Mathias

  • BSc Erneuerbare Energien
  • Kemi, Finnland
  • Auslandssemester
  • Lapland University of Applied Sciences
  • Studienjahr 2025/2026
Grüne Nordlichter leuchten am Nachthimmel über einem Wald aus hohen Bäumen, wobei vereinzelte Wolken die Aurora teilweise verdecken.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Erste Infos kamen vom International Office. Die Planung (Learning Agreement und Reise via Helsinki) verlief strukturiert. Wichtigste Vorkehrungen waren die rechtzeitige Wohnungssuche und die Buchung der Flüge/Züge. Zukünftigen Studierenden empfehle ich, die Logistik im Norden frühzeitig zu organisieren. Die Betreuung vor Ort war top.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Der Empfang war sehr herzlich. Es gab gut organisierte Orientierungstage, die den Einstieg extrem erleichtert haben. Alle wichtigen Informationen wurden rechtzeitig und verständlich bereitgestellt.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium war leider kaum praxisorientiert, da fast alles online stattfand. Die Organisation war in Ordnung, aber durch das reine Online-Format war der Lerneffekt nicht optimal, und ich konnte inhaltlich nicht so viel für mich mitnehmen.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Die Natur ist beeindruckend und die Menschen sind sehr liebenswürdig. Leider war es durch den reinen Online-Unterricht und die Tatsache, dass kaum gemeinsame Veranstaltungen in der Stadt stattfanden, sehr schwer, Anschluss zu finden und neue Leute kennenzulernen. Die Möglichkeiten für den sozialen Austausch waren dadurch stark eingeschränkt.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Unterkunft wurde über die offizielle Studentenwohnheim-Vermittlung gefunden. Die Suche verlief unkompliziert, das Zimmer war zweckmäßig und gut für den studentischen Alltag ausgestattet.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Die Lebenshaltungskosten im Norden sind etwas höher als gewohnt. Finanziell habe ich mich durch Ersparnisse und Stipendien vorbereitet. Monatlich muss man mit spürbaren Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung rechnen.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Die Lebenshaltungskosten sind hoch; ich habe mich durch Ersparnisse und das Erasmus+ Stipendium finanziert. Sehr negativ war, dass die gesamte Miete für die Unterkunft vorab auf einmal bezahlt werden musste. Dies wurde vorab nicht klar kommuniziert. Dadurch war ein Wechsel der Unterkunft während des Aufenthalts unmöglich, obwohl das Zusammenleben mit den Mitbewohnern im zweiten Semester nicht mehr passte. Die hohen Einmalkosten für die Unterkunft und die laufenden Ausgaben für Verpflegung erfordern eine sehr solide finanzielle Planung.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Fachlich konnte ich meine Fähigkeiten im Bereich der selbstständigen Projektarbeit und im Umgang mit CAD-Konstruktionen vertiefen. Zudem wurden meine Englischkenntnisse durch die durchgehende Kommunikation auf Englisch gestärkt, und ich habe gelernt, mich in einem digitalen Studienumfeld komplett selbst zu organisieren.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Mein Aufenthalt hat meine Anpassungsfähigkeit und meine Geduld geschärft. Man lernt, flexibel auf unvorhergesehene Situationen (wie reine Online-Lehre oder administrative Hürden) zu reagieren und das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die größte Herausforderung war die mentale Belastung durch die reine Online-Lehre. Da fast alles von zu Hause aus stattfand, gab es kaum Gelegenheiten, Freunde zu finden oder Gemeinsamkeiten mit anderen zu teilen. Diese soziale Isolation hat zu spürbarer Einsamkeit und einem Mangel an sozialem Austausch geführt. Zudem kam die unerwartete finanzielle Belastung hinzu, dass die gesamte Miete vorab auf einmal gezahlt werden musste.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die Hilfsbereitschaft einzelner Betreuer bei der Umsetzung meiner Abschlussarbeit war eine sehr positive Erfahrung.