Sebastian

  • BSc Wirtschaftsinformatik
  • St. Gallen, Schweiz
  • Auslandssemester
  • Ostschweizer Fachhochschule
  • Wintersemester 2025/2026
Ein Mann posiert mit gebeugtem Arm neben einer Schweizer Flagge auf einem Bergpfad, mit dramatischen grünen Hängen und schroffen Gipfeln im Hintergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Ich absolvierte mein Auslandssemester in der Schweiz an der Hochschule Ost in St. Gallen. Da die Schweiz nicht am Erasmus+-Programm teilnimmt, wurde ich über das Swiss-European Mobility Programme (SEMP) gefördert.
Mit der Planung begann ich etwas später, da ich mich auf eine Restposition nach dem regulären Bewerbungszeitraum bewarb. Dadurch verzögerte sich die Vorbereitung im Vergleich zu einer Early-Bird-Bewerbung.
Der wichtigste und zugleich aufwendigste Schritt war das Learning Agreement, da eine passende Kursauswahl gefunden werden musste, die sowohl den Anforderungen meiner Heimathochschule als auch der Gasthochschule entsprach. Dies erforderte mehrere Abstimmungsrunden.
Die Wohnungssuche empfand ich als einfacher als erwartet. Der größte Aufwand lag letztlich im Zusammenstellen der mitzunehmenden Gegenstände, da trotz Anreise mit dem Auto auf vieles verzichtet werden musste.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Für den Auslandsaufenthalt in der Schweiz war kein Visum erforderlich. Allerdings musste ich mich gemäß den gesetzlichen Vorgaben beim zuständigen Einwohnermeldeamt an- und wieder abmelden.
Die Anreise erfolgte mit dem Auto, was eine flexible An- und Abreise ermöglichte. Dank der Kurzaufenthaltsbewilligung L konnte ich meine österreichische e-Card (europäische Gesundheitskarte) nutzen und mich von einer zusätzlichen Schweizer Krankenversicherung befreien lassen.
Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist und hohe Roamingkosten anfallen können, organisierte ich meine mobilen Daten über eine eSIM-Lösung.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Zu Beginn wurden sogenannte „Welcome Days“ organisiert, die sich über zwei Tage erstreckten und sehr gut strukturiert waren. Dabei erhielten wir eine Einführung in das Studium sowie in das Leben in St. Gallen.
Neben organisatorischen Informationen gab es gemeinsame Aktivitäten wie einen Stadtrundgang und ein gemeinsames Fondue-Essen, das eine gute Gelegenheit bot, andere Austauschstudierende kennenzulernen.
Die Betreuung durch die Partnerhochschule war insgesamt ausgezeichnet. Es gab klare Ansprechpartner:innen sowie ein gut organisiertes Buddy-System, wodurch der Einstieg sehr erleichtert wurde.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.

Ich wohnte während meines Auslandsaufenthaltes in Zürich und konnte bei einem Freund zur Untermiete wohnen. Die monatlichen Fixkosten beliefen sich auf rund 200 CHF, was im Vergleich zu den üblichen Mietpreisen sehr günstig war.
Die Unterkunft war gut ausgestattet. Der größte Nachteil war die Distanz zur Hochschule, da die tägliche Anreise nach St. Gallen etwa eine Stunde pro Strecke dauerte.
Zur Mobilität nutzte ich ein Generalabonnement (GA) für rund 260 CHF monatlich, das unbegrenztes Reisen in der gesamten Schweiz ermöglichte. Dadurch war sowohl der Studienalltag als auch das Reisen in der Freizeit sehr unkompliziert.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Die monatlichen Lebenserhaltungskosten beliefen sich auf rund 1.400 CHF. In diesem Betrag waren Mietkosten, das Generalabonnement sowie Ausgaben für Verpflegung und Freizeit enthalten.
Besonders kostenintensiv waren der öffentliche Verkehr und Lebensmittel. Durch die günstige Wohnsituation konnten jedoch Kosten eingespart werden.
Zur Finanzierung erhielt ich eine Förderung über das Swiss-European Mobility Programme (SEMP). Zusätzlich wurden die laufenden Kosten durch Eigenmittel gedeckt.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Die Schweizer Mentalität empfand ich im Vergleich zu Österreich als etwas zurückhaltender. In den ersten Wochen fiel der soziale Austausch etwas schwerer, was sich mit der Zeit jedoch deutlich verbesserte.
In meiner Freizeit nutzte ich die vielfältigen Möglichkeiten intensiv, unter anderem durch Skifahren, sportliche Aktivitäten, Fitnessstudio und zahlreiche Städtetrips. Das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz erleichterte das Reisen im ganzen Land.
Als Österreicher hatte ich kaum sprachliche Schwierigkeiten, da das Schweizerdeutsch dem Vorarlbergerischen ähnelt.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Die Organisation des Studiums war sehr gut. Besonders begeistert hat mich der starke Praxisbezug und die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die in dieser Form an meiner Heimathochschule weniger ausgeprägt war.
Ein großer Mehrwert waren Gastvorträge sowie Exkursionen, unter anderem zu Raiffeisen, SAP und Accus, bei denen praxisnahe Einblicke in moderne Arbeitsmethoden wie Scrum ermöglicht wurden.
Die Vorlesungsstruktur unterschied sich teilweise, Prüfungen wurden häufig in Form von Präsentationen abgehalten. Der Arbeitsaufwand war gut bewältigbar und praxisorientiert.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Rückblickend hätte ich mir einen früheren Überblick über die zusätzlichen Nebenkosten in der Schweiz gewünscht, da diese deutlich höher ausfallen können als in Österreich.
Ein wichtiger Punkt ist zudem der Anmelde- und Abmeldeprozess bei den Behörden, der sich organisatorisch deutlich von Wien unterscheidet. Da mir dieser Prozess zuvor unbekannt war, erfolgte vieles nach dem Prinzip „Learning by Doing“.
Mein Tipp ist daher, sich frühzeitig mit administrativen Abläufen, Nebenkosten und rechtlichen Rahmenbedingungen des Gastlandes auseinanderzusetzen.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Durch den Auslandsaufenthalt habe ich mich persönlich stark weiterentwickelt. Ich gewann mehr Klarheit über meine berufliche Zukunft und meine langfristigen Ziele.
Ich wurde selbstständiger, offener und reflektierter im Umgang mit neuen Situationen. Zudem konnte ich mein persönliches und berufliches Netzwerk deutlich erweitern und viele neue Kontakte sowie Freundschaften knüpfen.
Ein Auslandssemester würde ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?

Der Aufenthalt hat meinen Bezug zum internationalen Arbeiten stark gefestigt. Die Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden und Unternehmen verstärkte mein Interesse an internationalen Teams und daran, langfristig im Ausland zu arbeiten.
Zudem bedeutete der Aufenthalt einen Schritt aus der Komfortzone, der für mich persönlich sehr bereichernd war.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Größere Herausforderungen gab es rückblickend keine. Lediglich ein kurzfristiges Heimweh-Gefühl trat nach drei bis vier Wochen auf, das sich nach einigen Wochen wieder legte.
Insgesamt verlief der Aufenthalt sehr reibungslos.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die positivste Erfahrung war meine persönliche Entwicklung. Neben der gewonnenen Klarheit über meine Zukunft waren es vor allem die neuen Kontakte, Freundschaften und Netzwerke, die den Aufenthalt besonders wertvoll machten.
Der internationale Austausch, der Praxisbezug im Studium und die Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen machten das Auslandssemester zu einer sehr bereichernden Zeit.

Eine Gruppe von sechs Personen in Skiausrüstung posiert und lächelt auf einem verschneiten Berghang; einige stehen auf Skiern, einer sitzt auf einem Snowboard, und die Sonne scheint auf die Berge hinter ihnen.