Würdigungspreis für Master-Arbeiten zu IT-Systemen und Game Engines

Wir gratulieren! Unsere Master-Absolventen Günter Wallnöfer (Wirtschaftsinformatik) und David Portisch (Game Engineering und Simulation) haben den Staatspreis 2018 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung erhalten.

 

Der Würdigungspreis des Wissenschaftsministeriums wird seit 1990 an die 50 besten Diplomabsolventinnen und –absolventen bzw. Masterabsolventinnen – und absolventen des vergangenen Studienjahres vergeben. Am 12. November 2018 wurde der Preis in der Aula der Wissenschaften überreicht.

 

Die Master-Arbeit von Günter Wallnöfer beschäftigt sich mit der kosteneffizienten Suche in IT-Systemen. Diese hängt in einem hohen Maße von korrekter Erfassung und Beschlagwortung von Inhalten wie Texten, Bildern und Videos auf der Bedeutungsebene ab. Während sich der Großteil wissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich auf Laborexperimente und Vergleiche mit Standarddaten konzentriert, sind Studien aus einem angewandten Umfeld
die Ausnahme.
Die Masterarbeit untersucht, ob und unter welchen Umständen semantisches Tagging in einem angewandten Kontext durch ein IT-System unterstützt werden kann, welches Standardkomponenten für Multimedia Mining nutzt.
Dazu wurde ein System entwickelt, das auf Erkenntnissen aktueller wissenschaftlicher Literatur aufbaut, wie die Validität von semantischen Tags verbessert wird.
Das System beinhaltet unter anderem ein Verfahren zur Auswahl geeigneter Multimedia Mining Drittkomponenten. Weiters wurde ein Prototyp entwickelt und hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit zur Verbesserung der Validität von semantischen Tags in einem kontrollierten Feldexperiment
evaluiert. Dabei wurde zwar kein genereller Verbesserungseffekt der Validität semantischer Tags beobachtet. Jedoch konnten verschiedene Bedingungen identifiziert werden, unter denen der Einsatz eines solchen Systems sinnvoll erscheint. Entsprechend der gewonnenen Erkenntnisse macht der Einsatz eines solchen Systems dann Sinn, wenn die einsetzende Organisation hohe Beträge in die Produktion von Inhalten investiert und dabei gleichzeitig danach strebt, die Kosten für die Reproduktion von aufgrund vollständiger Suchresultate nicht auffindbarer Inhalte zu
reduzieren. Für Organisationen, die an der Senkung ihrer Suchkosten interessiert sind, ist der Einsatz eines solchen Systems dagegen nicht empfehlenswert.

 

Die Master-Arbeit von David Portisch beschäftigt sich mit Job Systemen, welche in Game Engines und Videospielen dazu verwendet werden, um die Kerne der CPU so gut wie möglich mit Multithreading auszunutzen. Ein neuer Ansatz Job Systeme mit Fibern zu implementieren wurde von Christian Gyrling vorgestellt. Fiber können als eine Art von Thread beschrieben werden, dessen Ausführungsreihenfolge direkt von ProgrammiererInnen geregelt wird und bieten eine neue Möglichkeit wartende Jobs oder Jobs mit Abhängigkeiten auszuführen. Im Vergleich zu einem thread-basierten Ansatz können daher wartende Jobs in einem fiber-basierten Job System schneller wieder fortgesetzt werden. Im Zuge dieser Arbeit wurden ein thread-basiertes und ein fiber-basiertes Job System für die Windows und PS4 Plattform implementiert. Die Performance der Systeme wird in verschiedenen Szenarien verglichen und es wird evaluiert in welchen Szenarien das fiber-basierte Job System Performance-Verbesserungen gegenüber dem thread-basierten Ansatz bieten kann. Implementierungsdetails beider Job Systeme werden behandelt und es wird aufgezeigt, wie sich das Scheduling in beiden Implementierungen anders verhält. Des Weiteren soll diese Arbeit auch einen Überblick darüber geben, wie Fiber verwendet werden können und welche möglichen Probleme dabei beachtet werden müssen, wenn Fiber verwendet werden.

 

 

 

 

 

v.l.n.r.:  Mag. Heribert WULZ, Stv. Sektionsleiter der Sektion IV, Günter Robert WALLNÖFER, BA MSc, David PORTISCH, BSc MSc, FH-Prof. DI (FH) Alexander HOFMANN,  FH-Prof. Dipl.-Ing. Helmut GOLLNER

 

©Willy Haslinger