Wissenschaftliches Arbeiten: Tipps für Studierende

Wissenschaftliches Arbeiten ist eine Fähigkeit, die nicht nur für das Studium notwendig, sondern auch für das Berufsleben sehr nützlich ist. Das systematische Recherchieren, Aufbereiten und Vermitteln von Inhalten und Argumentationen spielt in allen qualifizierten Tätigkeiten eine wichtige Rolle.

Literaturempfehlungen

  • Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Heidelberg (UTB/C.F.Müller Verlag) 10. Auflage 2005
  • Karmasin, Matthias / Ribing, Rainer: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Wien (UTB/WUV Verlag) 2006
  • Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard: Sich verständlich ausdrücken. München (Reinhardt Verlag) 8. Auflage 2002

Informationen über formale Richtlinien für Diplom- und Bachelorarbeiten, Seminararbeiten und Laborprotokolle finden Studierende der FH Technikum Wien im internen Campus Information System (CIS):

 

 

Das direkte Zitat

Der Text wird wörtlich genau zitiert und in Anführungszeichen gesetzt. Zitieren Sie nur Kernsätze oder kurze Passagen direkt, deren Wortlaut wichtig ist.

  • Beispiel: "Es gibt nach allen Erfahrungen keinen guten Inhalt in einer schlechten Form." (Hundt 2007, S. 1)

Das indirekte Zitat

Der Text wird sinngemäß und mit eigenen Worten wiedergegeben; deshalb keine Anführungszeichen.

Beispiele:

  • In einer neuen Studie hat Maier (2005, S.109) argumentiert, dass….

oder

  • Eine neue Studie (Maier 2005, S.119) zeigte, dass…

Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis führen Sie nur in der Arbeit zitierte Quellen an. Die Auflistung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge der Autorennamen.

Beispiele:

  • Lehner, M., 2006. Viel Stoff - wenig Zeit. Bern: Haupt Verlag.
  • Hundt, S., 2007. Hinweise zum Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten. Bremen, Hochschule Bremen. Verfügbar bei: www.informatikdidaktik.de(Zugang am 13. März 2009).

 

Berücksichtigen Sie den aktuellen Forschungsstand, indem Sie Literatur recherchieren. Fragen Sie Ihren Auftraggeber, wie erschöpfend bestehende Literatur recherchiert werden muss.

Bibliotheken

  • Nutzen Sie die Bibliothek des Technikum, um Literaturrecherchen zu betreiben sowie Medien vor Ort zu benutzen bzw. zu entlehnen.
  • Neben der Fachbibliothek der FH Technikum Wien steht den Studierenden auch die Bücherei der Stadt Wien zur Verfügung.
  • Die größte Bibliothek Österreichs ist die Nationalbibliothek. Universitäten und Universitätsinstitute verfügen über teils umfangreiche und teils auf Fachgebiete spezialisierte Bibliotheken.
  • Neben Büchern sind Fachzeitschriften aus Bibliotheken oft sehr nützlich, um sich einen Überblick über Forschungsstand und Forschungstrends zu verschaffen. Auch im Zeitalter des Internets ist das Durchblättern von Fachzeitschriften eine sinnvolle Methode, um Informationen zu sammeln.

Literatursuche im Internet

Beachten Sie bei Literatursuche im Internet, dass Sie relevante von irrelevanter Information trennen müssen. Hilfreich für Ihre Recherche kann sein, gezielt bei Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Behörden oder in Portalen oder Foren zu suchen. Verwenden Sie nur Quellen, die wissenschaftlichen Standards entsprechen. Wichtig ist dafür, dass in der Quelle offen gelegt wird, wie die Information gewonnen wurde.

Gerade im Internet kursiert viel Datenmaterial, das auf Websites verwendet wird, ohne die ursprünglichen Autoren anzugeben (Plagiate). Wie bei jeder anderen Quelle müssen Sie auch Informationen aus dem Internet korrekt zitieren. Gerade das „schnelle“ Medium Internet kann dazu verleiten, fremde Texte als eigene auszugeben, was für Studierende im negativsten Fall zur Aberkennung eines akademischen Titels führen kann.

Verständliche Texte sind nicht nur in der Alltagskommunikation, sondern auch im wissenschaftlichen Arbeiten erfolgreicher als unverständliche Texte. Vier Faktoren sind dabei entscheidend:

Einfachheit

Schreiben Sie kurze Sätze: Hauptsachen in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze! Verzichten Sie auf unnötige Fremdwörter und erklären Sie Fachbegriffe. Verben sind verständlicher als die zugehörigen Substantive mit Endungen wie –ung, -heit, -keit und ähnlichem. Aktiv ist verständlicher als passiv: Verwenden Sie die Passivform nur, wenn sie grammatikalisch passend und notwendig ist.

Gliederung und Ordnung

Machen Sie die Gliederung des Textes durch Überschriften, Absätze und andere Markierungen erkennbar. Achten Sie auf eine logische, schrittweise nachvollziehbare Gesamtstruktur beim Aufbau des Textes. Ihr roter Faden soll für LeserInnen immer nachvollziehbar sein. Ein wichtiges Hilfsmittel dafür ist das Inhaltsverzeichnis am Beginn der Arbeit sowie die Nennung des jeweiligen Kapitels in der Kopfzeile.

Auflockerung und Anregung

Ein gut gegliederter Text gewinnt an zusätzlicher Verständlichkeit durch Eye-Catcher wie z.B. Fotos, Grafiken, Zitate oder Fragen. Das richtige Maß hängt dabei von der Zielsetzung Ihres Textes ab.

Kürze und Prägnanz

Studierende befürchten manchmal am Beginn einer Arbeit, dass der Umfang nicht ausreichend werden könnte. Ein Problem liegt jedoch oft im Gegenteil darin, dass zu viele Inhalte in einen Text verpackt werden sollen. Prägnanz bedeutet, dass ein Text sich auf das Wesentliche konzentriert. Schreiben Sie zielorientiert so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig. Holen Sie Feedback (z.B. von KollegInnen) ein, ob Ihre Arbeit in dem gewählten Umfang prägnant und gleichzeitig verständlich ist.

(Langer, Inghard / Schulz von Thun, Friedemann / Tausch, Reinhard: Sich verständlich ausdrücken, München, 8. Auflage 2002, S. 15-23)