Michael

  • BSc Wirtschaftsinformatik
  • Incheon, Südkorea
  • Auslandssemester
  • Inha University
  • Wintersemester 2025/2026
Eine Gruppe teilt sich ein koreanisches Barbecue an einem runden Tisch und grillt Fleisch und Gemüse über einem zentralen Grill. Beilagen, Reis, Maiskäse, Soßen, Kimchi und Getränke sind um den Tisch herum angeordnet. Die Hände halten Stäbchen und Utensilien.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Zuerst musste ich mit dem International Office sprechen und dort meine Bitte einreichen. Anschließend musste ich meinen GPA berechnen und damit nachsehen, ob ich überhaupt für das Auslandssemester in Südkorea zugelassen werde. Sucht euch dafür die GPA Umrechnung von der Universität Wien heraus, die haben dort eine Formel. Danach habe ich ein Motivationsschreiben verfasst und dieses wurde an die INHA übermittelt damit diese entscheiden kann, ob sie mich als Kandidaten nehmen wollen, um jetzt nur einige Schritte zu nennen. Ich würde jedem Outgoing-Studierenden raten sich vorab schon den GPA auszurechnen. Die nötigen GPA für jede Partneruniversität sind beim International Office und auf deren Website verfügbar.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Ich habe mich über die Gegebenheiten wie Supermärkte, Restaurants und den Universitätsweg erkundigt. Auch ein, zwei weit benutzte Wörter habe ich mir angeeignet. Ich musste auch mit der Koreanischen Botschaft in Wien sprechen und das Visum beantragen. Es ist wichtig zu wissen, dass dieses Visum nur ein “Single Entry” Visum ist. Also ihr müsst in Korea dann das Multi-Entry Visum beantragen, damit ihr während eures Aufenthaltes das Land verlassen könnt. Ansonsten dürft ihr zwar ausreisen, aber habt große Schwierigkeiten bei der Einreise, wenn diese danach noch möglich ist ohne neuen Visumsantrag. Bezüglich Flugticket achtet darauf, wo die Umstiegsmöglichkeiten sind und wie lange ihr dort bleibt. So ein 4 Stunden Aufenthalt in China klingt nett, allerdings dürft ihr dort den Flughafen nicht verlassen. Das wird dann nach einiger Zeit sehr anstrengend.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Die Gastuniversität hat uns Mitglieder zur Verfügung gestellt, die uns bei allen Fragen rund um die Universität und das Leben herum unterstützt haben. Die sogenannte ISN – oder International Student Lounge. Ja, es gab eine Willkommensveranstaltung. Es wurde auch ausreichend darüber im Vorfeld informiert und nach der Veranstaltung wusste ich über die wichtigsten Apps und Anlaufstellen für Fragen bescheid.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.

Die Wohnung, die ich in Partnerschaft mit der INHA-University bekommen habe, war bestenfalls „in Ordnung“. Leider sind in einigen Häusern Insektenplagen und Kakerlaken keine Seltenheit und man findet sie häufig auch in der Wohnung. In meinem Fall war der Building Manager allerdings immer und zu jeder Tages-und Nachtzeit zur Stelle um zu helfen. Der Preis ist sehr hoch, allerdings ist das normal in Korea. Alle einzelnen Dinge wie Toilettenpapier, Handtücher und natürlich normale Badezimmer und Küchenartikel müssen so gut wie vollständig neu gekauft werden. Ich würde allerdings empfehlen AirBNB-Angebote zu überprüfen.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Die Lebenserhaltungskosten, vor allem was Wohnungskosten angeht, sind sehr hoch. Dafür sind die Transportkosten in Korea sehr billig. Ungefähr 800 pro Monat. Wenn man dazu noch ein paar Dinge erleben will und sich etwas in Seoul anschauen will, kann dieser Betrag gerne schonmal höher werden.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Das Land und die Kultur kann man wirklich zusammenfassend einfach als „Grund auf freundlich“ bezeichnen. Jeder hier ging sehr positiv auf mich zu und versucht immer, mir zu helfen wo es nur geht. Sowohl in Seoul als auch in Incheon und Busan gibt es extrem viel zu sehen. Also die ersten Wochen sind gefüllt von herumlaufen und erstmal alles ansehen. Von Seouls Essensständen bis zum Seoul Tower, den Einkaufsbezirk Myeongdong usw.
Solltet ihr in Incheon sein, kann ich euch den Radiotower empfehlen. Speziell zur warmen Zeit ist die Aussicht und die Atmosphäre atemberaubend. Was ich auch hervorheben muss ist das Essen: das allgemeine Essen hier ist wahnsinnig gut und sehr preiswert. Auch wenn ein Restaurant mal komplett leer steht, dann lasst euch davon nicht täuschen. Ich habe einige meiner besten kulinarischen Erlebnisse in solchen Restaurants gemacht.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Die Professoren waren sehr gut vorbereitet und man hat wirklich gemerkt, dass die Professoren extrem versiert in ihren Fachgebieten sind.
Vor allem in Basic Korean war meine Professorin sehr aufmerksam und hat vollends verstanden, das wir Schwierigkeiten mit der Sprache hatten. Was mich anfangs etwas verwundert hat, war das „relative Grading“ System, indem nur ein Teil der Vorlesungsteilnehmer ein A+ erreichen kann. Aber das ist hier in Asien normal und das bedeutet nicht, dass man danach durchfällt. Es geht nur darum das besonders für Stipendien nur einige wenige Studierende ausgewählt werden. Aber sowohl die offline als auch online classes waren gut strukturiert und man konnte dem Lehrstoff gut folgen.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Es ist wichtig, dass ihr euch den Stundenplan, den ihr habt, ganz genau anseht. Viele Vorlesungen lassen sich aneinanderhängen und ihr spart so viel Zeit am Tag. Seid hier aber vorsichtig, da einige Professoren Verspätungen nicht dulden oder sofort mit einem Gesamtnotenabzug bestrafen. Ihr habt auch nach Beginn des Studiums noch die Möglichkeit, eure Fächer zu ändern oder Kurse zu ersetzen. Vergesst allerdings nicht, dass geänderte Kurse im Learning Agreement eingetragen und vorher mit euren Professoren in Österreich abgesprochen werden müssen. Die erste Studienwoche wird nicht in die Benotung miteinbezogen.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Sprachkenntnisse in Koreanisch. Die Verbesserung meiner Englisch-Kenntnisse, das Zusammenarbeiten in multikulturellen Teams und der Umgang mit Python sind die größten Pluspunkte. Aber auch das Zusammenarbeiten und Koordinieren von verschiedensten Kulturen und Herkunftsländern konnte ich ausbauen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die anfängliche Sprachbarriere war riesig, auch wenn die Menschen hier ihr Bestes tun, um dir zu helfen. Auch die Geschwindigkeit von Vorlesungsthemen ist anfänglich etwas überwältigend. Und natürlich die Mid und Final Exams.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Als mein Studienkollege einen medizinischen Notfall hatte und sich eine Person aus der International-Student-Gruppe um 5 Uhr morgens gemeldet hat, um im Krankenhaus vollständig zu übersetzen, obwohl uns die Person gar nicht kannte.