Nicoletta

  • BSc Informatik
  • Gent, Belgien
  • Auslandssemester
  • HoGent Ghent University of Applied Sciences
  • Wintersemester 2025/2026
Draufsicht auf einen Tisch mit Holztabletts, auf denen sich verschiedene Desserts befinden, darunter ein Keks, Mousse au Chocolat, ein Getränk mit Schaumkunst, eine Schale mit Obst und Sahne sowie goldfarbene Utensilien, die alle auf einer roten Lattenfläche angeordnet sind.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Am wichtigsten ist natürlich die Wohnungssuche. Abgesehen davon lohnt es sich meiner Meinung nach die absoluten Basics von niederländisch zu lernen. Einfach das was man in einem Supermarkt an der Kassa brauchen könnte.

Ansonsten würde ich mir noch mit Transportmitteln beschäftigen. Leute sind entweder mit den Öffis oder mit dem Rad unterwegs. Ich habe beides gehabt, war damit aber in der Minderheit und es ist natürlich teurer.

Mit dem Rad ist man öfter schneller unterwegs, gerade wenn man wie ich im Studentenheim Eddies Vesalius wohnt, ist es wirklich praktisch. Es gibt die Möglichkeit ein Rad pro Monat zu mieten, was auch alle Erasmus Studenten die ein Rad dort hatten gemacht haben. Hier kann ich empfehlen ein bisschen zu recherchieren, denn ich habe einfach die erste empfohlene Firma genommen und habe nicht gewusst, dass es andere gibt wo man noch einen Korb beim Rad dabei hat.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Es gibt Willkommenstage. Dort gab es am ersten Tag am Anfang die Möglichkeit andere Leute kennenzulernen und dann gab es Präsentation. Danach gab es eine Stadttour. Am nächsten Tag hat es eine Campus Tour gegeben.

Was ich vor allem empfehlen kann ist, bei den ESN Events mitzumachen. In der ersten Woche gibt es jeden Tag ein Event, irgendwas ist da für jeden dabei.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Vom Schwierigkeitsgrad ganz angenehm. Man kann am Anfang noch Kurse wechseln, ich habe mich in ein paar andere in der ersten Woche einfach mit reingesetzt und dann einige gewechselt.

Man sollte sich natürlich vorher die Auswahl an angebotenen Kursen anschauen, so wie es aktuell ist, gibt es nicht wirklich tolle Kurse im IT Bereich. Es ist auch als Informatik Studentin möglich Kurse aus dem Business Bereich zu wählen: https://www.hogent.be/en/future-student/exchange-programmes/business-retail-and-languages/.

In Belgien enden die Kurse alle Mitte Dezember und im Jänner sind dann nur noch Prüfungen. Man erfährt die Prüfungstermine aber erst Ende November. Noch eine Eigenheit von HoGent ist, dass man seine Noten erst ganz am Ende vom Semester erfährt, weil sie so Stress durch schlechte Noten verhindern wollen. Außer im Marketing Fach habe ich unterm Semester auch nie gewusst wo ich gerade stehe. Man bekommt kein Feedback, ob etwas gerade gut oder schlecht war.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

ESN in Gent ist wirklich super. Sie organisieren sehr viele Events unterschiedlicher Art. Man sieht alle vergangenen Events in ihrem Kalender: https://www.esngent.org/calendar

Ich würde auf jeden Fall eine Stadttour machen, da es schon ein paar lustige Geschichten über Gent gibt.

Belgien ist bekannt für Pralinen, Waffeln, Bier und Pommes und an der Anzahl an Läden dafür merkt man das auch. Es gibt Pommesläden (Frituur) die es so nicht in Wien gibt, in denen es einiges zum Probieren gibt.

Alles ist viel kleiner als in Wien, was man dann auch an deren Clubs und Karaoke Bar z.B. merkt, was einen eigenen Charme hat und die Gebäude in Gent schauen generell wirklich cool aus.

Man merkt, dass Gent eine Studentenstadt ist. Es ist immer was los, außer im Prüfungsmonat, da wirkt die Stadt fast leer und alles hat kürzer offen.

Empfehlungen:
Frituur: De Frietketel
Jazz Bar: Hotclub
Schokocafé: Mayana
Ausgefallener Chocolatier: Vandenbouhede

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft 

HoGent hat Plätze in zwei Studentenheimen: https://www.hogent.be/en/future-student/practical-guide/housing/hogent-student-residencies/exchange-student/
und ich würde auf jeden Fall empfehlen sich dafür zu melden (man bekommt eine E-Mail wo man ein Forms dafür ausfüllen muss). Es ist allerdings nicht sicher, dass man einen Platz bekommt, sie vergeben die Plätze zuerst an Personen außerhalb der EU, da diese es schwieriger haben, einen Platz zu bekommen.

Wenn man dort keinen Platz bekommt, ist es nicht so einfach eine Wohnung für ein halbes Jahr zu finden, denn normale Wohnungsvermieter und WGs wollen im Normalfall Leute die mind. ein Jahr bleiben. Eine Möglichkeit sind Facebook Gruppen. Hier bekommt man wenn vor allem Wohnungen von Studenten aus Belgien die selber ein Auslandssemester machen und jemanden für ein halbes Jahr suchen.

Ich habe einen Platz durch HoGent im Eddies Studentenheim bekommen.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Lebensmittel im Supermarkt waren ungefähr gleich teuer wie in Wien würde ich sagen. Einzelne Sachen waren billiger dafür andere wieder teurer.

Essen gehen, also Restaurants und auch Kebap Stände usw. sind doch um einiges teurer als in Wien. Dafür waren die Preise in der Mensa von HoGent ganz gut.

Fitnessstudios sind deutlich günstiger.

Es hilft ein bisschen was angespart zu haben, da man einfach mehr ausgeht und herumreist als normalerweise, wenn man schon mal ein Auslandssemester macht.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Sehr wichtig zu wissen ist, dass man in Belgien die Hand seitlich rausstrecken muss, damit ein Bus oder Straßenbahn stehen bleibt. Bei sehr vollen Stationen wie am Bahnhof ist es nicht notwendig, aber ansonsten, vor allem wenn es mehrere Linien bei einer Station gibt, unbedingt ein Handzeichen geben.

Bei Bussen muss man generell vorne einsteigen, mit Koffern bin ich einfach trotzdem hinten eingestiegen, aber generell sollte man vorne einsteigen.

Beim Einsteigen muss man entweder seine Karte hinhalten oder in der App auswählen in welchem Verkehrsmittel man aktuell ist (geht durch Bluetooth meistens relativ einfach). Beim Austeigen muss man nichts machen.

Falls man von Gent nach Wien mit dem Zug fährt, muss man entweder in Köln oder Frankfurt umsteigen. Statt über Frankfurt Main ist es in diese Richtung meistens möglich eine Station vorher am Frankfurt Fernflughafen umzusteigen, was ein deutlich angenehmerer Bahnhof ist.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Mein Englisch hat sich verbessert und ich kann jetzt auch andere Personen, die einen sehr starken Akzent in ihrem Englisch haben, besser verstehen.

Auch wenn ich in Wien hin und wieder mal alleine wohin gegangen bin, war es dann doch deutlich häufiger in Gent und es hat mir geholfen die Scheu davor ein bisschen zu verlieren.

Man lernt viel über andere Kulturen und im Endeffekt habe ich Wien / Österreich danach noch deutlich mehr schätzen gelernt.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die ersten eineinhalb Wochen. Es war für mich am Anfang überfordernd niemanden zu kennen, versuchen die Öffis zu verstehen, super viel zu tun zu haben mit auspacken, essen, IKEA Einkauf, Fahrrad abholen usw. Auch einfach so viel Neues zu haben und sich überhaupt nicht auszukennen. Leider hat mein Mietvertrag bei Eddies erst einen Tag vor den Welcome Days angefangen, dadurch hatte ich vor Start von all den Events nicht wirklich viel Zeit. Ich bin die Tage davor in die Niederlande gefahren, im Nachhinein hätte ich stattdessen ein paar Tage vorher schon in Gent bleiben sollen, um nicht so einen Stress zu haben. War auch teilweise selbstgemachter Stress, man muss am Anfang nicht zu allen Events gehen, man kann später immer noch neue Leute kennenlernen … der Zug ist nicht abgefahren nach zwei Wochen, so wie ich es dachte.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die ESN Events. Man trifft so viele unterschiedliche Leute und dann irgendwann dieselben wieder, sie haben mir wirklich großen Spaß gemacht.

Historische Gebäude im gotischen Stil säumen einen Kanal in Gent, Belgien, und Menschen spazieren am Ufer entlang. Eine Steinbrücke überquert das Wasser unter einem strahlend blauen Himmel mit Wolkenfetzen.