Katja
- BSc Mechatronik/Robotik
- München, Deutschland
- Praktikum
- HEINE Optotechnik GmbH & Co. KG
- Sommersemester 2025/2026

Wie haben Sie Ihre Praktikumsstelle gefunden? Wie haben Sie sich dafür beworben? Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?
Meine Praktikumsstelle habe ich über einen Freund gefunden, der vor einigen Jahren bei dieser Firma ein Schülerpraktikum gemacht hat und mir davon berichtet hat. Er konnte mir auch einen Kontakt zu der Firma weitergeben, bei dem ich mich dann bewerben konnte. Die Bewerbung ist sehr schnell gegangen und ca. 1 1/2 Wochen nach dem ersten Gespräch mit der Firma habe ich bereits die Zusage für einen Praktikumsplatz bekommen. Da ich sehr kurzfristig einen Praktikumsplatz gebraucht habe, Deutschland nicht so weit weg ist und es nach meinem Auslandssemester in Dänemark bereits mein zweiter Auslandsaufenthalt war, habe ich nicht viel zusätzliche Vorbereitung gebraucht.
Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Ich habe mir eine WG mit Freunden geteilt, die bereits etwas außerhalb von München gewohnt haben, wodurch ich mir eine mühsame Wohnungssuche erspart habe und musste daher eigentlich nur all den Bürokratiekram von Seiten der Firma und des IO machen. Außerdem habe ich mir das Deutschlandticket gekauft, mit welchem man den Nahverkehr in ganz Deutschland und bis in Grenzstädte der Nachbarländer nutzen kann, was mir die Anreise und das Pendeln zum Praktikumsplatz deutlich erleichtert und leistbarer gemacht hat. Auch die Reise war schnell geplant, da die Zugverbindung von Wien nach München sehr gut ist.
Wie wurden Sie von der Firma begrüßt, eingeschult und willkommen geheißen?
Ich war bereits im Vorfeld für ein Vorstellungsgespräch in München und habe die Firma dadurch schon etwas kennengelernt. Alle Infos für meinen ersten Arbeitstag habe ich vorab per E-Mail bekommen. Am ersten Tag wurde ich von der Personalmanagerin begrüßt und musste noch einige Dokumente unterschreiben. Danach wurde ich von meinem Mentor abgeholt, welcher mich durch die Abteilung geführt hat und mich beim Einrichten meines Arbeitsplatzes und den ersten Aufgaben unterstützt hat. Ich habe alle nötigen Informationen bekommen, wurde allen Kolleg*innen vorgestellt und wurde auch sofort sehr herzlich im Team aufgenommen. Ich konnte jederzeit alle Fragen stellen, die ich hatte und alles war sehr gut organisiert.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Wie schon erwähnt, hatte ich das Glück mir mit bereits dort wohnenden Freunden eine WG zu teilen, die Wohnungssuche kann in München ansonsten sehr schwierig sein. Wohnen in München kann sehr teuer sein (ca. 800-900€/Monat für WG-Zimmer in/nahe der Stadt oder sehr schwer zu bekommende kleine Wohnungen). Bei einem privat vermieteten WG-Zimmer wie meinem, außerhalb der Stadt (in meinem Fall ca. 50min mit Öffis in die Innenstadt), kann man mit ca. 550€ rechnen, auch die sind aber oft schwierig zu finden. Ich habe als Tipp gehört, sich an die Studierendenwerke o.ä. Organisationen zu wenden, wo es Wohnheimplätze gibt, diese sind ebenfalls günstiger (ab ca. 400-500€), können aber schwierig bzw. oft nur mit langer Wartezeit zu bekommen sein.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Ich konnte das Auslandspraktikum über die Erasmus+ Förderung und das Geld, das ich von der Praktikumsstelle bekommen habe (ca. 800€/Monat) sehr gut finanzieren und hatte so ein Budget von ca. 1500€/Monat. Die Lebenserhaltungskosten sind im Schnitt sehr ähnlich zu Österreich. Ich habe monatlich ca. 220€ für Essen ausgegeben, wobei ca. die Hälfte davon für Einkäufe und gelegentliches Essen gehen (ca. 1x/Monat) war und die andere Hälfte für sowohl Frühstück als auch Mittagessen im subventionierten Betriebsrestaurant meiner Praktikumsstelle. München ist außerdem für Städtetrips sehr gut gelegen, da der Bahnhof einen der großen Knotenpunkte der DB darstellt, daher habe ich auch insgesamt ca. 600€ für diverse Wochenendtrips, Ausflüge und Freizeitaktivitäten ausgegeben. Wenn man das Deutschlandticket hat (63€/Monat) kann man viele Städtetrips oder Ausflüge auch nahezu kostenlos machen, da viele Städte auch gut per Nahverkehr erreichbar sind.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Die Kultur ist gerade in Bayern sehr ähnlich zu Österreich, es war also nicht sehr schwierig sich einzuleben. Wie gesagt habe ich mit einem meiner Mitbewohner auch einige Ausflüge und Städtetrips gemacht, beispielsweise nach Hamburg (sehr gut mit dem Nachtzug zu erreichen), Regensburg (mit Nahverkehr für einen Tagesausflug gut zu erreichen) und Trier. Empfehlenswert für alle Zugfans ist auch das Eisenbahnmuseum in Freilassing, welches mit dem Deutschlandticket ebenfalls gut zu erreichen ist. München an sich bietet natürlich auch einiges an Kultur und Freizeitmöglichkeiten, wie beispielsweise das deutsche Museum, diverses Sommerprogramm und kleiner Bühnen, wo man teilweise auch kostenlos unterschiedliche Veranstaltungen besuchen kann und natürlich auch viele Sehenswürdigkeiten. Besonders schön ist beispielsweise der Englische Garten, im Sommer gibt es auch mehrere Schwimmbäder an der Isar oder umlegenden Badeseen.
Wie würden Sie das Praktikum beschreiben?
Das Praktikum war sowohl fachlich als auch sozial eine tolle Erfahrung ich wurde sehr herzlich ins Team aufgenommen und gemeinsame Frühstücks- und Mittagspausen waren ein lustiger teil des Arbeitstages. Ich habe neben dem Projekt, an dem ich beteiligt war, auch viele andere Projekte kennengelernt und wurde stets durch meinen Mentor in organisatorischen und fachlichen Fragen betreut. Ich durfte sehr viel selbstständig erarbeiten, aber konnte auch jederzeit Fragen stellen. Die Praktikumsstelle liegt im Gewerbegebiet Gilching westlich von München und ist per Bus sehr gut zu erreichen (diverse Expressbusse und Busse ab der S-Bahn-Station Gauting bzw. Argelsried), es gibt außerdem ab und zu Fahrgemeinschaften unter Kolleg*innen, wo ich teilweise auch mit dem Auto ein Stück des Weges mitgenommen wurde. Ich konnte mein Wissen sowohl bzgl. Automatisierung und Prozessentwicklung als auch bzgl. Medizintechnik und v.a. zu 3D Druck (was mein Hauptprojekt war) weiterentwickeln.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Wie gesagt konnte ich mein fachliches Wissen auf vielen Ebenen ausbauen. Da es bereits mein zweiter Auslandsaufenthalt nach meinem Auslandssemester in Dänemark war, kann ich sagen, dass ich auch hier meine Offenheit, Organisationsfähigkeit und meine Neugier gegenüber neuen Orten und Erfahrungen verbessern konnte. Ich bin sehr dankbar für all die Menschen die ich kennenlernen durfte und all die Erfahrung die ich sammeln konnte.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?
Ich würde sagen meine Werte haben sich kaum verändert, aber es hat sich nochmal gezeigt, wie wertvoll es ist, offen auf die unterschiedlichsten Menschen und Erfahrungen zuzugehen. Ich bin durch meine beiden Auslandsaufenthalte auf jeden Fall selbstbewusster geworden und habe mich selbst und meine Wünsche für die Zukunft besser kennengelernt, außerdem habe ich gelernt meine Freundschaften und die Menschen um mich herum noch mehr wertzuschätzen.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Bei diesem Auslandsaufenthalt war eine der größten Herausforderungen mit Sicherheit die Kurzfristigkeit, ich habe 6 Tage nach Zusage für den Praktikumsplatz angefangen zu arbeiten und bin in der Zwischenzeit umgezogen. Außerdem ist es meiner Erfahrung nach bei einem Praktikum deutlich schwieriger, andere Studierende kennenzulernen, da man ja Vollzeit arbeitet. Dabei hatte ich vor allem Glück mit meinen beiden Mitbewohnern und meinen Arbeitskolleg*innen, ich kann nur empfehlen, alle Einladungen für Freizeitaktivitäten anzunehmen. Eine gute Möglichkeit sind sicher auch Sportvereine, da gibt es oft Vergünstigungen für Studierende, wobei man immer schauen muss, ob diese auch für internationale Studierende gelten.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Das Beste an beiden meiner Auslandsaufenthalte waren mit Abstand die Menschen, die ich kennengelernt habe und die Freundschaften, die ich geschlossen habe. Auch die Ausflüge und Städtetrips waren natürlich eine tolle Erfahrung und haben Spaß gemacht. Es ist eine unglaublich tolle Erfahrung zu erleben, wie aus einem fremden Ort ein Zuhause und aus fremden Menschen Freunde werden, an die man auch nach dem Auslandssemester/-praktikum gerne zurückkehrt bzw. mit denen man weiterhin Kontakt hält.