Antonia
- MSc Sports Technology
- Reykjavík, Island
- Auslandssemester
- Reykjavík University
- Wintersemester 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Dadurch, dass ich bereits Auslandserfahrungen gesammelt hatte, haben sich meine Vorbereitungen für dieses Erasmus eher in Grenzen gehalten. Island und die Reykjavik University machen es einem aber auch relativ einfach.
Das Wichtigste für mich war die Abklärung meiner Krankenversicherung, dass sie mich auch die vollen fünf Monate versichert. Außerdem habe ich meinen Handyvertrag noch einmal genauer unter die Lupe genommen, ob dieser auch gültig ist im außer-EU-Raum.
Als letztes hieß es für mich dann nur noch Geld sparen, da Island bekannter Weise sehr teuer ist.
Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?
Es gab drei Willkommensstage für alle Internationals, bevor die Uni tatsächlich begann. In denen hat man verschiedene Kennenlern-Spiele gespielt, Reykjavik-Stadtführungen gehabt, das Studentenleben kennengelernt und wichtige Tipps zu Island bekommen.
Wie war das Studium an der Gasthochschule?
Ich habe das Studium sehr genossen. Die Kurse entsprachen genau meinen Interessensgebieten, und da meine Kurse immer relativ klein waren (6-9 Studierende), konnte die Lehre konstant individuell auf die Interessen angepasst werden. Alles wurde übersichtlich in Canva strukturiert, Dozenten haben stets schnell auf E-Mails geantwortet und die Bewertung der Abgaben/Exams war mehr als fair.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
In diesem Punkt ist Island wahrscheinlich kaum zu übertreffen. Wir waren sehr viel wandern und auf kleinen Wochenend-Trips quer durch die ganze Insel. Es gibt so viel schöne Natur zu sehen und zu erleben. Man kann das kaum in Worte fassen, wie schön dieses Land ist – egal, zu welcher Jahreszeit. Reykjavik selber bietet auch sehr viel an, sodass einem nie langweilig wurde. Meine persönlichen Highlights: second hand shopping, die städtischen hot pools, der student cellar und die beste Bar/Club der Stadt – Röntgen.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Ich hatte relativ viel Glück und habe ein Zimmer in dem Studentenwohnheim direkt neben der Uni bekommen. Dafür habe ich mich aber auch direkt beworben, nachdem ich die Zusage für Island bekommen habe.
Das Zimmer und das Wohnheim waren sehr modern, voll ausgestattet und mit eigenem Bad und Küche im Zimmer. Das Wohnheim liegt ein bisschen außerhalb des alten Stadtkerns, jedoch fährt immer ein Bus direkt von vor der Haustür in max. 8 Min. in die Stadt. Also ich kann es nur jedem empfehlen, auch in das Wohnheim zu ziehen, da du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit andern Erasmus-Studierenden auf einem Flur leben wirst (12 Zimmer) oder zumindest im selben Haus (3 Flure) und dadurch immer etwas los ist.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Es gibt keinen Weg drum herum – Island ist teuer. Alleine die Miete im Studentenwohnheim ist um die 1000€. Bestimmte Lebensmittel sind vergleichbar mit Österreich, wohingegen zum Beispiel Käse bis zu dem Vielfachen kosten kann. Das heißt, für die Zeit muss man entweder sehr viel Geld für Essen einplanen oder seine Standards temporär runterschrauben. Wir haben auch ganz oft zusammen gekocht, was es für uns alle noch ein bisschen günstiger gemacht hat.
Von Alkoholpreisen möchte ich erst gar nicht anfangen, die sind schlichtweg viel zu teuer (11 € war das günstigste 0,5 L Bier).
Ich habe am Ende all meine Trips (sehr viele), Essen, Miete etc. zusammengerechnet und kam auf ca. 10.000 €. Man kann auf jeden Fall preiswerter dort leben, ich habe viele coole, aber teure Sachen gemacht.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Wenn du im Studentenwohnheim bist, hol dir die große Kennitala. Es ist ein bisschen Aufwand, aber du wirst dir sehr dafür sehr dankbar sein. Damit kannst du Student Housing Benefits beantragen und jeden Monat 350 € Zuschuss von der Isländischen Housing Behörde bekommen.
Komoot war mein bester Freund und Helfer auf meinen Reisen und egal, wo du bist, schaue nach (kostenlosen) natural hot springs. Das ist ein unglaubliches Erlebnis.
Besucht auf jeden Fall die Highlands und seid nicht zu eingeschüchtert von Flussdurchquerungen. Die Natur auf der anderen Seite lohnt sich sehr.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Organisation von mir selber, von Reisen, von Gruppenveranstaltungen und dem Leben in Island. Meine sozialen Fähigkeiten haben sich auch stark verbessert, vor allem im internationalen Kontext. Ich habe viel über neue Kulturen gelernt, mit denen ich vorher noch gar nicht im Kontakt stand.
Fachlich habe ich mich stark in einem Bereich weiterentwickelt, der mir an der FH Technikum ein wenig fehlt.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?
Ich bin aufgeklärter gegenüber anderen Religionen geworden und habe viel über die muslimische Kultur gelernt. Außerdem habe ich die Einstellung der Isländer, dass am Ende alles immer gut geht und es keinen Grund für Stress gibt, sehr verinnerlicht – Þetta reddast.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Ich hatte von der organisatorischen Seite vieles abzuklären vor meinem Auslandsaufenthalt (Job kündigen, Wohnung untervermieten, Kurszulassungen in Island bekommen etc.). Das wirkte in dem Moment sehr nervig, jedoch war es das alles mehr als wert im Nachhinein.
Ansonsten hat alles sehr gut geklappt, solange man Schritt für Schritt alle Dinge angeht.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Die Freundschaften, die ich gefunden habe. So viele interessante und coole Leute waren in meiner Erasmus-Gruppe, und auch wenn wir viele waren (ca. 90), hat man am Ende fast jeden gekannt. Die Trips schweißen einen noch mehr zusammen und die gemeinsamen Erinnerungen bleiben uns für immer.
Kleiner Tipp zum Schluss, mach ein Fotoalbum von all den Island-Bildern! Es gibt kaum etwas Besseres um sich an die schöne Zeit zu erinnern.


