Clara

  • BSc Erneuerbare Energien
  • Kemi, Finnland
  • Auslandssemester
  • Lapland University of Applied Sciences
  • Studienjahr 2025/2026
Ein junges Rentier mit kleinem Geweih steht im Sonnenlicht auf verschneitem Boden und blickt direkt in die Kamera.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Die Infoveranstaltungen und International Faires vom International Office besucht. Informationen auf Webseite des International Office gesucht. Info-Meetings sowohl von FH Technikum als auch Gasthochschule besucht. Erfahrungsberichte gelesen. Informationen über das Land und die Gasthochschule gesucht. Die offizielle Homepage der Gasthochschule besucht, um zu sehen, ob sie mir sympathisch ist. Anhand dieser Infos, dann die nötigen administrativen Schritte gesetzt und gepackt.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt? 

Es gab eine Orientierungswoche, in der wir alle relevanten Informationen zum Studium erhalten haben, uns geholfen wurde unsere Accounts von der Gasthochschule einzurichten und auch die notwendigen Formulare von Behörden auszufüllen. Es wurde auch ein Ausflug für Gaststudierende und ihre Welcome Buddies organisiert. Informationen zu Sprachkursen hätte ich gerne vor der Ankunft bekommen. Wir haben auch Informationen über alle möglichen Apps und Services bekommen, die im Alltag nützlich sein können, zB Wetterapps oder Fern- und Nahverkehr

Wie war das Studium an der Gasthochschule? 

Infrastruktur war gut, vor allem die Labore. Es war viel Unterricht online. Wir hatten zum Teil auch eigene Lehrveranstaltungen nur für Gaststudenten. Ich hätte mir mehr Kontakt zu den finnischen Studierenden gewünscht. Die Inhalte waren interessant und es gab viel praktische Übungen. Es gab am Campus viele Lernplätze für die Studierenden.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

In Finnland gibt es viele Wälder und Seen, Outdoor-Aktivitäten haben eine große Rolle gespielt, sowohl im Winter als im Sommer. Im Winter waren es vor allem Langlaufen, Eislaufen und Eisfischen. Schwimmen ist auch eine beliebte Freizeitaktivität und das Schwimmbad hatte sehr günstige Preise. Die Leute sind eher ruhig, aber freundlich. Stille wird nicht als etwas unangenehmes betrachtet und wenn man sich gerade nichts zu sagen hat, wird halt nicht geredet. Oberflächlicher Smalltalk wird selten geführt, dafür aber interessante Gespräche. Die Kaffeepause hat einen hohen Stellenwert und wird oft zusammen eingehalten.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Unterkunft über Gasthochschule gefunden. Möblierte WG mit 4 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad. Zimmer mit Bett, Nachttisch, Schreibtisch und Lampe, und Kasten ausgestattet, Bad und Küche mit Standardausstattung. Geschirr, Kochutensilien, etc war schon alles vorhanden

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt? 

Miete: 425€/Monat
Verpflegung, Freizeit: 411,53€/Monat
Vorkehrungen: Einen Teil meiner Ersparnisse auf mein Konto überwiesen

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Informationen über den Ort an dem man studieren wird und die Umgebung einholen, zB Durchschnittstemperaturen, mögliche Freizeitaktivitäten
Rechtzeitig wegen Versicherungen schauen, zB Haftpflicht. Online sind zwar Informationen erhältlich, aber meistens nur Reiseversicherungen bis zu 3 Monate.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Finnischkenntnisse haben sich verbessert, Englisch hat sich auch verbessert, sowohl fachliche Sprache als auch Alltagssprache. Durch die vielen Labore und Übungen habe ich neue praktische Fähigkeiten erlangt und durch die Projekte haben sich meine Fähigkeiten bezüglich Projektplanung verbessert. Ich bin mit verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in Kontakt gekommen und habe gelernt wie wichtig es ist flexibel und offen zu sein und manchmal auch einfach nachzufragen bevor unnötige Missverständnisse entstehen.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Ich habe gelernt Pausen als wichtigen Teil des Alltags zu sehen und dass eine Pause helfen kann den Blick auf ein Problem zu ändern und so die Lösung zu finden. Ich bin offener gegenüber anderen Menschen geworden und habe es sehr schön gefunden etwas über ihre Kulturen zu lernen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Bei der Vorbereitung überlegen, was ich im Gastland alles tatsächlich brauche, was ich gleich brauchen werde, was ich dort besorgen kann oder was mir eventuell nachgeschickt werden muss. Ich muss regelmäßig Medikamente nehmen, also musste ich schauen, dass ich genug davon bekomme und mit habe. Während des Aufenthaltes war die Herausforderung mich mit den neuen und anderen Gegebenheiten als Zuhause zu arrangieren und nicht in ein Motivationstief und Heimweh zu sehr zu verfallen, wenn Dinge schwierig wurden.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die Hilfsbereitschaft der Leute. Ich hatte auf einem Ausflug Probleme, weil der Bus ausgefallen ist. Eine Dame, die in einem nahen Café gearbeitet hat, hat mir dann geholfen und einige Anrufe für mich gemacht, damit ich doch noch an mein Ziel komme. Auch auf der Gasthochschule waren die Lehrenden immer hilfsbereit, wenn wir auf Probleme gestoßen sind. Genauso das International Office. Egal ob wir einen Lektor nicht erreichen konnten oder nur wissen wollten, wo wir unsere Fahrrad reparieren konnten, wir konnten immer Sanna fragen und sie war für uns da.