"Software Archäologie – Was Software von der Archäologie lernen kann"

Dienstag, 15. November 2016
18: 00 - 20: 00
FH Technikum Wien, Raum HS_A1.04A, Höchstädtplatz 6, 1200 Wien

Abstract:

Wartung ist eines der Schlüsselprobleme der heutigen Software-Entwicklung, wird aber oft abwertend als „Software-Archäologie“ bezeichnet. Wartung ist auch eng mit Software-Wiederverwendung verwandt, die ihrerseits ein Schlüssel zur Produktivitätssteigerung in der Software-Entwicklung ist. Der Vortrag beschreibt die sogenannten „RE-Techniken“ der Wartung (Reverse Engineering, Reparatur, Redokumentation, Relozierung, ...) aus dem Blickwinkel von Software und Archäologie und arbeitet Ähnlichkeiten und Unterschiede heraus. Für die archäologische Betrachtung werden Bilder von archäologischen Stätten und Gegenständen verwendet (Wien/Vindobona und Karnuntum). Diese Bilder zeigen anschaulich die Analogie vieler Probleme und Herausforderungen in Software-Wartung und Archäologie. Wenn auch die Analolgien mit Augenmaß zu behandeln sind, so zeigt die Bildunterstützung doch wesentliche Fragen und Einschränkungen sowohl der Software-Wartung als auch der Archäologie. Der Vortrag ist sowohl für technisch interessierte als auch für allgemein orientierte Zuhörer interessant.

Gerhard Chroust studierte Nachrichtentechnik und Computer Science, promovierte und habilitierte sich einschlägig. 1966 bis 1991 war er Forscher und Entwickler im IBM Labor Wien, wo er u.a. an der Formalen Definition von PL/I („Vienna Definition Language“), an der Entwicklung des PL/I Compilers für die IBM 8100 und federführend für das Vorgehensmodell des SW-Engineering Environment ADPS beteiligt war. 1992-2007 lehrte er als Professor für „Systemtechnik und Automation" an der Johannes Kepler Universität Linz, hauptsächlich System- und Software-Entwicklung, Software-Qualitätsstandards und SW-Assessment (ISO 15504). Zunehmend befasste er sich auch mit den menschlichen bzw. kulturell unterschiedlichen Aspekten des System Engineering. Diese Themen plus Katastrophenmanagement (als systemische Herausforderung) begleiten ihn auch in seiner Pension.

Um Anmeldung unter http://bit.ly/2edav1J wird gebeten. Die Teilnahme ist kostenlos!