Jonas Florian

  • MSc Innovations- und Technologiemanagement
  • Reykjavík, Island
  • Auslandssemester
  • Reykjavík University
  • Sommersemester 2025/2026
Menschen stehen nachts auf einer vereisten Fläche, die sich von Gebäuden und einer Kirche abhebt. Über ihnen erstrecken sich leuchtend grüne Nordlichter über den dunklen Himmel.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet? Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Bis auf die passende Kleidung mitzunehmen, habe ich mich nicht wirklich großartig vorbereitet, um ehrlich zu sein. Sämtliche bürokratischen Vorbereitungen habe ich natürlich im Vorhinein getroffen. Dies war aber auch nicht allzu schwierig, dank des Leitfadens und der Hilfe des International Office. Es ist meiner Meinung nicht notwendig sich wochenlang auf einen Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Das führt nur zu mehr Überraschungen und macht das ganze nur noch besser.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

Wir hatten 3 Tage an Welcome Days, die schon wirklich sehr gut organisiert und auch sehr lustig waren. Am ersten Tag wurden sämtliche Erasmusstudierende mit Kaffee und Frühstück im Eingangsbereich der Universität begrüßt, dann gab es eine Uniführung und eine Tour durch Reykjavik. Am Ende des zweiten Tages wurden wir zum student cellar geführt um den Tag ausklingen zu lassen. (der einzige Ort in Island wo die Bierpreise mit Wien vergleichbar sind)

Wie war das Studium an der Gasthochschule?

Das Studium war sehr angenehm, Schwierigkeitslevel würde ich ungefähr gleich, wenn nicht ein bisschen unter der FH einschätzen. Die Professoren waren sehr hilfsbereit und stets erreichbar. Kleine Gruppen, viel Praxis stand an der Tagesordnung, ähnlich wie an der FH. Das Unigebäude war ein Traum, sehr modern, mit Fitnessstudio und Tischtennis/Tischfußball/Billard/Darts im Keller und für alle Studenten zugänglich. (Fitnessstudio nicht for free)

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Am Anfang wurde mir gesagt, dass Isländer eher ein kaltes Gemüt haben und lieber unter sich bleiben. Diesbezüglich hatte ich einen ganz anderen Eindruck, sowohl an der Universität, als auch bei anderen Veranstaltungen waren vor allem die jungen Isländer sehr offen und gesprächig. Freizeitaktivitäten in Reykjavik war vor allem auf Sport, Bars und Hottubs/Pools zentriert. Da Reykjavik keine Großstadt ist, gibt es nicht dasselbe Freizeitangebot wie in Wien innerhalb der Stadt. Was unglaublich war, waren sämtliche Roadtrips und Wanderungen. Die Natur in Island kann ich jedenfalls mit nichts vergleichen was ich bisher gesehen habe. Wir haben uns ungefähr alle 3 Wochen ein Auto gemietet und haben kürzere oder auch längere Trips gemacht. Nach diesem Semester kann ich behaupten, dass ich 90% der Insel gesehen habe und die Natur in Island ist wirklich atemberaubend schön.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Ein Großteil der Erasmusstudierenden hat im Student Housing direkt neben der Universität gewohnt. Ich habe meine Unterkunft über HousingAnywhere gefunden und kann grundsätzlich nur gutes berichten. Ich habe in einem recht großen Haus mit 7 Mitbewohnern in einem recht kleinen Zimmer gewohnt und sämtliche Dinge wurden über HousingAnywhere abgewickelt, was recht angenehm war. Das Haus hatte ein paar kleine Mackel, sämtliche Dinge wie Küche/Bad/Wohnzimmer waren voll ausgestattet und sauber. Insgesamt habe ich meine Mitbewohner sehr lieben gelernt in diesen 5 Monaten und ich hatte eine sehr angenehme Zeit in meiner Unterkunft.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Ich habe das Jahr nach meinem Bachelor ein Jahr gearbeitet und Geld für den Erasmus Aufenthalt gespart. Island ist leider ein sehr teures Land was Lebensmittel und Unterkunft betrifft. Also nur mit dem Erasmus Grant wäre der Aufenthalt unmöglich gewesen.
Ich würde schätzen, dass ich pro Monat ungefähr 1500-1800 Euro benötigt habe. Die Unterkunft hat 940 Euro pro Monat gekostet.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Wichtig vor dem Erasmusaufenthalt ist es sämtliche Email-Zugänge regelmäßig zu checken und so viele Fragen ans International Office in Wien und Reykjavik zu stellen wie nur möglich um sämtliche Unklarheiten zu besprechen. Ab dem Zeitpunkt wo ich in Island gelandet lief alles recht strukturiert und klar ab.
Für die Zeit im Ausland würde ich einfach sagen nicht zu viele Sorgen machen im Vorhinein, man lernt in den ersten Tagen 90 Studierende kennen, die in der exakt selben Situation sind und im Endeffekt will jeder einzelne neue Menschen kennenlernen und eine schöne Zeit haben.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben? 

Um ehrlich zu sein habe ich kaum isländisch gelernt. Am Beginn hatten wir einen zweitägigen isländisch Crashkurs, aber das wars dann auch. Das ein oder andere Wort habe ich im Laufe des Semesters aufgeschnappt, aber mehr nicht.
Mein Englisch hat sich auf jeden Fall gefestigt, ich muss aber auch anmerken, dass ich glaube ich auch vor dem Erasmus auf einem recht guten Englisch-Niveau war. Jedoch wird man natürlich um einiges sicherer in einer Sprache, wenn man sie täglich spricht.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Ich würde sagen ich bin auf jeden Fall offener gegenüber anderen Kulturen geworden und würde auch weiterhin gerne andere Länder wirklich kennenlernen und nicht nur für 1-2 Wochen besuchen.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Meiner Meinung nach ist die größte Herausforderung der mentale Aspekt eines Auslandssemesters. Man macht sich im Vorhinein viele Gedanken ob man die richtige Destination gewählt hat, ob es einem Gefallen wird, ob man die richtigen Leute kennenlernt und so weiter. Aber ich denke solche Gedanken sind völlig normal und legen sich auch spätestens 2 Wochen nach der Ankunft.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die positivste Erfahrung war auf jeden Fall Freundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt zu schließen und Zeit mit Menschen der unterschiedlichsten Hintergründe zu verbringen. Sämtliche Trips, Kochabende, Bar-Crawls, Hottub sessions, Nights out, usw. mit Menschen aus verschiedensten Orten der Welt waren auf jeden Fall mein Highlight und ich freue mich schon sie zu besuchen oder besucht zu werden.
Natur und Wanderungen waren auch unglaublich.