Florian

Double Degree Programm

  • MSc Wirtschaftsinformatik
  • Luzern, Schweiz
  • Auslandssemester
  • HS Luzern
  • Wintersemester 2025/2026
Ein großes rotes Schild mit der Aufschrift Grand Tour of Switzerland umrahmt eine malerische Ansicht von Luzern, mit der Stadt, dem See, den Bergen und dem blauen Himmel im Hintergrund. Im Vordergrund sind Bäume und ein Metallzaun zu sehen.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Ich habe vor dem Austausch folgendes gemacht:
Mobility Online Bewerbung, 200 CHF Bewerbungsgebühr an der HSLU, Wohnungssuche, herausfinden welche Kombination von Öffi-Tickets die beste ist (komplizierter als es klingt), Ziele für Tagesausflüge heraussuchen.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Ich habe mich auf die Anreise vorbereitet, da Luzern aber nur 2-3 Stunden von meinem Heimatort entfernt ist, war das nicht sehr kompliziert.
Ich habe mir eine Wohnung gesucht.
Visa brauche ich als Österreicher keines, aber es muss geprüft werden, welche Dokumente für die Beantragung der Aufenthaltserlaubnis und der Befreiung der Krankenversicherung benötigt werden, damit man auch alles hat. Das ist je nach Wohnsitz-Kanton unterschiedlich, also genau recherchieren. Unter anderem braucht man in Luzern ein Nachweis über mindestens ~10.000 CHF auf dem Konto, das kann aber einfach ein Kontoauszug von der österreichischen Bank sein.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Der Studiengang „Master of Science in IT, Digitalization & Sustainability“ hat in der Woche vor dem eigentlichen Start eine Einführungswoche. Diese war sehr intensiv, weil es wirklich 5 Tage jeweils 9 Stunden lang ging und zum Teil auch schon Stoff durchgemacht wurde. Aber auch Kennenlern-Aktivitäten, z.B. das Beste war, dass wir am ersten Tag nach der eigentlichen Uni am Abend mit den Professoren eine kurze Wanderung gemacht haben und anschließend in ein Restaurant auf Kosten der Uni eingeladen wurden.
Diese Woche war zwar etwas anstrengend, aber super zum kennenlernen, und wir hatten dann auch eine wirklich super „Klassen“-Gemeinschaft und haben oft etwas gemacht.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Alle von der FH Technikum, die ein Zimmer in dem Studentenwohnheim in Rotkreuz von der Uni wollten, haben eines bekommen (4er bis 11er WG ca. 500-750 CHF pro Monat). Ich wollte jedoch in Luzern Stadt wohnen und nicht in einem Studentenwohnheim. Auf Flatfox.ch haben wir zu zweit einen Glücksgriff gefunden. Wir haben jemand gefunden, die ihre Wohnung für die für uns richtige Zeitspanne untervermieten wollte. Für 1500 CHF im Monat hatten wir somit eine großartige Altbauwohnung im Stadtgebiet St. Karli in Luzern mit privater Dachterrasse mit Blick auf die Museggmauer.
Auf studentroom.ch das Mietobjekt Eichhof ist sonst auch eine gute Option, dort sind viele Studenten.
Im Nachhinein kann ich sagen, ich bin froh, dass ich in Luzern statt Rotkreuz gewohnt habe, auch wenn ich durch das leider ein paar von den Uni-Treffen in Rotkreuz verpasst habe.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Double Degree Program Studierende erhalten kein SEMP! Und auch nur zum Teil Erasmus+ Geld erhalten. 

Stipendium.at Studienbeihilfe + Auslandsstudium Bonus.


Geld-Spar-Do’s: Einkaufen in Aldi und Lidl, beim Thema Öffis ist ein GA Night wirklich Gold wert (du wirst bald 25? Dann kaufe es noch davor) und ein Halbtax ist unbedingt notwendig, Halbtax PLUS, fürs Wandern eher kleine Gondeln verwenden, Wise-App für Überweisungen verwenden und Trade Republic Kreditkarte für Kartenzahlungen, Tagesausflüge: freizeit.sbb.ch Zug/Aktivität Kombiangebote buchen oder bei ESN mitgehen wenn sie etwas veranstalten. Selbst kochen.
Geld-Spar-Don’ts: Einkaufen in Migros und Coop (aber super Auswahl), Vollständiges GA-Ticket (min. Bezugsdauer 6 Monate), Touristen-Bahnen wie Pilatus/Rigi/Stanserhorn (Aber trotzdem fast ein Muss).


Döner 12-15 CHF. McChicken ~8 CHF. 1 Kugel Eis (Glace) im Zentrum ~4 CHF. Kleines Bier 5-8 CHF. Offis 6 Monate ~1000 CHF, weil kein GA Night. Pro Monat min. 1500 Euro Budget.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Wenn man Berge liebt, ist man hier genau richtig, von Luzern aus kann man super wandern (Fronalpstock Gratwanderweg, Pilatus, Bürgenstock Felsweg, Walenpfad, Brienzer Rothorn, …) und Schifahren (Engelberg, Melchsee-Frutt, Sörenberg, … ), rodeln (=schlitteln), Winterwandern, im See schwimmen oder Gleitschirm fliegen gehen oder City Trips machen. Die Weihnachtsmärkte in der Schweiz waren sehr schön.
Es gibt sehr viele Touristen in Luzern, die Schweizer sind meist sehr ruhig und man bemerkt sie gar nicht. Außer mit meinem Buddy hatte ich leider nur mit wenigen Schweizer zu tun. Subjektiv betrachtet fand ich die Schweizer ziemlich konservativ. Im Studiengang hatten wir nur einen Schweizer aber der wahr sehr motiviert und ehrgeizig.
Kulinarisch werden Fondue (am besten selbst zubereiten, Fondue im Restaurant 30-50 CHF p.P.) und Älpler Magronen sehr hoch gelobt. Bündner Pizokel fand ich aber sehr gut. Ovomaltine und Aromat sind quasi Kulturgut.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Man merkt, dass die anderen Studis viel Geld für das Studium zahlen, z.B. vom Organisationsteam habe ich immer sehr schnell eine Antwort bekommen. Den Professoren war die Pünktlichkeit, vor allem am Anfang des Semesters, sehr wichtig. Die Gruppen für Gruppenarbeiten konnten nicht ausgesucht werden in diesem Studiengang, das war sehr kompliziert mit meinem Teamkollege, der Vollzeit gearbeitet hat nebenher.
Im Vergleich zu Wien mussten wir viel mehr Text schreiben statt wirklich technische Sachen machen. Der Workload war die ersten zwei Monate eigentlich gar nicht vorhanden, dafür waren November und Dezember sehr stressig mit einigen Abgaben, das war in Wien irgendwie immer besser aufgeteilt. Nach Weihnachten musste ich nicht mehr vor Ort sein, empfehle aber den Jänner noch zu nutzen für Winteraktivitäten.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Ich fand die LV Intercultural Competencies nice, weil das mal so was ganz anderes war, und es war auch notwendig, weil wir hatten sehr viele unterschiedliche Nationen in der Gruppe und das war zum Teil schwierig in der Kommunikation, wie Sachen erledigt werden sollen. Fachlich habe ich aber nur in einer LV, Blockchain, wirklich etwas nennenswertes gelernt.
Ich hätte gerne einen Schweizerdeutsch Kurz besucht, aber ich glaube es gab leider nichts.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?

Ich sehe die Schweiz deutlich positiver als vorher und war sicher nicht zum letzten Mal dort.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Vorbereitung: Bürokratie für Antrag von Aufenthaltsgenehmigung und Krankenversicherungsbefreiung.

Während: Die Kommunikation und Arbeit mit den anderen internationalen Teammitgliedern, die sich zum Teil sehr zurückgehalten haben in den Gruppenarbeiten.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

ESN hat ein Hüttenwochenende veranstaltet, das war definitiv das coolste. Sonst die ganzen Wanderungen, die ich mit meiner Gruppe aus lauter Austauschstudenten gemacht habe.
Das hohe Niveau der Skifahrer in Engelberg. Als ich war, waren keine Anfänger dort.