Erstes Josef Ressel Zentrum an der FH Technikum Wien offiziell eröffnet

Am 1. Oktober 2013 wurde an der FH Technikum Wien das Josef Ressel Zentrum für Verifikation von eingebetteten Computersystemen offiziell eröffnet. Geforscht wird an neuen Lösungen für die Verifikation von Embedded Computing Systems. Finanziert wird das Josef Ressel Zentrum vom Wirtschaftsministerium und den Unternehmenspartnern Bluetechnix GmbH, Infineon Technologies Austria AG, Kapsch TrafficCom AG, LOYTEC electronics GmbH und Siemens AG Österreich.

„Die Fachhochschule Technikum Wien hat langjährige Erfahrung in der forschungsbezogenen Zusammenarbeit mit Unternehmen. Josef Ressel Zentren stehen exakt für diese Form der Forschungskooperation und deshalb freuen wir uns ganz besonders, dass heute das erste Josef Ressel Zentrum an der FH Technikum Wien offiziell eröffnet wird“, sagt FH-Prof. DI Dr. Fritz Schmöllebeck, Rektor der FH Technikum Wien, in seinem Begrüßungsstatement.

„Forschung hat an unserer Hochschule einen hohen Stellenwert erreicht und wir sind stolz, dass wir ein geschätzter Forschungspartner für namhafte Institutionen und Unternehmen geworden sind“, betont Dr. Michael Würdinger, Geschäftsführer der FH Technikum Wien, bei den Eröffnungsfeierlichkeiten.

„Als Obmann der FH Technikum Wien liegt mir besonders die Zusammenarbeit von Lehre und Industrie am Herzen. Bündelt man diese beiden Kräfte und vernetzt dieses Wissen, dann entstehen einzigartige Lösungen und Produkte, die Österreichs Wettbewerbsfähigkeit am internationalen Markt immens stärken“, unterstreicht Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie.

„In Josef Ressel Zentren können Fachhochschulen gemeinsam mit regionalen Unternehmen mehrjährige Forschungsarbeiten durchführen. Die Unternehmenspartner profitieren von der wissenschaftlichen Kompetenz der Fachhochschulen, die wiederum das praktische Know-how der Unternehmen optimal nützen können“, erläutert Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner den Mehrwert des Programms. „Damit fördern wir eine engere Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft und schließen im Interesse des Standorts eine Lücke im Fördersystem“, so Mitterlehner.

Neue Lösungen zur Fehlervermeidung in Computersystemen

Embedded Computing Systems (eingebettete Computersysteme) sind Hard- und Softwarelösungen für viele Einsatzgebiete – von elektronischen Steuergeräten in Autos, Geräten der Medizintechnik bis hin zu Industrieanlagen, Verkehrstelematik-Anwendungen oder Steuerungen in der Gebäudeautomatisierung. Sie sind bereits so sehr in den Alltag integriert, dass sie oft nicht mehr wahrgenommen werden – es sei denn, sie funktionieren nicht.

Um insbesondere seltene Fehler in derartigen Systemen möglichst früh zu erkennen, erforschen FH-Prof. DI Dr. Martin Horauer, Leiter des Josef Ressel Zentrums für Verifikation von eingebetteten Computersystemen, und sein Team ab sofort neue Ansätze und Lösungen für die Verifikation von Embedded Systems. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Geräte auf ihre spezifizierten Eigenschaften hin überprüft werden können. Eine der Möglichkeiten ist die Runtime-Verifikation: Dabei wird das Testsystem bereits in die Anwendung mitintegriert und beide arbeiten gleichzeitig. Der Vorteil ist: Wird ein Fehler zur Ausführungszeit erkannt, kann die Anwendung entsprechend darauf reagieren.

Finanziert vom Wirtschaftsministerium

Die Aufgabenstellungen, an denen das Josef Ressel Zentrum für Verifikation von eingebetteten Computersystemen forscht, kommen aus der industriellen Praxis. „Unsere Partner haben unterschiedliche Anwendungsfelder, unsere Forschungsarbeit hat aber für sie alle Relevanz“, beschreibt Martin Horauer den Projektverlauf. „Wir entwickeln generische Hard- und/oder Software-Lösungen, die unseren Partnern zur Verfügung stehen und dort in verschiedensten Anwendungen zum Einsatz kommen.“ Die Verschiedenartigkeit der beteiligten Unternehmen hebt auch Univ.-Prof. Dr. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, bei der Eröffnung hervor: vom KMU bis zum internationalen Unternehmen, von 3D-Kameras bis zur Gebäudeautomation. Diese zeige deutlich, wie breit und vielfältig Ergebnisse der Forschung angewendet werden können.

Das Fördervolumen für das fünf Jahre dauernde Projekt beträgt rund 1,5 Millionen Euro und kommt zu mehr als der Hälfte vom Wirtschaftsministerium. Den Rest steuern die beteiligten Partner Bluetechnix GmbH, Infineon Technologies Austria AG, Kapsch TrafficCom AG,  LOYTEC electronics GmbH und Siemens AG Österreich bei. Neben dem Leiter Martin Horauer arbeiten neun Mitarbeiter im Josef Ressel Zentrum für Verifikation von eingebetteten Systemen. Die meisten von ihnen sind auch in der Lehre tätig und bringen aktuelle Forschungergebnisse in ihre Lehrveranstaltungen ein bzw. sind Master-Studierende als Mitarbeiter intensiv in das Projekt eingebunden.

Forschung an der FH Technikum Wien

Forschung und Entwicklung an der FH Technikum Wien sind in den letzten Jahren außerordentlich gewachsen. Die Zahl der geförderten Projekte und Aufträge aus der Wirtschaft hat stark zugenommen. Derzeit arbeiten die ForscherInnen der FH Technikum Wien an rund 60 Projekten und ihr Know-how wird sowohl national als auch international hoch geschätzt. Erstmals verfügt die FH Technikum Wien jetzt auch über ein Josef Ressel Zentrum.

Josef Ressel Zentren

Im Fokus des Forschungsförderungsprogramms „Josef Ressel Zentren“ steht die forschungsbezogene Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Unternehmen. Fachhochschulen mit F&E-Erfahrung sollen sich über stabile, längerfristige Kooperationsbeziehungen als F&E-Partner für die Wirtschaft etablieren und die Unternehmenspartner sollen Zugang zu fundierter Expertise erhalten und in der Folge ihre Produkte und Prozesse innovieren können. Bestehende Forschungskompetenz an Fachhochschulen soll ausgebaut sowie eine hohe Qualität in der angewandten Forschung erreicht werden, was wiederum der Lehre zugutekommen soll. Die öffentliche Förderung der Josef Ressel Zentren wird vom Wirtschaftsministerium bereitgestellt. Öffentliche Hand und Unternehmen teilen sich die Kosten der Forschungskooperation, die Zentren sind in die Organisation der Fachhochschule eingebunden. Abgewickelt wird das Programm von der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG).