Marko

  • BSc Elektronik
  • Krakau, Polen
  • Auslandssemester
  • The AGH University of Science and Technology Krakow
  • Wintersemester 2025/2026
Schneebedeckte Berge umgeben einen teilweise zugefrorenen See bei Sonnenuntergang, mit sanftem orangefarbenem Licht am Horizont und Kiefern, die über die Winterlandschaft verstreut sind.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Ich habe mich vorab vor allem um das Wohnheim und die Kursanmeldung gekümmert. Aus Wien war die Anreise nach Krakau super unkompliziert, da es viele direkte Zugverbindungen und auch Flüge gibt. Ich habe mich direkt für einen Platz im Wohnheim der Uni entschieden, was die Planung enorm erleichtert hat. Erste Infos habe ich über die Websites und die Info-Mails der International Offices bekommen. Die ganze Vorbereitung war insgesamt echt entspannt, weil die International Offices beider Unis einen super unterstützen und alles Schritt für Schritt erklären. Zukünftigen Studierenden würde ich raten, einfach die Mails der Unis aufmerksam zu lesen und die Fristen (besonders für das Wohnheim) nicht zu verpassen, dann läuft der Rest eigentlich fast von allein.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Die Uni und das International Office haben Willkommens-Events organisiert. Bei der Uni-Veranstaltung hat die ESN-Präsidentin direkt die wichtigsten Leute vorgestellt und erklärt, was ESN eigentlich macht. Die Info-Veranstaltung vom International Office war super hilfreich für den ganzen Orga-Kram: Kursanmeldung, Prüfungen, Infos zu den Sprachkursen usw. Es gab auch viele praktische Tipps für den Alltag, zum Beispiel zu den Öffis, dem Studierendenausweis und Rabatten oder der Anmeldung des Wohnsitzes. Die Leute vom International Office waren auch danach immer ansprechbar, wenn man Hilfe brauchte. Richtig cool waren die „Welcome Weeks“ vom ESN, drei Wochen volles Programm, bei dem man super schnell andere Leute kennenlernen konnte.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Der Campus der AGH ist echt riesig, eigentlich wie ein eigenes Stadtviertel mitten in Krakau, man fühlt sich wie in einer „Stadt in der Stadt“. Da die internationalen Kurse von verschiedenen Fakultäten angeboten werden, muss man öfter mal das Gebäude wechseln. Weil der Campus so groß ist, braucht man am Anfang ein bisschen Zeit, um sich zu orientieren. Die Kurse, die ich belegt habe, waren alle gut organisiert und ich habe auch von anderen nichts Schlechtes gehört. Die Inhalte waren genau so, wie sie im Curriculum auf der Website standen, und wurden klar kommuniziert. Die Räume waren modern und hatten alles, was man für die Vorlesungen gebraucht hat. Es gibt auch genug Lernräume und eine gute Bibliothek.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Wer unter 26 ist, bekommt in Polen 51 % Rabatt auf Zugtickets, das habe ich voll ausgenutzt und viel vom Land gesehen. Krakau selbst ist einfach beeindruckend: total gemütlich, schön und sauber. Ich war meistens mit anderen Internationals unterwegs, aber durch ESN und das Wohnheim lernt man auch viele polnische Studierende kennen. Die Leute waren alle super herzlich und hilfsbereit. Die meisten Jüngeren sprechen gut Englisch, aber ein bisschen Polnisch für den Alltag schadet nicht, die Uni bietet dafür auch kostenlose Kurse an.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Das International Office hat uns schon vor dem Semester über die Wohnheime direkt auf dem Campus informiert. Ich habe mich für einen Platz dort beworben und es war absolut nicht schwer, einen zu bekommen. Es gibt drei Stufen: Basic, Comfort und Comfort+. Man wird erst mal zufällig zugeteilt, aber man kann später auch noch mal umziehen, wenn man möchte. Ich war im Basic-Heim und das war vollkommen okay. Klar gibt es auch private WGs oder Heime, aber die sind laut anderen Studierenden oft teurer oder/und schwerer zu finden. Das Wohnheim am Campus war für mich die stressfreieste Lösung.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt? 

Das Wohnheim am Campus war wirklich günstig, ich habe für die Basic-Stufe nur etwa 115 € im Monat gezahlt. Wenn man im Wohnheim lebt, kommt man mit dem Erasmus-Geld eigentlich schon sehr weit. Ich habe insgesamt im Schnitt so 700 € bis 800 € pro Monat ausgegeben, weil ich gereist bin und die Freizeitangebote voll ausgenutzt habe. Das hängt natürlich stark vom eigenen Lebensstil und der Wohnsituation ab, aber im Großen und Ganzen ist das Leben dort gut bezahlbar.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Holt euch unbedingt den Studierendenausweis der Uni. In den Öffis wird die ISIC-Card oft nicht akzeptiert, wenn man den Studentenrabatt nutzen will, da wollen die Kontrolleure den inländischen Ausweis sehen. Für die Stadt und auch das nationale Zugnetz ist die App „Jakdojade“ zu empfehlen, die hilft extrem bei dem Ticketkauf und der Navigation. Ein Tipp für günstiges und leckeres Essen sind die „Bar Mleczny“ (Milchbars). Davon gibt es auch ein paar in der Nähe vom Campus. Dort bekommt man echtes polnisches Essen zu günstigen Preisen.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Mein Englisch ist auf jeden Fall viel flüssiger geworden, aber auch fachlich habe ich in den Kursen an der AGH viel mitgenommen. Durch die ganzen ESN-Events und das Leben im Ausland bin ich viel sicherer im Umgang mit Leuten aus anderen Kulturen geworden. Und ein bisschen Polnisch habe ich auch gelernt.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Mir ist noch mal richtig klar geworden, wie wichtig Beziehungen zu Menschen sind, egal wo auf der Welt man gerade ist. Ich bin echt dankbar für die Leute, die ich dort kennengelernt habe, und die neuen Perspektiven, die ich gewonnen habe.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Ich hatte eigentlich keine richtig großen Probleme, vor allem weil ich im Wohnheim am Campus gewohnt habe. Von anderen habe ich aber mitbekommen, dass die Wohnungssuche in der Stadt die größte Herausforderung sein kann. Da sollte man sich also früh darum kümmern.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Eindeutig die Leute. Egal wo man hinkommt, es sind die Freundschaften, die hängen bleiben. Ich habe Leute aus der ganzen Welt kennengelernt und daraus sind echte Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch lange halten.