Katharina
- BSc Erneuerbare Energien
- Kemi, Finnland
- Auslandssemester
- Lapland University of Applied Sciences
- Studienjahr 2025/2026

Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Ich habe mich vor meinem Auslandsaufenthalt vor allem um praktische Dinge gekümmert. Ich habe überprüft, ob meine Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung auch im Ausland gültig ist. Außerdem habe ich mir die Lage meiner Unterkunft angesehen, wie weit sie von der Universität entfernt ist und wie ich dort hinkomme.
Zukünftigen Outgoing-Studierenden würde ich empfehlen, sich früh genug um Versicherung, Unterkunft, Anreise und öffentliche Verkehrsmittel zu kümmern. Erste Informationen habe ich über die Universität, die Gastuniversität und eigene Recherche erhalten.
Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?
Die Begrüßung durch die Gastinstitution war sehr gut. Andere Studierende, die schon früher angekommen waren, sind mit uns gemeinsam zur Universität gegangen und haben uns am Anfang geholfen.
Die Orientierungstage waren sehr informativ. Man hat viele wichtige Informationen bekommen, sowohl zum Leben vor Ort als auch zur Orientierung an der Universität.
Eine Information, die ich gerne früher gehabt hätte, betrifft die Mietzahlung, also ob die Miete monatlich oder auf einmal bezahlt werden muss.
Wie war das Studium an der Gasthochschule?
Das Studium an der Gasthochschule war grundsätzlich positiv. Die allgemeine Organisation war sehr gut, auch wenn einige Fächer teilweise etwas unstrukturiert wirkten.
Besonders positiv war, dass ich viel Neues gelernt habe und viele Projekte durchführen konnte. Dadurch waren die Lerninhalte praxisnah und abwechslungsreich.
Ich hätte mir etwas mehr Unterricht vor Ort und mehr Austausch mit anderen Studierenden gewünscht. Außerdem wäre es hilfreich gewesen, wenn der Unterricht konsequent auf Englisch abgehalten worden wäre.
Die Universität war relativ weit vom Apartment entfernt. Zu Fuß dauerte der Weg ca. 40 Minuten, mit dem bereitgestellten Fahrrad etwa 15 bis 20 Minuten. Es gab auch einen Bus, dieser fuhr jedoch nur von ca. 7 bis 16 Uhr und nur einmal pro Stunde.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
Während meines Auslandsaufenthaltes konnte ich viel vom Land und der Kultur kennenlernen. Besonders beeindruckend waren für mich die Nordlichter, die jedes Mal ein Highlight waren.
Ich habe mehrere Städte besucht, unter anderem Rovaniemi, Helsinki, Oulu und Stockholm. Außerdem war ich in einigen Nationalparks und konnte dadurch viel von der Natur erleben.
Es gab auch einige Veranstaltungen von der Universität, zum Beispiel Bingoabende, Mottopartys oder Wettläufe, bei denen man gemeinsam Aufgaben lösen musste. Außerdem haben wir oft Lagerfeuer gemacht, was besonders schön war und gut zur Atmosphäre vor Ort gepasst hat.
Gerne hätte ich auch eine Husky- oder Rentierschlittenfahrt sowie eine Snowmobil-Tour gemacht. Diese Aktivitäten waren jedoch leider relativ teuer und deshalb nicht in meinem Budget.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Die Unterkunft wurde uns zur Verfügung gestellt, daher mussten wir nicht selbst nach einer Wohnung suchen. Die Wohnung war vollständig ausgestattet und es hat grundsätzlich nichts gefehlt.
Es gab vier Schlafzimmer, davon zwei große und zwei kleinere Zimmer, außerdem ein Wohnzimmer, ein Bad mit WC und eine Küche. Die Zimmeraufteilung war für uns sehr passend, da wir zu viert in der Wohnung gewohnt haben. In einem der größeren Zimmer stand zusätzlich noch ein Bett. Theoretisch hätten also mehr Personen dort wohnen können, für sechs Personen wäre die Wohnung meiner Meinung nach jedoch eher zu eng gewesen.
Die Lage der Wohnung war sehr gut, da sie sich im Stadtzentrum befand und alles Wichtige in der Nähe war. Allerdings war die Universität etwas weiter entfernt, da sie außerhalb des Stadtzentrums lag.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Vor meinem Auslandsaufenthalt habe ich mir einen groben finanziellen Überblick gemacht und die wichtigsten monatlichen Kosten eingeplant.
Die Unterkunft hat ungefähr 450 Euro pro Monat gekostet. Für Lebensmittel habe ich im Schnitt etwa 300 Euro monatlich ausgegeben. Für Freizeitaktivitäten waren es ungefähr 200 Euro pro Monat, wobei dieser Betrag stark davon abhängt, welche Aktivitäten oder Ausflüge man macht.
Insgesamt würde ich daher mit ungefähr 950 Euro pro Monat rechnen. Zusätzlich ist es sinnvoll, etwas Geld als Reserve einzuplanen, zum Beispiel für Reisen, unerwartete Kosten oder größere Freizeitaktivitäten.
Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?
Ich würde zukünftigen Studierenden empfehlen, selbstbewusst und offen an den Auslandsaufenthalt heranzugehen. Man sollte bereit sein, neue Menschen kennenzulernen und sich auf neue Erfahrungen einzulassen.
Praktisch hilfreich ist es, sich schon vorher über öffentliche Verkehrsmittel zu informieren. Für Finnland sind zum Beispiel vr.fi für die Bahn und matkahuolto.fi für Busverbindungen sehr nützlich.
Außerdem würde ich empfehlen, Ausflüge und Aktivitäten rechtzeitig zu planen. Spontane Buchungen können oft deutlich teurer sein, daher ist es sinnvoll, sich vorher zu überlegen, welche Orte oder Aktivitäten man unbedingt sehen bzw. machen möchte. Auch eine kleine finanzielle Reserve ist hilfreich.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Während meines Auslandsaufenthaltes konnte ich viele neue Fähigkeiten erwerben und bestehende weiterentwickeln. Besonders meine Teamfähigkeit und mein Selbstbewusstsein haben sich deutlich verbessert, da ich oft mit anderen Studierenden zusammengearbeitet und neue Situationen selbstständig bewältigt habe.
Auch meine Sprachkenntnisse haben sich verbessert, vor allem durch den regelmäßigen Austausch auf Englisch. Zusätzlich konnte ich fachlich einiges dazulernen, zum Beispiel bei der Programmierung eines Robotikarms sowie bei der Konstruktion und Fertigstellung eines 3D-Projektes.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?
Während meines Auslandsaufenthaltes haben sich vor allem meine Selbstwahrnehmung und mein Selbstbewusstsein verändert. Ich habe gelernt, mich selbst mehr zu akzeptieren und stärker auf meine eigenen Entscheidungen zu vertrauen.
Außerdem ist mir bewusst geworden, dass es wichtig ist, den eigenen Weg zu gehen und nicht alles von der Meinung anderer abhängig zu machen. Gleichzeitig schätze ich meine Möglichkeiten und mein gewohntes Umfeld jetzt noch mehr und habe gelernt, vieles nicht als selbstverständlich zu sehen. Ich habe auch gemerkt, dass man für die Dinge, die man erreichen oder machen möchte, selbst Verantwortung übernehmen und etwas leisten muss.
Dadurch bin ich selbstständiger, offener und sicherer im Umgang mit neuen Situationen geworden.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Im Rückblick gab es keine wirklich großen Schwierigkeiten bei der Vorbereitung oder während meines Auslandsaufenthaltes. Die wichtigsten organisatorischen Punkte waren gut machbar und ich habe mich gut zurechtgefunden.
Eine kleine Herausforderung war eher, sich am Anfang an die neue Umgebung, die Abläufe vor Ort und den Alltag in einem anderen Land zu gewöhnen. Das hat sich aber relativ schnell eingespielt.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Meine positivste Erfahrung während des Auslandsaufenthaltes war, viele unterschiedliche Persönlichkeiten und Charaktere kennenzulernen. Der Austausch mit anderen Studierenden aus verschiedenen Ländern war sehr bereichernd und hat meinen Blick auf vieles erweitert.
Außerdem war es eine sehr wertvolle Erfahrung, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben und den Alltag selbstständig zu meistern. Dadurch habe ich viel über mich selbst gelernt und bin selbstbewusster geworden.


