Philipp

  • BSc Erneuerbare Energien
  • Aarhus, Dänemark
  • Auslandssemester
  • Aarhus School of Marine and Technical Engineering
  • Sommersemester 2025/2026
Am Ende eines geschwungenen Steinpiers steht ein kleiner, rot-weiß gestreifter Leuchtturm, im Vordergrund das ruhige blaue Wasser und am fernen Ufer unter einem klaren Himmel große Industriekräne.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Vorort oder vorab muss man sich für eine CPR Nummer registrieren. Damit ist man dann offiziell in Dänemark registriert und wird Teil der dänischen Gesundheitsversicherung. Außerdem wird in Dänemark sehr viel mit Apps gearbeitet, die CPR-Nummer wird benötigt um sich zu validieren, darum kommt man also eigentlich nicht drumherum. Ich hab meine CPR-Nummer erst Vorort beantragt, wodurch sich ein paar Prozesse in die Länge gezogen haben, ich konnte mich beispielsweise erst bei einem späteren Dänisch Kurs anmelden.

Es gibt auch die Möglichkeit sich eine eigene Wohnung zu suchen, das AAMS, also die Gasthochschule, bietet aber auch einene Verbleib im Grundfos Kollegiet an, das würde ich jedem ans Herzen legen. Man wohnt in einer schönen Gegend, zwei Minuten vom Meer entfernt, hat einen großen Gemeinschaftsraum mit vielen Events und zahlt verhältnismäßig geringe Preise.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Sehr herzlich. Die Gastschule hat zwei Buddies organisiert, die sehr offen und einladend waren. Einer der beiden hat mich zu meinem Appartement geführt. Als “Internationals” sind wir dann auch zusammen Bier trinken gegangen. Bei Fragen ist die Gastinstitution sehr entgegenkommend. Die Gasthochschule sorgt sich also um ihre “Internationals”.

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Hauptsächlich in Gruppenarbeiten. Es wird nur auf Englisch gesprochen und durch die Gruppenarbeiten lernt man die anderen Gruppenmitglieder auch gut kennen. Diese haben einen Ingenieurs Hintergrund und befinden sich in ihrem 8. Semester. Der Austausch mit den Gruppenmitglieder war daher sehr informativ und die Kurse dort, geben interessante, erweiterende Einblicke. Außerdem ist die Hierachie zwischen Studierenden und Lehrpersonal angenehm flach. Prüfungen werden in Formen von Präsentationen gehalten.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Es gab einige Events von der ESN (Erasmus Student Network). Die sind ausgelegt auf Studierende die ins Ausland gehen. Diese Art von Events sind sehr empfehlenswert um Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Sonst gibts ein relativ aktives Nachtleben (Wien hat zwar ein aktiveres, ist aber auch um einiges größer), ein paar nette Kulturangebote. Für mich das Highlight war aber überraschenderweise die Natur, also das Meer und die umliegenden Wälder. Überraschenderweise, weil ich dachte, dass mir die Berge abgehen werden. Dem war aber nicht so. In zwei Minuten ist man mit dem Radl in der Natur oder zu Fuß im Wasser 🙂

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Ich hab eine Unterkunft im Grundfos Kollegiet bekommen. Das ist ein Studentenheim, das von der Gastinstitution vorgeschlagen wird und auch nur 10 Gehminuten oder 5 mim Radl von der Universität entfernt ist. Ich hatte eine WG mit einem anderen Austauschstudenten. Mit einem kleinem Zimmer an die 7 m^2 und einer gemeinsamen Küche und Bad. Im 11 Stock gibts auch eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsraum.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Ich hab davor gespart und gearbeitet, deswegen musste ich dort nicht arbeiten, außerdem wurde ich seitens meiner Familie finanziell unterstützt. Die Erasmus Förderung reicht allerdings nicht aus um dort über die Runden zu kommen. Ich habe schätzungsweise 1000 Euro im Monat ausgegeben und das ohne Wohnung. Billig wars daher nicht.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Die CPR-Nummer davor beantragen. Die Dänen benutzen nur Facebook, daher das davor vielleicht herunterladen. Mit dem Rad ist man ziemlich schnell überall. Ich fand das Studenterhuset sehr nett, dort wurden die ESN Events gehosted. Ich fand den Arbeitsaufwand sehr machbar, es wird fast alles in der Uni erledigt und anschließend hat man frei.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Ich hab mein Englisch verbessert und jetzt auch A1 Dänisch. Ich habe durch meine Kommilitonen Einblicke in ein Ingenieursstudium erhascht, auch die permanente Gruppenarbeit hat mein Team-Work, denke ich, verbessert. Die Gastuni hatte auch sehr interessante Fächer, die meinen “Technikum-Horizont” erweitert haben.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Ich denke, ich habe wieder neue Motivationen bezüglich meines Studiums geschöpft. Außerdem festgestellt was ich in Wien vermisst und was ich nicht vermisst habe, welche Freunde oder welche Gewohnheiten. Mich mehr mit den Sachen zu beschäftigen die mich tatsächlich interessieren.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Das Heraussuchen der Fächer hat relativ lange gedauert, wars aber hundertprozentig wert. Ich fand auch die Anreise und Abreise via Green Travel anstrengend, aber jetzt auch nicht so schlimm.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Ich habe wirklich tolle Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt. Die ich in der Zukunft besuchen kann um auch andere Länder zu erleben.

Fünf Männer stehen auf sandigen Dünen, im Hintergrund sind grünes Gras und ein blauer Himmel zu sehen. Sie posieren begeistert, einige zeigen den Daumen nach oben oder machen das Peace-Zeichen; sie tragen legere Sommerkleidung.