DIGDOK | Digitalisierung analoger gefangenenbezogener Dokumentationsprozesse im Strafvollzug

Synopsis

Ziel des Projekts ist es den momentanen Status gefangenenbezogener Dokumentationsprozesse mit Fokus auf deren Digitalisierungs- und Automatisierungspotential in Justizanstalten zu erheben. Dabei werden sicherheitsrelevante Routinetätigkeiten in multiperspektivischen Fokusgruppen mit Expert*innen vor Ort und in teilnehmender Beobachtung erhoben, analysiert und ausgewählte technology spikes umgesetzt. Die sozialwissenschaftlich-technischen Ergebnisse werden abschließend in einer anwendungsbezogenen Roadmap zusammengeführt.

Inhalt

Sicherheit und Ordnung sind die handlungsleitenden Grundlagen aller Strafvollzugsbediensteten, die zur Aufrechterhaltung des Anstaltsbetriebs notwendig sind. Insbesondere Routinetätigkeiten, die im direkten Kontakt mit Gefangenen stattfinden, erfordern erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, zum faktischen und rechtlichen Schutz aller Beteiligten. Sie unterliegen daher einer genauen jedoch bislang noch einer teilweise analogen Dokumentation. Das vorliegende Forschungsvorhaben analysiert daher das Optimierungspotential von sicherheitsrelevanten Routinetätigkeiten in Justizanstalten und den dafür möglicherweise notwendigen Einsatz von relevanten Tools (Wearables, Smartphones, Tablets, IoT Devices, uvm.).


Nach der Erhebung der analogen und digitalen Prozesslandschaft werden Dokumentationsabläufe gemeinsam mit den Stakeholder*innen ausgewählt und deren Optimierungsmöglichkeiten durch Digitalisierung und Automatisierung bestimmt (z.B. ein spezifisches Tool/ Technologie ausgewählt und auf den Anwendungsfall nutzbar gemacht). Ziel ist die vorliegenden Systeme der Justizanstalten in die Szenarien zur Digitalisierung miteinzubinden und diese mobil nutzbar zu machen wie bspw. durch digitalisierte Einsatztagebücher, Lagebilder, Handlungsanweisungen in Notfällen oder Krisensituationen.


Auf Basis der identifizierten Digitalisierungspotentiale werden Umsetzungsszenarien definiert und einer praktischen Überprüfung der Nutzer*innenakzeptanz im Ausmaß eines technology spikes unter Einbezug offlinefähiger mobiler Endgeräte unterzogen.


Diese Analysen münden in einer anwendungsorientierten Roadmap, welche die Optimierungsmöglichkeiten ausgewählter Dokumentationsprozesse und damit verbundenen Workflows für Entscheidungsträger*innen im Strafvollzug beschreibt. Basierend auf den Spezifika der Justizanstalten und ausgehend von den Anforderungen relevanter Stakeholder wird damit ein sicherheitsrelevanter Teil der Digitalisierungszukunft der Justizanstalten entworfen, der an der Schnittstelle organisationsethnographischer und technischer Erkenntnisse, anwendungspraktische Lösungen für bisher analoge Routinetätigkeiten und klassische Bedienmuster an stationären Geräten entwirft.


Als Ergebnis steht somit eine Darstellung welche Technologien (wie bspw. Augmented Reality, Virtual Reality, Künstliche Intelligenz etc.) bzw. Devices/ Tools (Wearables, Smartphones, Tablets, IoT Devices, uvm.) für ausgewählte Prozesse in Justizanstalten nutzenstiftend sind.

 

Projekt- und Konsortiumpartner:

Vienna Centre for Societal Security (VICESSE)
Paulanergasse 4/8, 1040 Wien
PD Dr. Reinhard Kreiss; reinhard.kreissl@vicesse.eu
Marion Neunkirchner BA MA; marion.neunkirchner@vicesse.eu


Bundesministerium für Justiz (BMJ), Museumstraße 7, 1070 Wien
Brigadier Martin Saam; Martin.Saam@bmj.gv.at
Dipl.-Ing. Wolfgang Schlapschy; Wolfgang.Schlapschy@bmj.gv.at

Zeitraum

September 2021 bis Februar 2023

Department

Computer Science

Forschungsschwerpunkt

Data-Driven, Smart & Secure Systems

Projektteam

Mag. Dr. David Rückel , Bakk.

Kompetenzfeldleitung Digital Enterprise & User Experience
+43 1 333 40 77 - 4628
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Waller Daniela FHTW

Daniela Waller, MSc

Hochschullektorin
+43 1 333 40 77 - 397
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