Moritz

  • MSc IT-Security
  • USA, USA
  • Auslandssemester
  • Iowa State University
  • Wintersemester 2025/2026
Eine Nahaufnahme von glatten, gewundenen Sandsteinwänden in Orange- und Brauntönen, die enge Durchgänge und geschichtete Strukturen bilden, wahrscheinlich in einem Slot Canyon mit weichem, natürlichem Licht.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Ich war insgesamt ziemlich spät dran, habe dann aber doch noch eine Zusage von der Partneruniversität bekommen. Nach dieser Zusage habe ich mich sofort auf die Formalitäten konzentriert, also auf all die Dokumente und Nachweise, die für den Aufenthalt notwendig waren. Dabei habe ich deutlich mehr Zeit gebraucht, als ich ursprünglich eingeplant hatte.

Besonders herausfordernd war die Visumsanmeldung für die USA: Durch einen kurzen Aufnahmestopp hatte ich zwischenzeitlich wirklich Sorge, dass ich gar kein Visum mehr bekommen würde. Zum Glück hat am Ende doch alles funktioniert und es ging sich letztendlich noch aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Kursanmeldung. Erst relativ spät, kurz vor dem Abflug, ist mir aufgefallen, dass manche Kurse in meinem gewünschten Semester gar nicht angeboten wurden. Dadurch musste ich unter Zeitdruck noch Änderungen vornehmen und meine benötigten Kurse kurzfristig umplanen.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Am wichtigsten war für mich ganz klar das Visum. Ohne das geht natürlich gar nichts, und deshalb war dieser Schritt auch einer der zentralen Punkte in der gesamten Vorbereitung.

Zusätzlich habe ich mich schon im Vorhinein um notwendige Versicherungen gekümmert. Dazu gehörten unter anderem eine Reiseversicherung sowie eine Rechtsschutzversicherung. Die Krankenversicherung ist an der Iowa State University verpflichtend und muss direkt über die Universität abgeschlossen werden, was man ebenfalls frühzeitig einplanen sollte.

Bei den Flügen habe ich mich für zwei One-Way-Tickets entschieden. Für die Rückreise kann ich auf jeden Fall empfehlen, den Flug spätestens zwei Monate im Voraus zu buchen. Gerade rund um Weihnachten, also Ende November, sind die Preise extrem stark angestiegen und teilweise gefühlt „exponentiell“ teurer geworden.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt? 

Alle International Students wurden gleich zu Beginn durch die sogenannten Welcome Days begrüßt, die direkt in der ersten Woche stattfinden. Ich kann wirklich jedem ausdrücklich empfehlen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Man lernt dabei nicht nur sehr schnell neue Leute kennen und findet neue Freunde, sondern bekommt auch einen richtig guten ersten Eindruck von der Universität und dem Campus. Es gibt außerdem viele coole Aktivitäten, die den Einstieg deutlich leichter machen, zum Beispiel eine Schnitzeljagd, Bowling oder auch die traditionelle Aktion „Find the Gorilla“: Dabei ist irgendwo am ganzen Campus ein Gorilla versteckt und das Ziel ist, ihn als Erstes zu finden.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.

Ich habe während meines Aufenthalts im Frederiksen Court gewohnt, einem Apartment-Sharing off campus. Im Vorhinein habe ich mich recht intensiv mit den verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten auseinandergesetzt. Auf Reddit konnte ich zwar herauslesen, dass Frederiksen nicht unbedingt der beliebteste Wohnort ist, aber meiner Meinung nach hat es für mich vollkommen gepasst.

Mir war vor allem wichtig, ein eigenes Zimmer zu haben. Schlussendlich habe ich mit drei Mitbewohnern zusammengewohnt, die alle aus unterschiedlichen Ländern kamen, was das Zusammenleben auch besonders spannend gemacht hat.

Das Apartment selbst war grundsätzlich gut ausgestattet: Es gab eine Küche, einen Gemeinschaftsbereich sowie eine Waschmaschine und einen Trockner direkt in der Wohnung. Mein Zimmer hatte das Nötigste: einen Schrank, einen Schreibtisch und ein Bett mit Matratze. Das bedeutete allerdings auch, dass ich alles andere erst selbst organisieren bzw. kaufen musste.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Schon im Vorhinein habe ich mich intensiv informiert, welche Förderungen für mich in Frage kommen könnten. Eine erste Überlegung war eine Erasmus-Förderung, allerdings gibt es für internationale Destinationen nur ein begrenztes Kontingent. Dadurch haben letztendlich nur 5 von 12 Studierenden eine Förderung erhalten, vergeben wurde diese nach Notenschnitt.

Eine weitere Unterstützung, die ich wirklich jedem ans Herz legen kann, ist das Selbsterhalterstipendium. Wenn dieses genehmigt wird, kann man im Anschluss zusätzlich auch noch einen Auslandsbonus beantragen, was finanziell nochmal sehr hilfreich ist.

Generell muss ich sagen, dass die Kosten für den Aufenthalt insgesamt überschaubar waren – vor allem, weil die Universität auch viele Dinge kostenlos anbietet. Dazu gehören zum Beispiel Busfahrten, gratis Gym (mit wirklich jeder vorstellbaren Sportart) und ein extrem breites Angebot an Clubs. Es gibt rund 400 verschiedene Clubs, von Sport- und Sprachclubs bis hin zu Cosplay-Clubs.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Amerika hat definitiv einiges zu bieten, auch wenn ich sagen muss, dass Ames im Vergleich dazu eine recht kleine Stadt ist. Es gibt zwar schon Möglichkeiten, etwas zu unternehmen und man kann auch einiges erleben, aber nach ungefähr einem Monat hat man gefühlt das meiste gesehen. Ab diesem Zeitpunkt lernt man nicht mehr ständig etwas komplett Neues kennen, weil die Stadt einfach überschaubar ist.

Meine persönlichen Highlights waren aber ganz klar die Reisen, die ich während meines Aufenthalts gemacht habe. Ich habe mehrere Trips unternommen, unter anderem nach New York, Chicago und Minneapolis. Das absolute Highlight war für mich allerdings ein Roadtrip über Thanksgiving, bei dem ich mir Arizona, Utah und Nevada angesehen habe, das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Im Vergleich zur FH würde ich sagen, dass sich das Studium an der Iowa State University vor allem in der Lernmethode und der Art der Leistungsbewertung nicht wirklich unterscheidet. In jedem Kurs, den ich besucht habe, hat sich die Note aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt, typischerweise aus Assignments, Quizzes, Labs und Exams. Dadurch war es nicht so, dass man das ganze Semester nur auf eine einzige entscheidende Prüfung hingearbeitet hat, sondern man musste kontinuierlich mitarbeiten und regelmäßig Leistungen abgeben.

Der Schwierigkeitsgrad hat dabei stark variiert. Insgesamt war vieles gut machbar, aber ich hatte auch zwei Kurse, die ich persönlich als anspruchsvoller als an der FH empfunden habe. Wenn man jedoch konstant dranbleibt und die Aufgaben laufend erledigt, besteht meiner Meinung nach wirklich keine Gefahr, irgendwo ernsthaft in Schwierigkeiten zu kommen oder einen Kurs nicht zu bestehen.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben? 

Ich habe die vier Monate praktisch ausschließlich Englisch gesprochen, wodurch sich meine Sprachkenntnisse auf jeden Fall deutlich verbessert haben. Vor dem Auslandssemester war ich oft noch recht unsicher, Englisch zu reden, dieses Gefühl habe ich inzwischen aber überhaupt nicht mehr. Durch den täglichen Gebrauch ist die Sprache für mich viel natürlicher geworden und ich merke, dass ich mich jetzt deutlich freier ausdrücken kann.

Neben den verbesserten Sprachkenntnissen habe ich während der Zeit auch einige weitere Fähigkeiten und Qualitäten entwickelt. Durch die vielen organisatorischen Schritte im Vorfeld, von Visum über Kurswahl bis hin zur Unterkunft, habe ich gelernt, selbstständiger zu planen und Verantwortung zu übernehmen.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Meine positivste Erfahrung während meines Auslandsaufenthaltes war definitiv die Kombination aus neuen Freundschaften, persönlicher Weiterentwicklung und dem Gefühl, an einer völlig neuen Umgebung selbstständig wachsen zu können.

Besonders schön war, dass ich in kurzer Zeit viele neue Leute kennengelernt habe und daraus echte Freundschaften entstanden sind. Einige davon werde ich auch nach dem Aufenthalt weiter pflegen, und ich freue mich jetzt schon darauf, manche dieser Freunde wieder zu treffen.

Am stärksten in Erinnerung geblieben ist für mich aber auch die Erfahrung, alleine in einem fremden Land zu sein, in dem ich im Vorhinein niemanden kannte. Man ist dadurch automatisch gezwungen, mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, Entscheidungen alleine zu treffen und Probleme eigenständig zu lösen.