Sportpraktische Messwoche im Master Sports Equipment Technology

Anfang des 1. Semesters werden die Studierenden des Master-Studiengangs Sports Equipment Technology in Gruppen eingeteilt, um im Zuge einer Lehrveranstaltung zum Teil selbst gewählte Forschungsfragen zu bearbeiten. Im Labor wird alles für die Messungen vorbereitet, die dann in der Sportpraktischen Messwoche (eigene LV) durchgeführt werden sollen.

 

Die Sportpraktische Messwoche selbst umfasst sieben Tage in denen alle Messziele erreicht werden müssen – unabhängig davon, welche Wetterbedingungen herrschen. Denn auch SpitzensportlerInnen sind gezwungen, bei jedem Wetter zu trainieren und ihre Sportgeräte dementsprechend einzusetzen.  In dieser Woche lernen die Studierenden, was es bedeutet, Messungen außerhalb des Labors unter zum Teil extremen Bedingungen durchzuführen.

 

Die schützende Wärme im Labor fehlt, Akkulaufzeiten reduzieren sich, es kommt zu einem Temperaturdrift bei elektronischen Bauteilen. Nebenbei  muss auch für Verpflegung gesorgt werden; sollte etwas fehlen muss man zurück ins Quartier und verliert kostbare Zeit. Werden Bauteile während der Messung defekt, benötigt man ein Backup oder – wenn es nicht auf der Piste repariert werden kann – muss  zur Reparatur und Fehlersuche zurück ins Quartier.

 

 

Nach den Messungen erfolgt die Sichtung und Auswertung der Daten. Jeden Abend gibt es eine Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse, Probleme oder Unklarheiten bei der Dateninterpretation. Die Studierenden müssen – so wie in der Praxis auch – schnell reagieren. Wer weiß, ob morgen alles funktioniert; wer weiß wie morgen das Wetter wird. Es bleiben nur wenige Tage Zeit.

 

Die Projektgruppen und ihre Messungen

Diese Gruppe erfasste den Kniewinkel mit einem selbst gebauten Goniometer während des Skibergsteigens und verglich diesen für zwei verschiedene Bindungsarten.

 

Die Aufgabe dieser Gruppe war es, den Skischwunganfang und das Skischwungende mittels IMU (Inertial Measurement Unit) zu detektieren. Hierfür wurde eine IMU an drei verschiedenen Positionen befestigt und die für die Detektion idealste Position bestimmt. Als Referenz wurde die Videoaufnahme der Abfahrt herangezogen.

Diese Gruppe entwickelte eine Messmethode um die Temperatur und Feuchtigkeit in einem Snowboard-Boot zu erfassen. Da der Komfort eines Boots auch von der Temperatur- und Feuchtigkeitsentwicklung in dessen Inneren abhängt, soll diese Messmethode zur Klassifizierung herangezogen werden.

Diese Gruppe berechnete die auftretenden Momente im Knie nach einem Sprung mit einem Snowboard. Hierfür verwendete sie Druckmesssohlen zur Erfassung der Kräfte und eine 2D-Videoanalyse zur Bestimmung des Hebelarms. Die Berechnungen der Momente erfolgte in einer selbst programmierten Applikation.

Diese Gruppe verglich zwei verschiedene Messsysteme zur Bestimmung des Kniewinkels während des Skifahrens. Einmal mittels selbst gebautem Goniometer und einmal mittels IMUs (Inertial Measurement Units). Die Genauigkeit beider Systeme wurde zuerst bei Messungen im Labor ermittelt. Hier diente die Erfassung des Kniewinkels mittels 2D-Videoanalyse als Referenz. Während der Sportpraktischen Messwoche wurde die Genauigkeit der beiden Systeme im Feld ermittelt.