Laura

  • BSc Wirtschaftsinformatik
  • Valencia, Spanien
  • Auslandssemester
  • Polytechnic University of Valencia
  • Wintersemester 2025/2026
Große Holzbuchstaben mit dem Schriftzug UPV stehen im Freien auf einer gepflasterten Fläche, umgeben von grünen Bäumen und Palmen, mit Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Die Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt begann mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Partneruniversitäten. Dabei war mir besonders wichtig, eine Universität in einer Großstadt zu wählen. Als ich Valencia entdeckte, erschien mir die Stadt als idealer Ort, da sie eine gute Kombination aus urbanem Leben und Nähe zum Meer bietet.
Sehr hilfreich war ein Informationsmeeting in Wien mit Mitarbeiter*innen sowie Austauschstudierenden der Universidad Politécnica de Valencia. Dort wurden viele Fragen zum Campusleben, zu sportlichen Angeboten und zu den Lehrveranstaltungen beantwortet, was mir bei der Entscheidungsfindung und Planung sehr geholfen hat.
Zusätzlich erhielt ich umfassende Unterstützung durch das International Office in Wien, insbesondere bei organisatorischen und bürokratischen Themen.
Zukünftigen Outgoing Studierenden würde ich empfehlen, sich frühzeitig zu informieren, Informationsveranstaltungen zu nutzen und Erfahrungsberichte anderer Studierender einzubeziehen.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Die Begrüßung durch die Gastinstitution war gut organisiert und freundlich gestaltet. Zu Beginn fanden zwei Welcome Days statt, da zu diesem Zeitpunkt auch viele Erstsemestrige ihr Studium begonnen hatten. Der erste Welcome Day richtete sich ausschließlich an Austauschstudierende und fand direkt an unserer Fakultät statt. Dort erhielten wir kleine Willkommensgeschenke sowie wichtige organisatorische Informationen. Anschließend boten Kennenlernspiele in kleineren Gruppen die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen.
Der zweite Welcome Day war eine allgemeine Veranstaltung für alle Studierenden. Dabei wurden zahlreiche Angebote und Aktivitäten der Universität vorgestellt, darunter verschiedene Sportmöglichkeiten sowie Einrichtungen wie das Gaming Lab. Dies ermöglichte einen guten ersten Überblick über das Campusleben und die Freizeitangebote.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium an der Gasthochschule war inhaltlich anspruchsvoll und stark strukturiert. Da wir an der Fakultät für Computer Science studierten, war die Auswahl an wirtschaftsbezogenen Lehrveranstaltungen begrenzt und der Fokus lag überwiegend auf technischen und informatiknahen Inhalten.
Die Organisation unterschied sich deutlich von jener an meiner Heimathochschule. Jede Lehrveranstaltung bestand – je nach ECTS-Anzahl – aus ein bis zwei wöchentlichen Vorlesungen sowie verpflichtenden Laboreinheiten. Zusätzlich gab es in den meisten Fächern sowohl ein Midterm- als auch ein Final Exam.
Um 30 ECTS zu erreichen, war eine sehr hohe zeitliche Präsenz notwendig. Der Studienalltag erstreckte sich von Montag bis Freitag mit langen Tagen an der Universität. Die Prüfungen fanden überwiegend in klassischer Pen-&-Paper-Form statt. Insgesamt war das Studium gut organisiert, jedoch sehr intensiv für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Das Land und die Kultur erlebte ich als sehr offen, lebendig und gemeinschaftsorientiert. Besonders auffällig war das aktive soziale Leben sowohl am Campus als auch in der Stadt. Der Campus bot zahlreiche kostenlose Sportmöglichkeiten, darunter Tennis, Schwimmen und Fußball, die den Austausch unter Studierenden förderten.
Die Nähe zum Meer prägte den Alltag, insbesondere zu Beginn des Aufenthalts, als bei wärmeren Temperaturen Aktivitäten wie Fußball oder Beachvolleyball am Strand möglich waren. Ergänzt wurde das kulturelle Angebot durch regelmäßige Veranstaltungen wie Feuerwerke oder Drohnenshows. Valencia erwies sich zudem als idealer Ort zum Vintage-Shopping mit vielen Second-Hand-Läden und attraktiven Sales.
Mit Beginn der Midterm-Phase verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch deutlich auf das Studium. Aufgrund des hohen Arbeitsaufwands blieb nur noch wenig Zeit für Freizeitaktivitäten, wodurch sich das kulturelle Erleben in dieser Phase naturgemäß einschränkte.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Unterkunftssuche erfolgte gemeinsam mit einer weiteren Person über die Plattform Spotahome. Wir entschieden uns für eine gemeinsame Wohnung und zahlten inklusive aller Fixkosten rund 1.300 € monatlich. Die Wohnung befand sich im Stadtteil Malvarrosa, nahe dem Strand und relativ nahe zur Universität.
In den wärmeren Monaten war die Lage besonders vorteilhaft, da der Strand schnell erreichbar war. Mit sinkenden Temperaturen zeigte sich jedoch die größere Entfernung zum Stadtzentrum, was den Alltag etwas einschränkte. Positiv war die Nähe zur Universität, auch wenn die öffentliche Anbindung begrenzt war.
Die Gegend empfand ich persönlich nicht als unsicher. Bei einem erneuten Aufenthalt würde ich jedoch Benimaclet bevorzugen, da dieser Stadtteil universitätsnah ist und über eine direkte Metroanbindung verfügt. Zudem sollte beachtet werden, dass nicht alle Wohnungen über gute Isolierung, Heizung oder Klimaanlage verfügen.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Zur Finanzierung meines Auslandsaufenthalts erhielt ich eine Auslandsbeihilfe sowie Erasmus+ Fördermittel und hatte zusätzlich eigenes Erspartes zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnten die laufenden Fixkosten, insbesondere für die Unterkunft, größtenteils abgedeckt werden. Ergänzend erhielt ich finanzielle Unterstützung durch meine Eltern, ohne die der Auslandsaufenthalt in dieser Form nur schwer realisierbar gewesen wäre.
Die Lebenshaltungskosten in Valencia waren im Vergleich zu Wien insgesamt niedriger, insbesondere im Bereich Lebensmittel. Für Verpflegung gab ich durchschnittlich etwa 300 € pro Monat aus. Die Ausgaben für Freizeitaktivitäten variierten je nach Umfang deutlich und konnten je nach Teilnahme rasch steigen.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Zukünftigen Studierenden wird empfohlen, bei der Kurswahl besonders sorgfältig vorzugehen, da viele Lehrveranstaltungen sehr zeitintensiv sind und einen hohen Eigenarbeitsaufwand sowie mentale Belastbarkeit erfordern. Um alle Fächer erfolgreich absolvieren zu können, ist ein gutes Zeitmanagement unerlässlich.
Es sollte außerdem bedacht werden, dass ein hoher Studienaufwand die verfügbare Zeit für soziale Aktivitäten einschränken kann, insbesondere wenn das volle ECTS-Ausmaß angestrebt wird. Bei aufbauenden Fächern wie Computer Architecture and Engineering ist es ratsam, die Inhalte vorab genau zu prüfen, da diese stark auf Vorkenntnissen basieren.
Wichtig ist auch, dass in der ersten Woche ein Kurswechsel möglich ist und diese Möglichkeit bei Bedarf genutzt werden sollte. Für den Alltag ist das Jugend-Öffi-Ticket (ca. 15 € pro Monat) sehr hilfreich. Als Ausgleich zum Studium bieten sich Ausflüge zur Albufera, nach La Pequeña Venecia oder nach Montanejos an.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Während meines Auslandsaufenthalts konnte ich insbesondere meine Fähigkeiten im Zeitmanagement deutlich verbessern. Aufgrund der hohen Dichte an Prüfungen, Abgaben und Lehrveranstaltungen war eine strukturierte Planung und klare Prioritätensetzung notwendig, was meine Selbstorganisation nachhaltig stärkte.
Auch fachlich konnte ich mich weiterentwickeln, da das Studium ein hohes Maß an Eigenständigkeit und kontinuierlicher Mitarbeit erforderte. Der intensive Studienalltag stellte dabei eine wertvolle persönliche Herausforderung dar.
Meine Spanischkenntnisse konnten im Alltag leicht vertieft werden, wobei der sprachliche Schwerpunkt aufgrund der englischsprachigen Lehrveranstaltungen auf der Anwendung und Festigung meiner Englischkenntnisse lag. Soziale Kontakte rückten mit zunehmendem Studienaufwand in den Hintergrund. Insgesamt stärkte der Aufenthalt meine Belastbarkeit, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Meine grundlegenden Werte und Einstellungen haben sich während des Auslandsaufenthalts nicht wesentlich verändert. Der Aufenthalt hat jedoch dazu beigetragen, bestehende Einstellungen zu festigen, insbesondere in Bezug auf Eigenverantwortung, Durchhaltevermögen und den Umgang mit anspruchsvollen Situationen.
Durch die Erfahrungen im internationalen Studienumfeld wurde mir zudem bewusster, wie wichtig realistische Planung, Selbstorganisation und persönliche Belastbarkeit sind. Insgesamt hat der Auslandsaufenthalt weniger zu einer Veränderung, sondern vielmehr zu einer Bestätigung und Stärkung meiner bisherigen Werte geführt.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die positivste Erfahrung während meines Auslandsaufenthalts war rückblickend der Beginn des Semesters. In dieser Phase blieb ausreichend Zeit, um die Stadt kennenzulernen, an universitären Aktivitäten teilzunehmen und erste Eindrücke vom Campusleben zu sammeln.
Auch Ausflüge in und rund um Valencia sowie die Möglichkeit, verschiedene Orte und Freizeitangebote zu entdecken, trugen zu einem sehr gelungenen Start bei. Diese Anfangszeit war besonders wertvoll, da sie einen guten Ausgleich zwischen Studium, Freizeit und kulturellem Erleben ermöglichte und den Auslandsaufenthalt positiv geprägt hat.