Zellkulturtechniken: ein Life-Science-Bereich mit Zukunft

Schon seit über 100 Jahren verfügt der Mensch über das Know-how, tierische oder pflanzliche Zellen im Labor zu züchten. „Zellkultur-Verfahren sind eine gute Alternative zu Tierversuchen - in vielen Bereichen ist die Arbeit mit Labortieren durch Zellkulturversuche ersetzbar“, erklärt MMag. Dr. Veronika Jesenberger, Leiterin des von der Stadt Wien geförderten Projektes Zellkulturtechniken an der FH Technikum Wien. Zellkulturen finden heute unter anderem Einsatz in der biomedizinischen Forschung und Diagnostik, zur Produktion von Impfstoffen und Arzneimitteln und für toxikologische Untersuchungen. Durch aktuelle  Entwicklungen auf den Gebieten der Stammzellforschung und des Tissue Engineering finden Zellkulturtechniken auch mehr und mehr Eingang in die regenerative Medizin.

In den vergangenen Jahren hat sich die Forschung in diesem Bereich enorm weiterentwickelt – mit konkreten praktischen Auswirkungen: „Gentechnik gibt es schon lange, aber sie war bisher relativ ungenau und ihr Erfolg beruhte weitgehend auf dem Zufallsprinzip. Mit der CRISPR/Cas9 Technologie verfügen wir nun über neue Möglichkeiten zielgenau einzugreifen.“ Das ist eine Voraussetzung dafür, Signalwege der Zellen besser zu verstehen und Grundlagen für neue Therapien in der Humanmedizin zu schaffen. Auch diese Arbeit ist Technik – Technik auf Nanometerebene.

Rund um den Forschungsschwerpunkt Tissue Engineering der FH Technikum Wien werden seit mehreren Jahren erfolgreich Forschungsprojekte umgesetzt. Das kommt natürlich auch den Studierenden zugute. Im aktuellen Projekt Zellkulturtechniken geht es darum, das Angebot auf dem Gebiet der Zellkulturtechniken auszubauen und um den Fachbereich Genomic Engineering zu erweitern.

Arbeiten mit Zellkulturtechnik Lehre am Puls der Zeit - im Zellkulturlabor Zellkulturtechniken - ein Life Science Bereich mit Zukunft

Lehre am Puls der Zeit

In einigen Studiengängen gibt es bislang schon Einführungs-Lehrveranstaltungen: „Wir vermitteln hier grundlegende Techniken: Wie arbeitet man steril mit Zellen? Welche Geräte kommen zum Einsatz und wie sind sie zu verwenden? Die Idee ist, die Bandbreite des Angebots auf dem Gebiet der Zellkulturtechniken auszubauen und aktuelle Technologien einfließen zu lassen“, so Jesenberger.

Dafür werden die bestehenden Lehrveranstaltungen überarbeitet und verschiedene Module entwickelt – vom Grundlagen-Modul bis hin zu fortschrittlichen Techniken wie dem Genome Engineering. Am Ende wird eine ganze Modulpalette zur Verfügung stehen, auf die in Zukunft zurückgegriffen werden kann. Zur Projektarbeit gehören aber auch Aktivitäten wie Praktika, Präsentationen im Rahmen der OPEN DAYS und anderer Infotage, bis hin zu Master-Projekten, in deren Rahmen Studierende in die Forschung eingebunden werden.

„In Sachen Infrastruktur sind wir in den Zellkultur-Labors sehr gut ausgerüstet“, sagt Jesenberger. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit ihren Projektteam-Kolleginnen Mag. Christine Eresheim, PhD, und Dr. Verena Pichler, die Studierenden bestmöglich von dieser Infrastruktur profitieren zu lassen. Darüber hinaus können für Studierende auch wichtige Kontakte hergestellt, Praktika in Forschungseinrichtungen außerhalb der FH vermittelt und externe Fachleute an die Fachhochschule geholt werden.