Phillip

  • BSc Biomedical Engineering
  • Delft, Niederlande
  • Auslandssemester
  • TU Delft
  • Wintersemester 2025/2026
Eine riesige gelbe Holzpantoffel-Skulptur sitzt auf Heuballen im Freien, und drei Menschen stehen in der Nähe im Gras unter einem klaren blauen Himmel.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Die größte Hürde war die Wohnungssuche sowie der Sprachtest. Während der Sprachtest nicht unbedingt schwer war, kommt es trotzdem immer auch darauf an, wo man ihn macht und welche Themen man bekommt. Ich kann empfehlen, ihn beim Sprachzentrum der Uni Wien zu machen. Dort ist er vergleichsweise billig und eigentlich gut schaffbar. Bezüglich der Wohnungssituation kann ich Dir wärmstens DUWO ans Herz legen. Die „Maklergebühr“ ist zwar etwas nervig, aber ich hatte mit Abstand die billigste Wohnung von meinen Freunden (520 Euro). Auf jeden Fall sollte man sich, sobald man aufgenommen wurde, gleich dort bewerben, damit man beim ersten Wohnungsdrop mit dabei ist und auswählen kann.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Es gab Willkommensveranstaltungen. Generell wird man sehr schnell in viele WhatsApp-Gruppen eingeladen oder darauf aufmerksam gemacht, wo man vor allem zu Beginn viele Leute kennenlernen kann. Ich empfehle auf jeden Fall, am Anfang ein paar davon zu besuchen und einfach offen zu sein 😀

Informationen wurden generell gut bereitgestellt. Ich kann auf jeden Fall empfehlen, Marktplaats schon davor zu installieren, um nach einem Fahrrad zu schauen. Je früher man so ein Ding hat, desto besser. Außerdem eher nach einem billigen Rad schauen, damit es keiner mitnimmt ;D

Kleiner Tipp nebenbei: ACTION ist dein bester Freund, zusammen mit LIDL, wenn man mit einem Budget lebt. Vor allem vegetarische Fleischersatzprodukte sind wesentlich billiger als in Österreich – also auch für die proteinorientierten ein guter Sparpunkt.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Am Anfang gibt es, wie überall, doch eine Menge einzurichten. Der riesige Campus kann auch zu Verwirrung führen, aber nach einer Woche kennt man sich schon sehr gut aus. Die Uni an sich ist schwer und würde ich nicht unterschätzen, jedoch ist die generelle Grundhaltung der Mitstudierenden sehr ansteckend, da die Motivation fürs Lernen sehr hoch ist.

Ich empfehle, jedes Quarter 1–2 Kurse zu nehmen, die auf jeden Fall schaffbar sind, da drei Prüfungen pro Quarter mit den zusätzlichen Abgaben schon viel Aufwand sein können. Auch da ein kleiner Tipp: Im Electronics-Gebäude (das höchste) gibt es eine Bar im Keller – jeden Donnerstag 1 Bier für 1 Euro 😉

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Ab dem Moment, wo die Sonne draußen ist, ist es auch jeder andere. Nach kurzer Zeit versteht man schon, warum. Ich habe mich fast ausschließlich mit internationalen Mitstudierenden umgeben. Die Niederländer sowie auch die Österreicher/Deutschen bleiben meist unter sich, weil es natürlich leichter ist, die eigene Sprache zu sprechen, als immer zu wechseln. Dadurch findet man aber unglaublich viele Eindrücke aus verschiedenen Nationen.

Ansonsten ist die Kultur eher bescheiden; die Associations sind lustig anzuschauen, wenn aus dem Nichts 30 Studierende in Kostümen an einem vorbeiziehen.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft 

Wurde davor schon beantwortet, aber das Zimmer ist bei DUWO immer gleich ausgestattet. Für den Start definitiv ausreichend. Generell: einfach schnell mit der Suche sein.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Die Kosten waren sehr gut mit Österreich/Wien zu vergleichen, aber wenn man regelmäßig selbst kocht, war das auch im „billigen“ Rahmen möglich. Durch die Erasmus+-Förderung war das kostenlose Wohnen in der Art möglich, da die Förderung sowie die Miete in etwa den gleichen Betrag ausgemacht haben.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Auf jeden Fall sollte man sich mit Osiris und Brightspace vertraut machen. Wenn man die versteht, versteht man eigentlich die ganze TU Delft. Da helfen Kolleg:innen, die davor im Bachelorstudium waren, sehr weiter. Die Drops-App fürs Wetter ist ein Must-have, da du so immer um den Regen herum planen kannst. Die Lidl-Plus-App ist natürlich auch gut.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Meine Sprache und Anpassungsfähigkeit sind auf jeden Fall gestiegen. Vor allem mein Drang nach Lösungen und nicht aufzugeben, wenn mal etwas schiefgeht, hat sich verbessert. Teamfähigkeit sowie mein Allgemeinwissen konnten auch gesteigert werden.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Ich bin offener und selbstsicherer mit meinen Entscheidungen geworden. Probleme kann ich nun besser angehen und schiebe sie nicht immer auf. Ich suche aktiv nach Lösungen anstatt direkt zu verzweifeln.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Auf jeden Fall die Prüfungen. Man darf sich auf keinen Fall darauf einstellen, dass es so ist, als ob man für Erasmus nach Spanien geht und jeden Abend fortgehen kann. Dort wird die Uni ernst genommen, und auch dadurch entwickelt sich in der Prüfungszeit ein eher strenger Ablauf – zumindest für mich. Aber keine Sorge: Gefeiert wurde schon genug und Erlebnisse wurden gemacht, nur eben etwas andere 😀

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Freunde zu finden von denen man nie gedacht hätte das sie existieren und einfach so blöd es klingt ein wenig freier zu sein und sich ein neues leben aufzubauen mit neuen Erfahrungen.