Unterstützungstechnologie: 2. Platz bei WINTEC-Preis

Christoph Veigl, Veronika David, Martin Deinhofer, und Benjamin Aigner vom Institut für Embedded Systems wurden für ihre Arbeit rund um Interaktionshilfen für Menschen mit schweren Bewegungseinschränkungen von höchster Stelle ausgezeichnet: Sie erreichten den 2. Platz beim WINTEC-Preis des Sozialministerium. Mit diesem Preis werden jährlich innovative wissenschaftliche Projekte prämiert, die zum Abbau von Barrieren und zur Stärkung des Inklusionsgedankens beitragen. Der 2. Platz ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert. 

v.l.n.r.: Christoph Veigl, Benjamin Aigner, Martin Deinhofer; Übergabe der Urkunde durch O.Univ.Prof. DI Dr. Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien (Copyright: BKA/Denise Rudolf)

v.l.n.r.: Christoph Veigl, Benjamin Aigner, Martin Deinhofer; Übergabe der Urkunde durch O.Univ.Prof. DI Dr. Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien (Copyright: BKA/Denise Rudolf)


„Bei unserer Forschung verfolgen wir u.a. das Ziel, die Restmotorik von körperlich eingeschränkten Personen zu messen und diese für die Verwendung von Computern oder Alltagsgegenständen nutzbar zu machen“, fasst Christoph Veigl zusammen. Ein Beispiel ist die Entwicklung der „FLipmouse“, eines speziellen Eingabesystems, das durch minimale Lippenbewegungen oder durch Restmobilität der Finger verwendet werden kann und die herkömmliche Computer-Maus ersetzt.

Ursprünglich entwickelt wurde das System für eine Patientin mit Quadriplegie, einer Lähmung des gesamten Körpers ab dem zweiten Halswirbel abwärts. „Nachdem die Patientin nur den Kopf bewegen kann, machten wir uns die Beweglichkeit der Lippen zunutze und entwickelten eine kostengünstige Maus, mit der sie ihren Computer autonom verwenden kann, insbesondere E-Mail-Programm, Web-Browser, Videotelefonie und bestimmte Spieleanwendungen."

Das Gerät wird an einem Gelenkarm montiert und mittels eines 10 cm langen Mundstücks bedient. Die FLipMouse bietet darüber hinaus weitere Funktionen wie etwa die Aufnahme und Wiedergabe von Infrarot-Codes zur Fernsteuerung von Unterhaltungselektronik oder die Verwendung von Smartphones, iPad oder anderer Tablet Computer mittels Bluetooth Low Energy (BLE).

Durch die Kombination der FlipMouse mit kostengünstigen Augensteuerungen (Eye Tracking) lassen sich die Vorteile dieser Eingabevarianten verbinden und die Nachteile vermeiden: Einerseits wird für weitläufige Bewegungen des Cursors am Bildschirm die Augensteuerung verwendet, was eine sehr schnelle Positionierung erlaubt. Andererseits wird für das genaue Justieren der Cursorposition auf die FlipMouse zurückgegriffen, die mit Lippen oder Fingerkuppen bewegt wird. Das Umschalten zwischen Augensteuerung und FlipMouse erfolgt automatisch.

Mehr Infos zum WINTEC-Preis: 
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Downloads und Infos zu den Tools: 
AsTeRICS Academy

Studienangebot zum Thema Unterstützungstechnologien:

Bachelor-Studiengang Smart Homes und Assistive Technologien

News zum Thema Assistive Technologien:
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