Peter

  • BSc Maschinenbau
  • Valencia, Spanien
  • Auslandssemester
  • Polytechnic University of Valencia
  • Wintersemester 2025/2026
Eine Person steht auf einem kopfsteingepflasterten Platz vor einem großen beigen Gebäude mit dem Schild Escola Tècnica Superior dEnginyeria Aeroespacial i Disseny Industrial an der Wand. In der Nähe sind mehrere Fahrräder geparkt.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt beschränkte sich hauptsächlich auf die Anmeldung zu den vorgesehenen Lehrveranstaltungen sowie die formalen Schritte im Rahmen des Austauschprogramms. Darüber hinaus wurden keine umfangreichen zusätzlichen organisatorischen oder inhaltlichen Vorbereitungen getroffen. Rückblickend wäre eine frühere und intensivere Auseinandersetzung mit den Abläufen an der Gasthochschule sinnvoll gewesen, insbesondere im Hinblick auf die Kursanmeldung und die organisatorischen Prozesse vor Ort.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Eine zentrale Willkommensveranstaltung oder strukturierte Orientierungstage seitens der Gastinstitution fanden nicht statt. Die Einführung erfolgte größtenteils informell und individuell, hauptsächlich über E-Mail-Kommunikation sowie durch Eigeninitiative der Studierenden vor Ort.

Hilfreich wären insbesondere frühzeitige und klare Informationen zur Kursanmeldung, zu den tatsächlich verfügbaren englischsprachigen Lehrveranstaltungen sowie zu Anwesenheitspflichten und organisatorischen Abläufen an der Fakultät gewesen. Auch eine übersichtliche Darstellung von Zeitplänen, Deadlines und Ansprechpartnern unmittelbar nach der Ankunft hätte den Einstieg deutlich erleichtert.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium an der Gasthochschule war insgesamt zufriedenstellend, jedoch mit organisatorischen Einschränkungen, insbesondere zu Beginn des Semesters. Die Organisation der Kursanmeldung gestaltete sich aufgrund der hohen Anzahl an Austauschstudierenden schwierig und erforderte ein hohes Maß an Flexibilität. Nach Abschluss der Anmeldephase verlief der Studienbetrieb weitgehend geordnet.

Die Studien- und Lerninhalte waren insgesamt solide, jedoch fachlich nicht außergewöhnlich anspruchsvoll. Der Lernaufwand ergab sich vor allem aus der hohen Anzahl an verpflichtenden Präsenzstunden, insbesondere bei Lehrveranstaltungen mit höherem ECTS-Umfang. Positiv hervorzuheben ist die Aufteilung der Leistungsbeurteilung auf mehrere Teilbereiche sowie das Vorhandensein von zwei Prüfungsphasen, was zu einer besseren Verteilung der Arbeitsbelastung beitrug.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Spanien, insbesondere Valencia, zeichnet sich durch eine offene und lebendige Kultur aus. Der Alltag ist stark von sozialen Aktivitäten, einem ausgeprägten Leben im öffentlichen Raum und einer entspannten Grundhaltung geprägt. Die kulturelle Vielfalt zeigt sich sowohl in der Architektur und Geschichte der Stadt als auch im modernen Stadtleben.

Valencia bietet ein sehr breites Freizeitangebot. Besonders hervorzuheben sind der große Strandbereich sowie die zahlreichen Sportmöglichkeiten, sowohl im öffentlichen Raum als auch an der Universität. Darüber hinaus verfügt die Stadt über ein vielfältiges kulturelles Angebot und eignet sich aufgrund der guten öffentlichen Verkehrsverbindungen auch gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Regionen.

Insgesamt trugen das angenehme Klima, die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und die kulturelle Offenheit wesentlich zu einer positiven Auslandserfahrung bei.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Ich hatte das Glück, bereits vorab eine Kontaktperson in Valencia zu kennen, über die ich eine Wohnung vor Ort mieten konnte. Dadurch war meine Wohnsituation von Beginn an gut organisiert und unkompliziert.

Nach Rückmeldungen anderer Austauschstudierender sind WG-Zimmer in Valencia vergleichsweise teuer, während Einzelwohnungen für Studierende häufig kaum leistbar sind. Eine frühzeitige und gut organisierte Wohnungssuche ist daher dringend zu empfehlen.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Zur Finanzierung des Auslandsaufenthaltes bezog ich das Selbsterhalterstipendium, welches einen wesentlichen Teil der laufenden Kosten abdeckte. Die monatlichen Ausgaben für die Unterkunft beliefen sich auf etwa 500 €. Die weiteren Lebenserhaltungskosten lagen insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie in Wien, wobei insbesondere Getränke günstiger waren.

Die Verpflegung an der Universität war vergleichsweise preiswert; das Essen in der Cafeteria ist günstig und stellt eine kosteneffiziente Möglichkeit der täglichen Verpflegung dar. Die Ausgaben für Verpflegung, Transport und Freizeit waren insgesamt gut kalkulierbar und konnten mit dem Stipendium sowie den laufenden Lebenshaltungskosten gut abgedeckt werden.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Zukünftigen Studierenden ist zu empfehlen, sich frühzeitig und selbstständig über die organisatorischen Abläufe an der Gasthochschule zu informieren, insbesondere über Kursanmeldung, verfügbare englischsprachige Lehrveranstaltungen, Anwesenheitspflichten und Fristen. Eine Anmeldung zu Lehrveranstaltungen sollte möglichst früh erfolgen, idealerweise direkt zum offiziellen Start der Kursanmeldung.

Hilfreich sind insbesondere die offiziellen Websites der Gasthochschule und der jeweiligen Fakultät sowie die Informationsseiten des International Office. Darüber hinaus können Erfahrungsberichte früherer Austauschstudierender und informelle Austauschgruppen (z.B. über soziale Netzwerke) wertvolle ergänzende Informationen liefern.

Eine flexible Planung sowie ausreichend zeitliche Reserven zu Beginn des Semesters sind empfehlenswert, da organisatorische Änderungen auch kurzfristig auftreten können.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Während des Auslandsaufenthaltes konnten insbesondere organisatorische und soziale Kompetenzen weiterentwickelt werden. Durch die anfänglichen organisatorischen Herausforderungen wurde die Fähigkeit gestärkt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und eigenständig Lösungen zu finden.

Darüber hinaus wurden interkulturelle Kompetenzen sowie die Kommunikationsfähigkeit im internationalen Umfeld verbessert. Die regelmäßige Nutzung der englischen Sprache im Studienalltag trug zur Festigung der Sprachkenntnisse bei. Fachlich stand weniger die Vertiefung neuer Inhalte als vielmehr die Anpassung an ein anderes Studiensystem und eine andere Lehr- und Lernkultur im Vordergrund.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Der Auslandsaufenthalt hat zu einer stärkeren Wertschätzung von Flexibilität, Eigenverantwortung und Anpassungsfähigkeit geführt. Insbesondere der Umgang mit organisatorischen Unsicherheiten hat die persönliche Gelassenheit im Umgang mit unvorhersehbaren Situationen gefördert.

Zudem wurde die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Arbeitsweisen weiter gestärkt. Der Aufenthalt hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass unterschiedliche Herangehensweisen im akademischen und organisatorischen Bereich funktionieren können, auch wenn sie von den gewohnten Strukturen abweichen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die größte Herausforderung war die Kursanmeldung zu Beginn des Semesters. Aufgrund der hohen Anzahl an Austauschstudierenden und des begrenzten Angebots an englischsprachigen Lehrveranstaltungen herrschte über mehrere Wochen Unsicherheit hinsichtlich der Erreichung der erforderlichen ECTS. Die späte Klärung der endgültigen Kurszuteilung sowie mehrfach angepasste Fristen erforderten ein hohes Maß an Geduld, Flexibilität und Eigeninitiative.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Eine besonders positive Erfahrung war es, das Wintersemester im sonnigen Spanien verbringen zu können und nicht im nassen und kalten Wien. Das mildere Klima trug wesentlich zur hohen Lebensqualität während des Aufenthalts bei.