Sophie

  • BSc Informatik
  • Odense, Dänemark
  • Auslandssemester
  • University of Southern Denmark
  • Wintersemester 2025/2026
Bunte Strandhütten stehen hinter üppigen grünen Büschen mit Wildblumen, vor einem strahlend blauen Himmel und dem Meer im Hintergrund an einem sonnigen Tag.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich eine Mastercard Kreditkarte zuzulegen (oder andere Anbieter), da man in Dänemark zu 99% mit der Karte bezahlt und man sich damit und konstante Gebühren spart. Allgemeine wichtige Informationen und Guides wurden von der Partneruniversität mittels eines Teams Channels zur Verfügung gestellt, man musste sich eigentlich für nichts vor der Anreise selber raussuchen.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Es gab 2 Orientierungsevents, eines für die Universität allgemein und am folgenden Tag für das spezifische Gebäude des Studienganges. Es gab dänische Snacks und Getränke, eine Tour über das Gelände, die Möglichkeit, sich eine Mitgliedschaft beim Erasmus Student Network zu besorgen (was ich jedem sofort empfehlen kann) und kleine Gruppenübungen.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium war allgemein okay, organisatorisch gibt es nicht zu bemängeln. Was erwähnenswert ist, ist, dass, sobald es zu Gruppenarbeiten kam, dänische Studenten absolut nicht mit Internationals zusammenarbeiten wollten. In zwei Instanzen kam es durch eine automatische Zuweisung eines dänischen Studenten zu Konflikten, die aber trotz Gesprächen mit Lektoren nicht gelöst wurden. Auch in einem anderen Kurs war ein dänischer Student weniger als begeistert mit uns in einer Gruppe zu arbeiten.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Eine ziemlich private, aber freundlich und informelle Lebensart. Man hat sich zu jeder Tageszeit sicher gefühlt und konnte auch nachts sorgenlos als Frau alleine unterwegs sein. Man verbringt gerne viel Zeit in der Natur, in Cafes oder in Museen, und fährt auch überall mit dem Fahrrad hin, egal bei welchem Wetter.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft 

Meine Unterkunft habe ich durch die SDU Website gefunden, dort findet man eine Auflistung mit Informationen zu den jeweiligen Unterkünften. Man konnte zwei davon vorschlagen und wurde dann zugewiesen. Ich hatte leider eine sehr schlechte Erfahrung in meiner Unterkunft “Rasmus Rask”. Das Bad war voller Schimmel und die Möbel waren alt, der Bürosessel war schmutzig und hat nicht richtig funktioniert, das Bett war sehr unangenehm, hat sehr laut gequietscht und roch sehr staubig. Noch dazu musste man sich seinen Schreibtisch selber aufbauen, alles ohne Anleitung, was dazu geführt hat, dass er sogar 2 mal zusammengebrochen ist. Des weiteren war meine Mitbewohnerin sehr schlampig und laut, es war ein konstantes Hinterherputzen und auch nach einem Gespräch hat es sich nicht verändert. Was ich von anderen Internationals gehört habe, war aber auch keine ihrer Unterkünfte sehr toll.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Monatlich habe ich ungefähr 380 Euro Miete gezahlt, je nachdem wie oft ich Wäsche gewaschen habe. Zum Einkaufen bin ich hauptsächlich zum Lidl und Netto gegangen und habe wöchentlich 20-30 Euro dafür ausgegeben, Snacks zähle ich aber nicht dazu. Wenn man gerne Süßes isst, ist man in Dänemark eher schlecht dran. Sie haben eine eigene Zuckersteuer und allgemein hohe Snackpreise. Freizeitaktivitäten sind leider auch nicht sehr billig, aber es war eigentlich mit den Wiener Preisen vergleichbar.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Auf jeden Fall mehr Selbstständigkeit. Man ist besonders anfangs sehr überfordert, sich in einem fremden Umfeld zu befinden. Das hat sich aber schnell wieder gelegt, nachdem ich viele positive Erfahrungen gemacht habe.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Viel mehr Toleranz anderer Kulturen gegenüber und Offenheit gegenüber Fremden. Man lernt viel mehr voneinander, wenn man Vorurteile im Hinterkopf lässt und direkt auf die Person zugeht. Dadurch habe ich auch Freunde aus Ländern am anderen Ende der Erde gefunden.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Sich zu überwinden, ganz alleine so einen großen Schritt zu machen. Besonders als eher schüchterne und introvertierte Person war es schwierig, sich einzugewöhnen und aktiv Freunde zu finden.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes? 

Auf jeden Fall mein Wanderausflug nach Schweden und der Besuch in Malmö, und der Kurzausflug zur dänischen Insel Aero. An beiden Orten war es wirklich schön und die Zeit mit meinen Freunden werde ich für immer schätzen.