Viktoria

  • MSc Software Engineering
  • Tokyo, Japan
  • Auslandssemester
  • Shibaura Institute of Technology
  • Wintersemester 2025/2026
Eine Hand gießt dicke grüne Matcha-Sauce aus einem kleinen schwarzen Krug auf ein Dessert in einer Glasschüssel, daneben eine dunkle Leckerei auf einem Teller mit einem Holzlöffel. Im Hintergrund sind gelbe Blumen und ein Rasenstück zu sehen.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Beachtet immer die Deadlines und seht die Hälfte der Zeit als eure echte Deadline. Die Angaben beim Technikum sind nur ein Teil und die Uni im Ausland hat ihre eigenen Bewerbungsverfahren. Erkundigt euch bereits auf der Website der Uni im Ausland was für Programme sie anbietet und wie ihr Prozess ist. Für das Research Exchange Programm habe ich mich direkt bei der Professorin des Labors beworben und dann die Zustimmungsemail bei meiner Bewerbung angegeben, damit ich mich nicht bei 3 Labors bewerben muss.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Um ein Visum zu beantragen müsst ihr auf euer Certificate of Eligibility warten welches automatisch von der japanischen Uni beantragt wird. Wartet mit dem Kauf des Flugticket bis ihr das Certificate habt, oder zahlt einen Flug den man verschieben kann.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Es gibt ein Orientierungsveranstaltung. Man bekommt rechtzeitig eine Email mit genauen Informationen zu allem. Die Austauschstudierenden, welche Kurse besuchen haben eine gemeinsame Orientierung und die Research Exchange Studierenden haben eine individuelle Orientierung.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.

Das international Dormitory beim Campus außerhalb von Tokyo kostet ca 250€ Miete. Es kommt noch Energie und Strom dazu. Man muss diese Kosten und auch die verpflichtende staatliche Versicherung Bar in einem Convenience Store bezahlen. Die meisten haben in einem Sharehouse gewohnt welches man einfach über Googlen finden kann. Diese sind bei ca 450€ im Monat, haben aber auch mehr Freiheiten.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Ich hatte bereits einiges angespart, darum hatte ich keinen Stress. Zugkosten liegen wenn man oft nach Tokyo fährt ca bei 200€ im Monat. Essen ist sehr günstig mit dem billigsten Menü um die 2,50€ für eine Reisschüssel mit Rindfleisch. Um die 6€ ist ein normaler Preis für sonstiges Essen.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Tokyo hat natürlich immer etwas zu bieten. Die Uni hat auch mehrere Clubs, wenn diese aber nicht auf der englischen Website der Uni zu finden sind, wollen sie keine Personen die nicht japanisch sprechen. Ich war beim GLC (Global Learning Club) der sich jeden Donnerstag trifft und die meisten Austauschstudierenden sind Teil davon.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Ich habe nur einen Kurs für Projektarbeit besucht. Mein Labor hat wöchentlich ein Meeting in dem die Fortschritte besprochen wurden. Da mein Labor Tourismus als Thema hatte bin ich zu ein paar Orten gereist. Die anderen Studierenden meinten der Unterricht ist einfacher als an ihrer eigenen Uni.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Jedes Schriftzeichen, dass man kann ist nützlich. Die häufigsten 200 sind eine klare Empfehlung. Genauso Hiragana und Katakana. Seht euch ein paar Youtube Videos zum richtigen Benehmen an. Nehmt ein paar Mannerschnitten mit, um Leuten was von Zuhause zu schenken. Ladet euch Line herunter, weil WhatsApp ist dort nicht verbreitet.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Besser aus dem Kontext schließen welches Thema besprochen wird. Japanisch lernt man aber nur, wenn man einen Kurs besucht. Es scheint klein, aber ich habe gelernt mit live translations ein aktiver Teil einer anderssprachigen Besprechung zu sein. VC Tools haben weiters keine sinnvolle Übersetzungsfunktion. Ich empfehle LLMs.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?

Mir ist wieder klar geworden in was für einem privilegiertem Land ich lebe. Der Austausch mit vielen Leuten aus anderen Ländern und hier spezifisch mit Frauen hat mir gezeigt wieso wir unbedingt Feminismus brauchen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die Sprachbarriere ist wirklich etwas das ich unterschätzt habe. Ohne Leute die schon länger dort leben und an die man sich wenden kann ist es wirklich schwierig überhaupt seine Rechnungen zu bezahlen.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Gemeinsam mit anderen Austauschstudierenden und japanischen Studierenden zu meinem Geburtstag in ein altes japanisches Haus am Land fahren. Gemeinsam haben wir Essen gekocht, sind zu Weinbergen gewandert und haben einen kleinen Plattenshop mitten am Land besucht.