Christoph

  • BSc Wirtschaftsinformatik
  • Turku, Finnland
  • Auslandssemester
  • Turku University of Applied Sciences
  • Wintersemester 2025/2026
Zwei Personen stehen vor einem Geländewagen, der auf einer verschneiten Straße geparkt ist, umgeben von frostbedeckten Bäumen und einer schneebedeckten Landschaft in der Abend- oder Morgendämmerung. Nebel steigt in der kalten Luft auf, und die Szene hat eine ruhige, winterliche Atmosphäre.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Nachdem ich mit dem Auto nach Finnland gereist bin, musste ich mich akribisch auf die Reise vorbereiten. Ich habe mich um eine Wohnung gekümmert, die einen Parkplatz bietet, eine Fähre gebucht und die dreitägige Anfahrt durchgeplant. Auf das Studiensemester selbst musste ich mich kaum vorbereiten, da die meisten Informationen hierfür sowieso vorab gekommen sind. Wenn man sich am ersten Tag am bekanntgegebenen Ort einfindet und den Anweisungen der Gastinstitution folgt, kann danach nicht mehr viel schiefgehen.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Die Begrüßung war sehr herzlich. Es gab zwei Orientierungstage mit allen notwendigen Informationen über das Studienleben, die Stadt und das Land, in dem man sich befindet. Es wurde merklich viel Aufwand betrieben, um das Einleben der Exchange-Students so angenehm und unkompliziert wie möglich zu machen.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium war sehr interessant und gut machbar. Es gab kaum Prüfungen, sondern hauptsächlich praxisorientierte Projekte. Teilweise war die Organisation etwas chaotisch, mit überlappenden Stundenplänen, aber es war dennoch ein sehr angenehmer Studienalltag. Für mich war es auch problemlos zeitlich machbar, neben dem Studium zehn Stunden pro Woche in meinem Job als IT-Consultant remote weiterzuarbeiten.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Finnland ist wunderschön. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch, war schön öfters in Skandinavien und demnach war für mich klar, dass ich auch mein Auslandssemester in einem nordischen Land absolvieren möchte. Nicht nur ist der Lebensstandard mindestens auf demselben Niveau wie in Österreich, aber in manchen Hinsichten ist dieses Land auch einfach viel fortschrittlicher. Die Innovation, Digitalisierung (z.B. selbst in den abgelegensten Orten Nordlapplands 4G Mobilfunk empfang), Supermärkte fast 24/7 geöffnet, perfekte Radwege, die geförderte Bildung (2,95€ für ein vollwertiges Mittagessen an den Uni-Mensen), usw.
Die finnische Bevölkerung ist etwas reserviert gegenüber Nicht-Finnen, wenn sie dann allerdings “auftauen” echt nett. Freizeitangebote gibt es unzählige, für mich ging es viel mit meinem Offroad-Camper in die Natur. Das Studentennetzwerk ESN hat sehr viele Aktivitäten angeboten, bei denen man auch sehr schnell viele coole Leute kennenlernt.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft 

Ich habe meine Wohnung über eine Art finnisches Airbnb gefunden (www.flatta.fi). Der Vermieter war total nett, auch wenn ich ihn nie persönlich zu Gesicht bekommen habe. Meine 27 m² große Ein-Zimmer-Wohnung hatte eine kleine voll ausgestattete Küche, ein kleines Badezimmer, ein großes King-Size-Bett und einen kleinen Esstisch, an dem ich auch arbeiten konnte. Wichtig war für mich außerdem, mein Auto direkt vor meiner Wohnung gratis abstellen zu können.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Ich habe meinen Job als IT-Consultant zehn Stunden pro Woche fortgeführt und damit etwa die Mietkosten für meine Wohnung (ca. 730 €/Monat) abdecken können. Studentenwohnheime sind deutlich günstiger (etwa 300–350 €/Monat), allerdings kam eine geteilte Küche usw. für mich nicht infrage.

Die Lebensmittelkosten sind etwa vergleichbar mit Österreich. Hierfür habe ich monatlich etwa 400 € ausgegeben. Mein Toyota Land Cruiser ist auch nicht gerade das günstigste Auto im Unterhalt, sodass ich insgesamt auf etwa 1.200 € monatlich gekommen bin.

Diese Kosten konnte ich durch meinen Job, die Unterstützung meiner Eltern und zu einem kleinen Teil durch den Erasmus-Beitrag von 2.233 € (wovon allerdings ein Drittel erst am Ende ausbezahlt wird) decken.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Arbeiten in einem Internationalen Team, ausschließliche Kommunikation auf englisch, sowohl im Studium, als auch privat mit internationalen Freunden, Problemlösung alleine in einem fremden Land mit fremder Sprache

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Bei auftretenden Problemen größtenteils auf sich alleine gestellt zu sein, und nicht die Unterstützung von Freunden oder Familie von zuhause zu haben

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

unvergessliche Reisen, Aktivitäten und Abende mit neu geschlossenen Freundschaften, Besuche von Freunden von zuhause, Schifahren in Levi, Polarlichter, Lappland usw…