Noah
- BSc Informatik
- Madrid, Spanien
- Auslandssemester
- University Carlos III of Madrid
- Wintersemester 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Zuerst habe ich mit dem International Office die Rahmenbedingungen geklärt und Optionen besprochen. Das würde ich definitiv empfehlen. Außerdem sollte man sich früh genug um eine Unterkunft kümmern, ich habe das etwa 2 Monate davor gebucht. Ich denke viel später sollte man nicht dran sein. Es gibt auch ein Buddy-Programm, bei dem man sich anmelden kann. Dann bekommt man auch eine Campus Führung am Welcome Day in einer Kleingruppe, das ist sehr gut um gleich die ersten Mitstudierenden kennenzulernen.
Wie war das Studium an der Gasthochschule?
Das Studium war ähnlich zu dem auf der FH, eher praxisorientiert mit Aufgaben und Projekten, die man alleine oder in einer Gruppe im Laufe der Semesters zu erledigen hat. Teilweise gab es aber schon auch hoch gewichtete Endprüfungen. Ich habe alle Prüfungen im Dezember absolviert. Am Ende war das sehr stressig, da ich neben den letzten Projektabgaben auch noch für die Finals lernen musste. Standardmäßig bekommen alle Erasmus-Studierende verfrühte Prüfungen bereits im Dezember, damit man im Jänner nicht nochmal nach Madrid kommen muss. Man kann die Prüfungen allerdings auch erst im Jänner machen.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Spanien ist sehr offen und die Menschen sehen die Dinge sehr locker. Die Stadt ist wirklich sehr schön und es ist immer etwas los. Events von ESN (@esn_uc3m oder @esn.madrid) sind super, um Menschen kennenzulernen. Besonders am Anfang des Semesters gibt es da fast täglich Events wo man hingehen kann.
Die Uni bietet auch sehr viele Sportaktivitäten an, ich habe mich fürs Kickboxen angemeldet. Obwohl der Kurs auf Spanisch war bin ich auch mit meinem limitierten Spanisch gut zurechtgekommen und wurde von den spanischen Studierenden sehr herzlich aufgenommen.
Außerdem würde ich jedem empfehlen einen Salsa/Bachata Kurs zu machen, davon gibt es in Madrid sehr viele. Ich war bei einer sehr coolen Community (@salsarea.io), da kann man sehr einfach und günstig tanzen lernen, aber auch neue Freunde finden. Es sind sehr viele Internationals aber auch Locals dabei.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Ich habe meine Unterkunft über Spotahome gebucht. Das war auch eine von der Universität empfohlene Webseite, da es anscheinend über weniger bekannte Vermittlungsplattformen leicht zu Scamfällen kommen kann. Bei mir hat alles gepasst, die Wohnung sah aus wie auf den Bildern (das wurde auch von Spotahome so garantiert). Die Ausstattung war recht minimalistisch aber für mich absolut ausreichend. Ein Bett, ein Schreibtisch ein Kleiderschrank und ein kleinerer Kasten. Geteilt habe ich mir das Apartment mit 2 anderen Studenten, die ebenfalls genauso wie ich von September bis Dezember auf der UC3M waren. Jeder von uns hatte ein eigenes Zimmer. Bad und Wohnzimmer waren geteilt.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Da meine Wohnung etwas außerhalb beim Uni Campus in Leganés war, war die Miete mit 460€ (inkl. Strom und Wasser) sehr günstig. Dazu kommen dann aber auch ca. 150€ für Uber, um am Abend heimzukommen, da die Züge ab 0 Uhr nicht mehr fahren (der Nachtbus ist nicht zu empfehlen). Für Essen habe ich ca. 300€ im Monat bezahlt, und für Freizeit ca. 200€.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Das Abono Joven ist eine Öffi-Karte für ganz Madrid, für 10€ im Monat. Am besten macht man sich da schon direkt im Vorhinein online einen Termin bei einer entsprechenden Ausgabestelle aus.
Weil mich das am Anfang sehr verwirrt hat: Die Uni hat 3 Campusse. Einen in der Stadt (allerdings nur für Master-Studierende) und 2 außerhalb, Leganés und Getafe. Bei den Kursen steht immer dabei, in welchem Campus der Kurs stattfindet. Ich habe auch von Freunden gehört, dass sie Kurse sowohl in Leganés als auch in Getafe besucht haben. Ich hatte nur Kurse in Leganés.
Bezüglich Wohnung würde ich unbedingt darauf achten dass man gut angebunden ist, entweder in der Stadt (idealerweise bei Atocha) oder, wenn man weiß, dass man nur Kurse an einem Campus hat, in Gehweite vom Campus. Die Busse außerhalb des Zentrums sind wenig verlässlich. Außerdem kann ich Lavapiés nicht zum Wohnen empfehlen, eine Freundin hat sich dort am Abend beim Heimkommen sehr unwohl gefühlt, und dann auch Wohnung gewechselt.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Dadurch dass ich vorher niemanden dort kannte, war ich zum Socializing „gezwungen“. Ich denke es wird mir in Zukunft leichter fallen, neue Leute kennenzulernen. Außerdem denke ich auch, dass ich selbständiger und generell entspannter geworden bin, was das Lösen von alltäglichen Problemen angeht.
Auch mein Spanisch hat sich während der Zeit sehr verbessert. Ich hatte Spanisch zwar schon in der Schule, allerdings war es sehr eingerostet. Da ich aber versucht habe alltägliche Gespräche mit Locals auf Spanisch zu führen (teilweise war es auch nötig, da öfters auch kein gutes Englisch gesprochen wird), haben sich meine Spanischkenntnisse sehr stark verbessert.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?
Ich denke ich bin viel weltoffener und auch offener für neue Erfahrungen geworden. Auch das Interesse für andere Kulturen hat das Auslandssemester sehr stark geweckt. Durch die vielen internationalen Bekanntschaften fühle ich mich zu vielen Ländern der Erde viel mehr verbunden als vorher.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Ich denke die größte Herausforderung waren die Prüfungen im Dezember. Das war dann am Ende doch noch einmal sehr stressig. Wenn es sich zeitlich ausgeht, und man kein Problem damit hat, den Jänner auch noch im Madrid zu verbringen, würde ich definitiv die Prüfungen im Jänner machen. Außerdem war die Prüfungswoche auch gleichzeitig die letzte Woche vor Weihnachten, und somit auch die letzte Woche in Madrid. Somit wurden dann die ersten Abschiede schon mit dem Prüfungsstress gemischt, was natürlich nicht gerade angenehm war.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Definitiv die vielen (internationalen) Freundschaften die ich dort geschlossen habe. Es war sehr spannend, über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Länder zu reden. Und auch die verschiedenen Mentalitäten kennenzulernen. Außerdem war es auch sehr bereichernd, selber in die spanische Mentalität einzutauchen und davon auch ein Stück nach Hause mitzunehmen.

