Terminologiemanagement für das österreichische Gesundheitswesen

Von Dezember 2012 bis Dezember 2013 wurde vom Institut für Information Engineering & Security ein Terminologieserver mit Kollaborationsumgebung für das österreichische Gesundheitswesen erarbeitet. FH-Prof. DI Alexander Mense undPhilipp Urbauer, MSc arbeiteten in dem vom Bundesministerium für Gesundheitfinanzierten Projekt zusammen mit Vertretern der FH Dortmund und der ELGA GmbHan der Entwicklung des Systems zum Management von Terminologien im österreichischen und deutschen Gesundheitswesen.

Nur wenn in allen beteiligten Systemen die gleichen Codes verwendet werden, ist es möglich, die Daten, die zwischen Medizin-IT-Systemen ausgetauscht werden, korrekt zu interpretieren und zu verarbeiten (semantische Interoperabilität). Dazu ist es notwendig, dass die Codes und ihre Bedeutung bei einer vertrauenswürdigen Quelle zuverlässig zur Verfügung stehen. Diese notwendige Funktion wird durch die Infrastrukturkomponente „Terminologieserver“ unterstützt.

Der Terminologieserver findet Anwendung als eine zentrale Komponente innerhalb der nationalen österreichischen Gesundheitsakte ELGA. Zum einen schafft der öffentliche Teil des Systems einen Ort, um Codes zu recherchieren und zusätzliche Information zu erhalten. Zum anderen können Gesundheitsdiensteanbieter die stets aktuellen Codelisten vollautomatisch in ihre IT-Systeme integrieren.

Eine weitere Funktionalität ist die Möglichkeit für Terminologie-Entwicklungsgruppen in kollaborativer Weise Vokabulare wie Beispielsweise den ICD-10 BMG, den Leistungskatalog oder ELGA ValueSets vorzuschlagen, zu diskutieren und final diese dann über den öffentlichen Teil des Systems zu publizieren. Das System ermöglicht so die strukturierte, standardisierte und zentral gewartete Entwicklung von Terminologien.

Das Projekt Terminologieserver ist neben dem OID-Portal Österreich bereits die zweite ELGA Komponente, welche im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durch das Institut für Information Engineering & Security entwickelt wurde. Die Applikationen werden vom Bundesrechenzentrum gehostet und sind über das österreichische Gesundheitsportal erreichbar. 

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit