Florian
Double Degree
- MSc Wirtschaftsinformatik
- Luzern, Schweiz
- Auslandssemester
- Hochschule Luzern
- Wintersemester 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?
Die Bewerbung für das Double-Degree-Programm an der HSLU erfolgte im ersten Schritt per E-Mail an die Studiengangsassistenz des Studiengangs an der FHTW. Nach der erfolgreichen Nominierung musste zum einen der Prozess für einen Auslandsaufenthalt im Mobility Online der FHTW gestartet werden. Im Zuge dessen musste ein Motivationsschreiben verfasst werden und es mussten sich alle involvierten Parteien auf ein Learning-Agreement einigen. Allerdings kann es sein, dass sich das Angebot der Lehrveranstaltungen an der Partneruniversität später im Jahr noch ändert. Parallel zum Mobility Online erfolgte noch die konkrete Anmeldung an der HSLU wie bei allen anderen Studenten, welche ein Studium an der HSLU absolvieren möchten.
Ich rate zukünftigen Outgoing-Studenten, sich zusammenzuschließen, um sich über sämtliche Schritte auszutauschen.
Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Als Erstes muss sich um Housing gekümmert werden. In diesem Fall wurde über die FHTW und HSLU angeboten, den Bedarf für ein Zimmer im Student-Housing bekannt zu geben, wodurch in weiterer Folge die Möglichkeit geboten wird, über ein Online-Portal ein Zimmer zu buchen.
Da sowohl Österreich als auch die Schweiz im Schengen-Raum sind, bedarf es für die Einreise für die meisten Studenten an der FHTW keines Visums, aber bei der Ankunft sollte schnellstmöglich der Aufenthaltsgenehmigungsantrag beim Kanton eingereicht werden. Für den Kanton Zug (hier ist der recht neue Informatik-Campus der HSLU und das dazugehörige Student-Housing in der Ortschaft Rotkreuz) erfolgt die Einreichung dieser Dokumente, bestehend aus den Formularen A1 und S sowie den diversen Beilagen, stand 2025 per Postweg.
Es ist zu empfehlen, vorab in Ruhe einen SBB/SwissPass-Account anzulegen und Halbtax sowie ggf. GA Night (unter 25 bei Kauf) zu kaufen. Dies kann bereits bei der Einreise zu Einsparungen führen.
Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?
Es gab eine Einführungswoche mit sechstägigem Programm. Im Vorfeld wurden wir gebeten das meiner Meinung nach sehr empfehlenswerte Buch Factfulness von Rosling et al. zu lesen. In den ersten fünf Tagen, welche für alle Studenten des Studiengangs IT, Digitalization & Sustainability verpflichtend waren, wurde auf den Studiengang, das Thema Nachhaltigkeit mit den 17 SDGs, das Buch und Programme wie das Buddy-Programm und die Studierendenorganisation STAIR eingegangen. Am sechsten Tag gab es dann ein Programm vom International Office der HSLU am Campus in Emmenbrücke. Bei dieser Veranstaltung wurden nochmals viele Informationen über die Schweiz gegeben. Es haben sehr viele von den Studenten aus dem Studiengang ITDS daran teilgenommen, da die Mehrheit Incomings sind. Hier gab es auch die Möglichkeit eine ESN-Card für 20 CHF zu kaufen, wodurch die ESN-Veranstaltungen günstiger sind. Es gab in diesen Tagen einige Gelegenheiten sich mit den anderen Studenten aus dem Studiengang auszutauschen.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Da uns die Möglichkeit für ein Zimmer im Student-Housing angeboten wurde, wurde vielen von uns die Zimmer-/Wohnungssuche deutlich erleichtert. Das Student-Housing für den Informatik-Campus der HSLU befindet sich wie der Campus selbst in Rotkreuz, aufgeteilt auf die Gebäude 12 und 18 des Suurstoffi Neubaugebiets. Die Ausstattung der Zimmer umfasst Schreibtisch, Sessel, Leselampe, Papierkorb, Kleiderschrank, Bücherregal, Bett in Überbreite inkl. Bettzeug, LAN-Dose und elektrische Außenjalousie. In den allgemeinen Räumen gibt es eine Wohnküche mit Induktionsherd, Backofen, Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher, Kühl- und Gefrierschrank sowie Geschirr, ausreichend Stauraum für Lebensmittel und Sitzmöglichkeiten inkl. Esstisch. Das Bad gibt es entweder mit Dusche oder Badewanne, entweder geteilt oder en suite Es gibt außerdem W-LAN sowie geteilte Waschmaschinen und Trockner, entweder in der WG oder am Gang. Preis lag bei 5k CHF fürs Semester (12m² Zimmer), wobei davon 700 CHF Kaution waren.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Ich habe das Geld für die Aufenthaltsgenehmigung vor der Einreise beiseitegelegt, damit ich jederzeit nachweisen kann, dass ich die nötige Liquidität für den Aufenthalt besitze. Dies bedeutet 10.500 CHF für ein Semester oder 21.000 CHF für zwei Semester, wobei ich empfehlen würde, die nötige Liquidität für ein zusätzliches Semester nachweisen zu können. Bei mir lagen die Ausgaben bei rund 900 CHF pro Monat zusätzlich zur Miete, Kosten für die Uni und An-/Abreisekosten. Ein großer Teil der Ausgaben war für Lebensmittel sowie andere im Supermarkt erhältliche Haushaltsartikel. Um die Schweiz zu erkunden, habe ich zu großen Teilen die Angebote von ESN Luzern genutzt, wodurch die Reisekosten zu weiter entfernten Zielen deutlich reduziert werden konnten. Personen, welche sehr viel erkunden möchten, öfters in Restaurants essen möchten oder viele abendliche Unternehmungen in anderen Städten wie Luzern oder Zürich machen wollen, sollten, denke ich, mit mehr rechnen.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Die Schweiz ist kulturell nicht allzu unterschiedlich von Österreich, aber es gibt dennoch einige Unterschiede, welche sich aufsummieren können. Wer hauptsächlich Hochdeutsch bis Wienerisch gewöhnt ist, kann sich mit Schweizerdeutsch etwas schwertun. Bei den ESN-Trips kann man zusammen mit anderen aus dem Studiengang und weiteren Studenten aus Luzern einiges erleben. Hier gab es Ausflüge nach Basel, Genf, Lugano, Zermatt und mehr. Aber es gibt auch darüber hinaus einiges zu erleben, wie in Grindelwald in der Jungfrau-Region, Sonderfahrten mit alten Straßenbahnen in Zürich wie die Tram-Museumslinie 21 und die Schoggitram, Museen in Zürich und Luzern wie das Verkehrshaus und das WOW Museum, große Veranstaltungen wie die Zürich POP CON, das Dreiländereck bei Basel und die wunderschönen Albula- und Bernina-Strecken im Kanton Graubünden. Am schönsten ist es, wenn man zusammen mit alten und neuen Freunden Erinnerungen macht.
Wie würden Sie das Studium beschreiben?
Es wird recht stark auf Gruppenarbeiten mit vielen Präsentationen gesetzt, welche durchaus einen sehr großen Teil bis die ganze Note einer LV ausmachen können. Da der Studiengang sehr international ist und die Gruppen vorgegeben werden mit den Schwerpunkten Internationalität und technischem Verständnis, ist es wichtig, schnell mit anderen ein gemeinsames Verständnis zu finden und zu lernen, mit den interkulturellen Unterschieden umzugehen. Bei diesem Thema kann auch die LV Intercultural Competences hilfreich sein. Neben den 1,5 Tagen Präsenzunterricht pro Woche gibt es einiges an Zeit für Freizeitaktivitäten, vor allem in den noch wärmeren Monaten September und Oktober. Währenddessen war im November und Dezember am meisten zu tun. Bis Jahresende oder maximal Mitte Jänner sollten alle Prüfungen und Abgaben fertig sein.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Um verbunden zu bleiben, habe ich mir ein Mobilfunk-Angebot herausgesucht, welches dank eSIM ab dem ersten Moment nutzbar war und über die App einfach zu beenden war. Ich hatte mich für das Swype Angebot von Sunrise entschieden. Andere hatten Digital Republic, wobei besonders über das Friends-with-Benefits-Programm sehr niedrige Preise möglich sind. Wieder andere setzten auf das Angebot von Spusu Schweiz. Außerdem sollte, um Kosten zu verhindern, beim österreichischen Mobilfunkanbieter Daten-Roaming deaktiviert werden. Für Steckerleisten und Geräte mit Schutzleiter am besten vorab entsprechend Adapter und Kabel bestellen, da die Schweizer Steckdosen etwas anders sind. Für ein gutes Miteinander im Student-Housing sollte darauf geachtet werden, dass gute Kopfhörer vorhanden sind, um die anderen nicht zu stören und die teils sehr hellhörigen Wände auszublenden.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Nachhaltiges Handeln, welches nicht nur die Umwelt betrifft, wird uns immer mehr beschäftigen. Die Kombination aus dem Denken über unternehmerisches Handeln zusammen mit den Nachhaltigkeitsaspekten der 17 SDGs hat wertvolle Anreize geliefert, welche in der Berufswelt sicher bedeutsamer werden.
Durch die überwiegend internationalen Studenten konnte ich durch nur ein Auslandssemester Einblicke in unterschiedliche Kulturen gewinnen, vor allem da sehr viele Studenten aus diesem Studiengang ITDS im Student-Housing gelebt haben, wodurch der Austausch nochmals erleichtert wurde.
Neue Sprachen sind nicht hinzugekommen, aber das längere Reden mit internationalen Studenten auf Englisch festigt und verbessert nochmals die Kenntnisse in dieser Sprache. Außerdem konnte ich die deutsche Sprache auf eine andere Art erleben.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Das Auslandssemester im Rahmen des Double-Degree-Programms war insgesamt eine positive Erfahrung und ich finde es großartig, dass diese Möglichkeit von den beiden Bildungseinrichtungen geboten wird. Es war eine tolle Erfahrung, im Rahmen des Studiums über einen längeren Zeitraum in einem anderen Land zu sein und daher mehr Eindrücke gewinnen zu können als nur von einer Stadt/Region. Darüber hinaus war der Zusammenhalt, der sich auch in diesem interkulturellen Setting bilden konnte, um schwierige/stressige Zeiten zu überstehen, durchaus etwas Positives und es konnten internationale Freundschaften geschlossen werden.
