiterbildung meiner Meinung nach ein Muss. Gerade im Bereich der Wirtschaftsinformatik gibt es laufend neue Entwicklungen. Dass man sich mit neuen Technologien und Weiterentwicklungen beschäftigt ist für mich selbstverständlich. Aber zusätzlich lege ich Wert darauf, den laufenden Erfahrungsaustausch und Wissensaustausch aufrecht zu erhalten. Auch in den Bereichen Präsentationstechnik oder Didaktik bilde ich mich laufend weiter und tausche mich mit Wissenschaftlern und KollegInnen aus. Mir ist es wichtig, dass sich immer etwas Neues tut, dann macht der Beruf auch Spaß!

Was bedeutet Karriere für Sie?

Einen Job zu haben, den ich jeden Tag gerne mache, der mich fordert und meine Stärken fördert. Karriere ist für mich auch, immer etwas Neues zu versuchen, an dem ich mich selbst ausprobieren kann.

Was sind die Herausforderungen in Ihrem Beruf? Und welchen Herausforderungen müssen sich speziell Frauen in einem technischen Umfeld stellen?

Ehrlich gesagt spielte es auf meinem bisherigen beruflichen Weg keine Rolle, dass ich eine Frau bin – das war nie ein Thema. Ich wurde immer nach meinem Können und meiner Leistung beurteilt, von Anfang an. Die Lehre an sich ist eine Herausforderung. Man muss sich selbst präsentieren in einem Raum mit mehreren Leuten. Mann soll Aufmerksamkeit und Interesse wecken, um die Studierenden dort hinzubekommen, wo man sie haben will. Das ist jeden Tag aufs Neue fordernd!

Gab es auf Ihrem Karriereweg Faktoren, die Sie besonders unterstützt haben?

Ich habe sehr nette Kolleginnen und Kollegen, die mich von Anfang an unterstützt haben und mir erklärt haben, wie hier alles abläuft. Das Team hier ist einfach super. Wir helfen uns gegenseitig mit konstruktivem Feedback und diskutieren viel über neue Ideen und Möglichkeiten. Die Kolleginnen und Kollegen haben mich schon oft überzeugt, Neues auszuprobieren. Das macht einfach Spaß und die Arbeit bleibt dadurch interessant.

Haben Sie einen Tipp für andere Frauen, die an der FH Technikum Wien Karriere machen wollen?

Sich einfach trauen und Dinge ausprobieren! Erst dadurch erfährt man, ob etwas das Richtige ist. Wenn man etwas ausprobiert, lernt man nicht nur fachlich, sondern auch viel über sich selbst! Frauen sind tendenziell etwas zurückhaltender oder selbstkritischer. Aber typischerweise kann man mehr als man glaubt!

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Habe ich etwas nicht gefragt, was Sie gerne noch gesagt hätten?

Ja, ich finde es wichtig, das Interesse für Technik bei Kindern so früh wie möglich zu wecken – speziell bei Mädchen! Es ist so schade, dass immer noch wenige Mädchen und Frauen sich für eine technische Ausbildung entscheiden. Denn es ist wirklich nicht so schwer, wie es scheinen mag. Und man hat im technischen Bereich so viele Möglichkeiten. Technik ist so kreativ und spannend! Daher würde ich so früh wie möglich versuchen, die Begeisterung für Technik zu wecken.