Katharina
- BSc Wirtschaftsinformatik
- Bangkok, Thailand
- Auslandssemester
- King Mongkut Institute of Technology Ladkrabang
- Wintersemester 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?
Zur Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt habe ich mich mit den wichtigsten organisatorischen Punkten beschäftigt. Das Visum habe ich beantragt, wobei mir bewusst wurde, dass es sinnvoll ist, diesen Schritt möglichst früh zu erledigen, da der Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Außerdem habe ich mich über empfohlene Impfungen informiert. Dabei ist es hilfreich, ein Impfzentrum zu kontaktieren, um abzuklären, welche Impfungen notwendig oder sinnvoll sind.
Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Ein wichtiger Schritt bei der Bewerbung für den Auslandsaufenthalt war, sich vorab über das Kursangebot der Partneruniversität zu informieren. Dabei habe ich überprüft, ob die angebotenen Lehrveranstaltungen inhaltlich mit den Vorlesungen an der FH übereinstimmen und angerechnet werden können. Diese Abstimmung ist besonders wichtig, um Verzögerungen im Studium zu vermeiden.
Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?
Die Gastinstitution hat mich sehr freundlich empfangen. Am ersten Tag des Aufenthalts fand eine Willkommensveranstaltung für Austauschstudierende statt, bei der man die Möglichkeit hatte, andere Austauschstudierende kennenzulernen.
Wir bekamen Informationen unter anderem zur Visumsverlängerung, zu verfügbaren Mobilfunkanbietern sowie zu Banken, bei denen man ein Konto eröffnen kann.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.
Die Suche nach einer passenden Unterkunft gestaltete sich etwas herausfordernd, da viele Wohnungen eine Mindestvertragsdauer von sechs Monaten voraussetzen. Da mein Auslandsaufenthalt kürzer war, habe ich mich letztendlich für ein Airbnb entschieden. Grundsätzlich gilt, dass die Preise bei längerer Mietdauer deutlich günstiger werden. Für meine Unterkunft habe ich insgesamt etwa 550 € bezahlt.
Eine weitere mögliche Option sind die Student Dorms. Diese befinden sich direkt am Campus und kosten, wie ich gehört habe, nur etwa 300 € für fast den gesamten Aufenthalt. Allerdings gibt es dort eine Ausgangssperre (Curfew), und die meisten Zimmer sind als Zweierzimmer ausgelegt. Zudem sind diese Wohnheime sehr stark nachgefragt, sodass man etwas Glück haben muss, um einen Platz zu bekommen.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Vor meinem Auslandsaufenthalt habe ich mich grob über die zu erwartenden Lebenshaltungskosten informiert, um mein Budget entsprechend planen zu können. Die monatlichen Kosten können stark variieren, insbesondere abhängig von Unterkunft, Lage und persönlichem Lebensstil.
Die Kosten für die Unterkunft lagen je nach Lage und Ausstattung zwischen etwa 150 € und 600 €. Beim Essen konnte man deutlich sparen, wenn man hauptsächlich thailändisch gegessen hat, hier lagen die Preise meist zwischen 1 € und 3 € pro Mahlzeit. Westliches Essen ist im Vergleich dazu deutlich teurer.
Die Transportkosten hingen stark davon ab, wie weit man fahren musste und wie hoch die Nachfrage zum jeweiligen Zeitpunkt war. Durchschnittlich lagen die Kosten bei etwa 1–2 € für Moped-Taxis, rund 10 € für Taxis, ca. 2 € für die U-Bahn und etwa 0,15 € für den Zug zur Universität. Insgesamt waren die Lebenshaltungskosten gut überschaubar und im Vergleich zu Österreich eher günstig.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Thailand habe ich als ein sehr offenes und herzliches Land erlebt. Die Menschen sind äußerst freundlich, hilfsbereit und wirken insgesamt sehr entspannt, was den Alltag angenehm und unkompliziert macht. Besonders in Bangkok gibt es ein riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten – von Märkten, Restaurants und Cafés bis hin zu kulturellen Veranstaltungen und Nachtleben. Die Stadt ist sehr lebendig, und es gibt praktisch rund um die Uhr etwas zu erleben.
Die thailändische Kultur unterscheidet sich stark von der österreichischen und war für mich besonders spannend. Genau diese kulturellen Unterschiede machen den Aufenthalt so wertvoll. Aus meiner Sicht lohnt es sich sehr, diese Kultur selbst zu erleben und in den Alltag vor Ort einzutauchen.
Wie würden Sie das Studium beschreiben?
Das Studium an der Gastuniversität unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Studium an der FH. Es gibt eine Anwesenheitspflicht, wobei die Anwesenheit teilweise auch in die Benotung einfließt. Das Englisch der Professorinnen und Professoren kann anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, stellt jedoch mit der Zeit kein größeres Problem mehr dar. Auch die Prüfungsformate unterscheiden sich deutlich von jenen, die ich aus Österreich gewohnt bin. Neben klassischen Prüfungen spielen Projekte und (in manchen Vorlesungen) laufende Leistungen eine wichtige Rolle. Insgesamt empfand ich die Organisation des Studiums als gut.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Zukünftigen Studierenden würde ich empfehlen, sich möglichst früh mit der Planung des Auslandsaufenthalts auseinanderzusetzen, auch wenn nicht alles sofort fixiert sein muss. Besonders wichtig ist es, sich rechtzeitig über Visum, Kursanrechnung und Bewerbungsfristen zu informieren, da diese Punkte oft mehr Zeit in Anspruch nehmen als erwartet.
Außerdem ist es hilfreich, sich vorab über Unterkunftsmöglichkeiten zu informieren, gleichzeitig aber offen und flexibel zu bleiben, da sich viele Dinge erst vor Ort klären lassen. Ein weiterer Tipp ist, sich früh mit den Lebenshaltungskosten und dem Transportsystem im Gastland vertraut zu machen.
Generell sollte man offen gegenüber neuen Kulturen sein und sich auf Unterschiede einlassen. Genau diese Erfahrungen machen einen Auslandsaufenthalt besonders wertvoll. Auch wenn nicht alles perfekt geplant ist, lassen sich die meisten Herausforderungen vor Ort gut lösen.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Während meines Auslandsaufenthalts konnte ich vor allem meine Englischkenntnisse deutlich verbessern, da ich diese täglich im Studium und im Alltag verwendet habe. Zusätzlich habe ich wichtige interkulturelle Fähigkeiten entwickelt, insbesondere im Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Der Austausch mit Studierenden aus verschiedenen Ländern hat meine Offenheit und Anpassungsfähigkeit gestärkt.
Darüber hinaus habe ich gelernt, selbstständiger und flexibler zu handeln, da viele organisatorische und alltägliche Situationen eigenständig gelöst werden mussten. Auch im Studium konnte ich neue fachliche Perspektiven gewinnen, da Lehrmethoden und Prüfungsformen anders aufgebaut waren als in Österreich. Insgesamt hat mich der Auslandsaufenthalt sowohl persönlich als auch fachlich weiterentwickelt.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?
Durch meinen Auslandsaufenthalt habe ich gelernt, offener und gelassener mit neuen Situationen umzugehen. Der Alltag in einem anderen Land und einer anderen Kultur hat mir gezeigt, dass viele Dinge auch anders funktionieren können als ich es aus Österreich gewohnt bin, ohne dabei schlechter zu sein. Zudem habe ich mehr Verständnis und Respekt für kulturelle Unterschiede entwickelt. Insgesamt hat der Auslandsaufenthalt meine Sichtweise erweitert und mich darin bestärkt, neuen Erfahrungen mit Offenheit und Neugier zu begegnen.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Rückblickend war die größte Herausforderung für mich die Wohnsituation. Da ich mich relativ spät um eine Unterkunft gekümmert habe, musste ich vor Ort sehr kurzfristig eine Lösung finden. In einem fremden Land auf die Schnelle eine passende Unterkunft zu suchen, war mit viel Unsicherheit verbunden, da man natürlich vermeiden möchte, ohne festen Wohnplatz dazustehen.
Diese Situation war anfangs stressig, hat mir aber auch gezeigt, wie wichtig Flexibilität und schnelles Entscheiden sind. Letztendlich konnte ich eine passende Unterkunft finden und habe aus dieser Erfahrung viel für zukünftige Aufenthalte im Ausland gelernt.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Es fällt mir schwer, eine einzelne positivste Erfahrung zu nennen, da ich den gesamten Auslandsaufenthalt als sehr positiv empfunden habe. Besonders bereichernd waren die vielen freundlichen und offenen Menschen, die ich kennenlernen durfte.
Darüber hinaus war es für mich sehr spannend, ein gesellschaftliches und institutionelles System kennenzulernen, das sich in vielerlei Hinsicht von dem unterscheidet, was ich aus der westlichen Welt gewohnt bin. Diese Unterschiede zeigten sich nicht nur im Studium, sondern auch im Wohnen, im Rechtssystem, in der Kultur und in der Mentalität der Menschen. Gerade diese Vielfalt an neuen Eindrücken hat meinen Auslandsaufenthalt zu einer besonders wertvollen Erfahrung gemacht.