Ahmed

  • BSc Wirtschaftsinformatik
  • Valencia, Spanien
  • Auslandssemester
  • Polytechnic University of Valencia
  • Wintersemester 2025/2026
Ein Blick auf einen modernen architektonischen Komplex mit weißen geometrischen Strukturen, einem großen Pool mit türkisfarbenem Wasser und dem LHemisfèric-Gebäude im Hintergrund in der Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia, Spanien.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Ich habe mich schon im Vorfeld aktiv auf meinen Auslandsaufenthalt vorbereitet. Besonders hilfreich war für mich die Teilnahme an einem gemeinsamen Dinner, bei dem ich mit spanischen Studierenden sprechen konnte. In diesen Gesprächen habe ich versucht herauszufinden, wie das Studium, das Leben in Valencia und der Alltag dort wirklich sind. Das hat mir geholfen, ein realistisches Bild zu bekommen und meine Erwartungen besser einzuschätzen.

Zusätzlich habe ich mich über die Website meiner Heimhochschule und das International Office informiert sowie Erfahrungsberichte anderer Studierender gelesen. Dadurch wusste ich früh, welche Schritte notwendig sind und worauf ich achten muss.

Praktisch habe ich mich unter anderem um die Bewerbung an der Gasthochschule, eine Unterkunft, eine Auslandskrankenversicherung und meine finanzielle Planung gekümmert. Insgesamt hat mir diese Vorbereitung viel Sicherheit gegeben und mir den Start in Valencia deutlich erleichtert.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Wir wurden von der Gastinstitution im Rahmen einer kleinen Willkommensfeier begrüßt. Dabei erhielten wir kleine Willkommensgeschenke, was einen sehr positiven ersten Eindruck vermittelt hat. Zusätzlich wurde in unserer Fakultät eine kurze Willkommenspräsentation gehalten, in der wir grundlegende Informationen zum Studium, zu organisatorischen Abläufen und Ansprechpartnern erhalten haben.

Die Atmosphäre war offen und freundlich, wodurch man sich von Anfang an willkommen gefühlt hat. Die Veranstaltung hat geholfen, erste Orientierung zu bekommen und den Einstieg an der Gasthochschule zu erleichtern. Insgesamt war die Begrüßung gut organisiert und ausreichend informativ für den Start des Aufenthalts.

Wie war das Studium an der Gasthochschule? 

Das Studium an der Gasthochschule war insgesamt sehr anspruchsvoll und zeitintensiv. Besonders zu Beginn des Aufenthalts, vor allem im September, war der Einstieg gut machbar und vergleichsweise entspannt. In dieser Phase blieb auch noch ausreichend Zeit, sich einzuleben und das Umfeld kennenzulernen.

Im weiteren Verlauf des Semesters nahm der Arbeitsaufwand jedoch deutlich zu. Durch die Vielzahl an Abgaben, Projekten und kontinuierlichen Leistungsnachweisen war der Studienalltag stark strukturiert und erforderte ein hohes Maß an Selbstorganisation. Dadurch blieb nur begrenzt Zeit für Freizeitaktivitäten, insbesondere während intensiver Phasen im Semester.

Die hohe Arbeitsbelastung stellte auch eine mentale Herausforderung dar, da der Leistungsdruck konstant präsent war. Insgesamt war das Studium fachlich bereichernd, verlangte jedoch ein gutes Zeitmanagement und Durchhaltevermögen.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Valencia habe ich als lebendige und vielseitige Stadt erlebt, die kulturell sehr offen und international geprägt ist. Als größere Stadt bietet sie viele Möglichkeiten, gleichzeitig wirkt sie nicht überfordernd, sondern gut strukturiert und angenehm zum Leben. Die spanische Kultur ist insgesamt sehr gesellig, offen und kommunikativ, was den Austausch mit anderen Studierenden erleichtert hat.

Aufgrund des intensiven Studienalltags blieb während des Semesters jedoch nur begrenzt Zeit für Freizeitaktivitäten. Vor allem zu Beginn im September war die Situation entspannter, wodurch es leichter war, die Stadt zu erkunden und erste Eindrücke zu sammeln. Mit zunehmendem Arbeitsaufwand im weiteren Verlauf des Semesters wurde Freizeit deutlich knapper.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft 

Ich habe meine Unterkunft über die Webseite Spot-at-Home gefunden. Es handelte sich um eine Zwei-Zimmer-Wohnung, die ich als Wohngemeinschaft genutzt habe. Die Wohnung war für den Alltag gut geeignet und bot ausreichend Platz, um sich sowohl zurückzuziehen als auch gemeinsam Zeit zu verbringen. Insgesamt war die Wohnsituation angenehm und zweckmäßig für den Studienaufenthalt.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Zur Finanzierung meines Auslandsaufenthalts habe ich im Vorfeld Geld angespart und zusätzlich Studienbeihilfe sowie die Förderung aus dem Erasmus+-Programm in Anspruch genommen. Diese Kombination war notwendig, um die laufenden Kosten während des Aufenthalts abdecken zu können.

Die monatlichen Ausgaben lagen im Durchschnitt bei etwa 650 € für die Unterkunft. Für Verpflegung habe ich ungefähr 300–400 € pro Monat ausgegeben. Durch diese Fixkosten blieb nur wenig finanzieller Spielraum für Freizeitaktivitäten. Ohne vorherige Ersparnisse wäre es daher schwierig gewesen, zusätzliche Ausgaben zu decken. Eine finanzielle Vorbereitung im Vorfeld ist daher aus meiner Sicht sehr empfehlenswert.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Zukünftigen Studierenden würde ich empfehlen, sich frühzeitig und möglichst realistisch über den Studienaufwand an der Gasthochschule zu informieren. In meinem Fall war das Studium deutlich zeitintensiver als erwartet, wodurch im weiteren Verlauf des Semesters nur wenig Zeit für Freizeitaktivitäten blieb. Ein gutes Zeitmanagement und mentale Vorbereitung auf arbeitsintensive Phasen sind daher sehr wichtig.

Finanziell ist es sinnvoll, sich nicht ausschließlich auf Erasmus+ und Beihilfen zu verlassen, sondern zusätzlich Ersparnisse einzuplanen, da Fixkosten wie Unterkunft und Verpflegung einen großen Teil des Budgets ausmachen.

Hilfreich waren für mich vor allem die Website der Heim- und Gasthochschule, das International Office sowie Erfahrungsberichte ehemaliger Studierender. Besonders wertvoll ist auch der persönliche Austausch mit Studierenden vor Ort, da man dadurch ein realistischeres Bild vom Studium und Alltag im Gastland bekommt.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Während meines Auslandsaufenthalts konnte ich mehrere wichtige Fähigkeiten und persönliche Qualitäten weiterentwickeln. Durch den intensiven Studienalltag habe ich mein Zeitmanagement deutlich verbessert, da es notwendig war, Abgaben, Projekte und Lernphasen selbstständig und effizient zu planen.

Zudem wurde meine Eigenständigkeit gestärkt, da ich viele organisatorische und alltägliche Aufgaben eigenverantwortlich bewältigen musste. Auch der Umgang mit Geld hat sich verbessert, da ich mein monatliches Budget bewusst einteilen und Ausgaben besser planen musste.

Darüber hinaus konnte ich meine Englischkenntnisse deutlich verbessern, da Englisch sowohl im Studium als auch im Alltag regelmäßig genutzt wurde. Insgesamt hat mir der Auslandsaufenthalt geholfen, sowohl fachlich als auch persönlich sicherer und selbstständiger zu werden.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Meine grundlegenden Werte und Einstellungen haben sich während des Auslandsaufenthaltes nicht stark verändert. Der Aufenthalt hat jedoch dazu beigetragen, bestehende Einstellungen zu festigen und bewusster wahrzunehmen.

Besonders in Bezug auf Eigenverantwortung, Zeitmanagement und den Umgang mit Belastung habe ich gelernt, meine bisherigen Herangehensweisen besser einzuschätzen und weiterzuentwickeln. Durch den intensiven Studienalltag und das Leben in einem neuen Umfeld wurde mir klarer, wie wichtig Struktur, Selbstorganisation und realistische Erwartungen sind.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die größte Herausforderung bei meinem Auslandsaufenthalt war für mich, eine passende Unterkunft zu finden und gleichzeitig finanziell gut vorbereitet zu sein. Die Suche nach einer geeigneten Wohnung, die sowohl preislich als auch von der Lage her sinnvoll ist, hat viel Zeit und Energie in Anspruch genommen. Es war wichtig, ein richtiges Gleichgewicht zwischen Erschwinglichkeit, Größe und Komfort zu finden, da die Mietpreise relativ hoch sind und gute Wohnungen schnell vergeben werden.

Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, im Vorfeld ausreichend Geld zu sparen und verschiedene Fördermöglichkeiten zu nutzen. Ohne eigene Ersparnisse und die Kombination aus Erasmus+-Förderung, Studienbeihilfe und finanzieller Planung wäre es sehr schwierig gewesen, die laufenden Kosten wie Miete und Verpflegung zu decken. Diese Aspekte haben mir gezeigt, wie wichtig eine realistische und frühzeitige finanzielle Vorbereitung ist.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Meine positivste Erfahrung während des Auslandsaufenthaltes war die Stadt Valencia selbst und die authentische spanische Kultur. Die Stadt ist lebendig, offen und gleichzeitig sehr angenehm zum Leben. Besonders schön war es, den Alltag vor Ort mitzuerleben und ein echtes Gefühl für die Kultur, die Menschen und das Lebensgefühl zu bekommen.

Trotz des intensiven Studiums waren diese Eindrücke sehr bereichernd und haben den Aufenthalt besonders gemacht. Valencia wirkte nicht touristisch überladen, sondern authentisch und lebensnah, was mir sehr gefallen hat und den Auslandsaufenthalt nachhaltig positiv geprägt hat.