Markus
- BSc Internationales Wirtschaftsingenieurwesen
- Odense, Dänemark
- Auslandssemester
- University of Southern Denmark
- Wintersemester 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Ich habe mich hauptsächlich über Mobility Online sowie durch kurzen Austausch mit dem International Office vorbereitet. Besonders intensiv habe ich mich im Vorfeld über Fördermöglichkeiten und finanzielle Unterstützung informiert, da die Lebenshaltungskosten in Dänemark nicht zu unterschätzen sind.
Ich empfehle zukünftigen Outgoing-Studierenden, sich frühzeitig über finanzielle Aspekte und Förderungen zu informieren und die Budgetplanung realistisch zu gestalten. Außerdem ist es hilfreich, alle organisatorischen Schritte rechtzeitig über Mobility Online abzuwickeln und bei Unklarheiten direkt Kontakt mit dem International Office aufzunehmen.
Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?
Die Gastinstitution hat uns im Rahmen von Welcome Days begrüßt, bei denen alle wichtigen organisatorischen und akademischen Informationen vermittelt wurden. Zudem hatte man direkt die Möglichkeit, sich bei ESN anzumelden, was ich sehr empfehlen kann.
Die Orientierungstage waren gut strukturiert und hilfreich, um Kontakte zu knüpfen und sich schnell zurechtzufinden. Zusätzliche Informationen waren aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig, da die wichtigsten Punkte abgedeckt wurden.
Wie war das Studium an der Gasthochschule?
Das Studium an der Gasthochschule war insgesamt sehr angenehm und nicht übermäßig stressig, dennoch hatte man kontinuierlich Aufgaben und Inhalte zu bearbeiten. Die Vorlesungen fanden meist in 4-Stunden-Blöcken statt, was anfangs ungewohnt war, aber gut organisiert umgesetzt wurde.
Besonders positiv war das internationale Umfeld mit vielen Studierenden aus unterschiedlichen Ländern sowie die engagierten und kompetenten Lektor:innen. Auch die Infrastruktur der Hochschule war modern und gut ausgestattet.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Das Land und die Kultur habe ich als sehr offen, entspannt und international erlebt. Die Menschen sind freundlich und das Leben wirkt insgesamt gut organisiert und ausgeglichen.
Freizeitmöglichkeiten gibt es viele: Das Uni-Gym ist sehr gut ausgestattet, es gibt Running Clubs und zahlreiche Sportangebote. Zudem kann man am Hafen kostenlos in die Sauna gehen und anschließend ins Wasser – ein echtes Highlight. Auch das Nachtleben und Partys kommen nicht zu kurz, sodass eine gute Balance zwischen Studium, Sport und Freizeit möglich ist.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Die Unterkunftssuche lief über die Universität Odense, von der man verschiedene Wohnmöglichkeiten vorgeschlagen bekommt. Die Organisation war grundsätzlich unkompliziert und gut strukturiert.
Ich würde jedoch empfehlen, die einzelnen Wohnoptionen genau zu prüfen. Meine Unterkunft (SKT Jørgens Gade 45B) war leider in keinem guten Zustand und entsprach nicht meinen Erwartungen, obwohl sie preislich auf dem gleichen Niveau wie andere, deutlich bessere Unterkünfte lag. Andere Wohnheime waren hingegen modern, sauber und gut ausgestattet. Daher lohnt es sich, hier vorab genauer zu vergleichen und – wenn möglich – Erfahrungsberichte einzuholen.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Ich habe im Vorfeld viel gearbeitet und entsprechend Geld angespart, da mir bewusst war, dass die Lebenshaltungskosten höher sind als in Österreich. Insgesamt würde ich sagen, dass das Leben etwa 20–30 % teurer ist. Insgesamt ist alles gut machbar, vor allem da man in der Universität relativ günstig und gut essen kann. Eine realistische Budgetplanung im Voraus ist jedoch sehr wichtig.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Gerade in den ersten Wochen würde ich empfehlen, bei möglichst vielen Veranstaltungen dabei zu sein und aktiv auf andere Studierende zuzugehen. Wenn man offen ist und Leute einfach anspricht, findet man sehr schnell Anschluss.
Die Studentenbar „Bodegaen“ ist besonders dienstags und donnerstags sehr beliebt und eine gute Möglichkeit, günstig etwas trinken zu gehen und neue Leute kennenzulernen. Außerdem gibt es regelmäßig die „Friday Bar“, die ebenfalls ideal ist, um Kontakte zu knüpfen.
Wichtig ist es, sich vorab über Mobility Online, die Website der Gastuniversität sowie ESN (Erasmus Student Network) zu informieren. Auch Facebook- oder WhatsApp-Gruppen für internationale Studierende sind sehr hilfreich. Generell gilt: offen sein, Dinge ausprobieren und die ersten Wochen intensiv nutzen – das zahlt sich definitiv aus.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Während meines Auslandssemesters habe ich vor allem meine Anpassungsfähigkeit und Offenheit weiterentwickelt. In einem neuen Land zu leben hat mich dazu gebracht, aktiv auf Menschen zuzugehen und mir ein neues soziales Umfeld aufzubauen.
Ich konnte meine Englischkenntnisse im akademischen Kontext deutlich verbessern, insbesondere in Diskussionen, Gruppenarbeiten und Präsentationen. Zudem habe ich meine interkulturellen Kompetenzen gestärkt, da ich mit Studierenden aus vielen unterschiedlichen Ländern zusammengearbeitet habe.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, neue Situationen anzunehmen, aktiv auf andere zuzugehen und neue Realitäten zu akzeptieren, anstatt alles mit der Heimat zu vergleichen. Dadurch bin ich offener, kommunikativer und flexibler geworden.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?
Während meines Auslandsaufenthaltes haben sich meine Werte und Einstellungen in Bezug auf Authentizität und zwischenmenschliche Beziehungen verändert. Ich habe gelernt, klarer zu kommunizieren und meine eigene Meinung offen zu vertreten, auch wenn diese nicht immer allen gefällt.
Zudem habe ich erkannt, dass man nicht jedem gefallen muss, sondern vor allem zu sich selbst stehen und sich mit Menschen umgeben sollte, die die eigenen Werte teilen. Der Aufenthalt hat mir außerdem neue Perspektiven auf gesellschaftliche und organisatorische Unterschiede gegeben und mir gezeigt, dass manche Dinge, die man aus Österreich kennt, auch anders und teilweise effizienter oder entspannter funktionieren können.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Rückblickend gab es für mich keine größere Herausforderung – weder in der Vorbereitung noch während des Aufenthalts selbst. Die Organisation verlief reibungslos und viele Abläufe waren klar strukturiert.
Natürlich gab es kleinere organisatorische Punkte wie Unterkunft oder administrative Schritte, aber insgesamt war der gesamte Prozess sehr unkompliziert und „smooth“.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Meine positivste Erfahrung waren definitiv die ersten Wochen des Auslandsaufenthaltes. Die Atmosphäre war von Anfang an sehr offen und herzlich, und man hat extrem schnell neue Kontakte geknüpft.
Alle waren neugierig, freundlich und gut drauf, wodurch sofort ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstanden ist. Diese Anfangszeit war besonders intensiv und prägend und hat den gesamten Aufenthalt sehr positiv gestartet.


