Cyber-Angriffe auf Gesundheitswesen: FH Technikum Wien forscht an sicheren Medizin-Apps

Medizinapps

Der wachsende Austausch von sensiblen digitalen Gesundheitsdaten bedarf sicherer Übertragungsmöglichkeiten. Das hat die weltweite Attacke mit dem WannaCry-Virus, von der auch Gesundheitseinrichtungen massiv betroffen waren, wieder einmal drastisch vor Augen geführt. An der FH Technikum Wien forschen ExpertInnen an innovativen Sicherheitslösungen für Medizinsoftware.

Das „Innovation Lab“ der FH Technikum Wien

Herzstück des Projekts „Innovate“, welches von Veronika David (Institut für Biomedical, Health & Sports Engineering) geleitet wird, ist der Aufbau des sogenannten „Innovation Lab“, das als digitales Test- und Demonstrationslabor für die entwickelte Medizintechniksoftware dienen wird. Als Key Researcher fungiert Alexander Mense (Leiter des Instituts Information Engineering & Security). Gefördert wird das Projekt von der MA23 der Stadt Wien.

Im Fokus der Forschungsarbeit steht die interoperable und sichere Vernetzung medizinischer Daten außerhalb von Kliniken mit dem Schwerpunkt App- und Sensor-gestützter Überwachung chronischer Krankheiten.

Open-Source-Software für sichere Medizin-Apps

Im „Innovation Lab“ werden in Zukunft die entwickelten Open-Source-Software-Komponenten getestet, die den Herstellern dann kostenlos zur Verfügung gestellt werden. „Damit können sie ihre Apps sicher machen. Unser Fokus liegt hier auf dem Gesundheitsbereich. Mit den Security-Bausteinen lassen sich aber im Prinzip Apps aus jedem Bereich absichern. Daran arbeiten wir seit Herbst 2016”, sagt IT-Sicherheitsexperte Alexander Mense.

Die Nutzung von Apps in der Medizin stellt grundsätzlich höhere Anforderungen an Sicherheitsmaßnahmen. „Beim PC hat es 20 Jahre gedauert, bis wir einen vertretbaren Sicherheitsstandard erreicht haben. Die Apps bringen uns wieder zurück an den Start. Das bedeutet, dass wir schon bei der Konzeption der Systeme Datensicherheits- und Datenschutzmaßnahmen berücksichtigen müssen“, erklärt Mense.

Darüber hinaus will die FH Technikum Wien mit ihrem Know-how auch bei der Entwicklung von Sicherheitsstandards und dazu passenden Prüfmodellen mitarbeiten. „Es wird Gesetze und Standards geben müssen, um Vertrauen aufzubauen”, so Mense. Ein wesentlicher Aspekt ist in diesem Zusammenhang schließlich eine entsprechende Ausbildung der Entwickler an Universitäten oder Fachhochschulen wie der FH Technikum Wien. Nur so wird sich ein adäquates Sicherheitsniveau beim rasant anwachsenden Austausch digitaler Gesundheitsdaten verwirklichen lassen. 

Pressefoto: Gesundheitsapplikationen (c) FH Technikum Wien

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